Vorab: Die beste Möglichkeit, um ein Bild mit Nebel darauf anzufertigen, besteht darin, das Foto mit natürlichem Nebel zu machen. Die zweitbeste Möglichkeit ist das Anhauchen des Objektivs – so dass es beschlägt – und dann zu fotografieren. Künstlich im Nachhinein auf ein Bild aufgebrachter Nebel bleibt irgendwie immer auch künstlich. Dennoch kann es erforderlich sein, diesen Weg zu gehen, wenn einem Bild ein mystisches Flair verliehen werden soll. Wie das mit GIMP funktioniert will ich nachfolgend einmal erläutern, basierend auf einer bei Gimpusers gefundenen und leicht abgewandelten Anleitung.


Das Originalbild: Noch ist das Moor nebelfrei …

Wie geht man vor, um ein Foto mit künstlichem Nebel zu überlagern? Zuerst wird das Originalbild unter GIMP geladen. Dann wählt man „Ebene/ Neue Ebene“ und in der Dialogbox wird unter „Füllart“ die „Transparenz“ aktiviert; mit „OK“ bestätigen.


Die neue, transparente Ebene wird angelegt.

Anschließend im Ebenenfenster die neue Ebene anklicken, mit rechter Maustaste „Ebeneneigenschaften“ wählen und in der sich daraufhin öffnenden Dialogbox „Ebeneneigenschaften bearbeiten“ als Namen für die Ebene „Nebel1“ eintragen (wichtig, denn es kommen später noch mehr Ebenen hinzu – mindestens eine); mit „OK“ bestätigen. Die neu angelegte Ebene steht jetzt als „Nebel1“ im Ebenenfenster. Ihre blaue Hinterlegung zeigt an, dass sie aktiviert ist. „Filter/ Render/ Wolken/ Plasma“ wählen und das Filterfenster öffnet sich. Mit „Turbulenz“ und „Neu Würfeln“ ein schönes Plasmamuster mit möglichst vielen Farben zaubern – je mehr Farben, desto authentischer sieht später der Nebel auch aus. Mit „OK“ bestätigen.


Die Einstellung des Plasmafilters.

Das Bild wird nun mit dem (farbigen) Plasma überlagert.


Das vom Plasma überlagerte Foto.

Im Ebenenfenster nun mit der rechten Maustaste auf die Plasmaebene klicken und „Ebenenmaske hinzufügen“ selektieren, anschließend in der sich öffnenden Dialogbox „Graustufenkopie der Ebene“ auswählen.


Hinzufügen der Ebenenmaske.

Mit „Hinzufügen“ übernehmen und die Plasma- (Filter-) Ebene legt sich farbig über das Foto.


Die letzten Arbeitsschritte lassen das Foto wieder durchschimmern.

In der Plasmaebene („Nebel1“) sind jetzt zwei Symbole, eines weiß und eines schwarz umrandet, zu sehen. Weiß bedeutet aktiv und Schwarz bedeutet inaktiv. Das erste der beiden Symbole anklicken, so das die Ebene selbst und nicht deren Maske aktiviert ist.


Die Aktivierung der Ebene.

Nun die Vordergrundfarbe im Werkzeugkasten (das sind die beiden überlappenden Farbfelder unter den Werkzeugen – das Farbfeld im Vordergrund anklicken) zu einem hellen Grau verändern und mit „OK“ bestätigen.


Die Veränderung der Vordergrundfarbe.

„Bearbeiten/ Mit Vordergrundfarbe füllen“ auswählen, damit dem Nebel seine Farbe genommen wird.


Der Nebel ist jetzt ohne Farbe.

Ein erster Nebel ist jetzt zwar da (und man könnte das Bild theoretisch bereits so lassen), doch wirkt der noch nicht sonderlich authentisch, weil der Nebel irgendwie zu „eckig“ ausfällt. Man hat jetzt zwei Möglichkeiten: Einerseits könnte man das Ergebnis exportieren und es anschließend mit einer Weichzeichnung versuchen. Andererseits aber kann man auch (besser!) eine weitere Nebelebene darüber legen. Dazu werden die bisherigen Schritte wiederholt.

D. h. wieder im Ebenenfenster mit rechter Maustaste auf das Originalbild klicken und eine „Neue Ebene“ mit „Transparenz“ erstellen. Diese Ebene mit rechter Maustaste anklicken, „Ebeneneigenschaften“ auswählen und sie in „Nebel2“ umbenennen. „Filter/ Render/ Wolken/ Plasma“ wählen und das Filterfenster öffnet sich. Mit „Turbulenz“ und „Neu Würfeln“ ein schönes Plasmamuster mit möglichst vielen Farben erzeugen. Wieder wird das Bild mit dem Plasma überlagert. Im Ebenenfenster mit der rechten Maustaste auf die Plasmaebene klicken und „Ebenenmaske hinzufügen“ selektieren, anschließend in der sich öffnenden Dialogbox „Graustufenkopie der Ebene“ auswählen. Mit „Hinzufügen“ übernehmen und die neue (zweite) Plasmaebene legt sich farbig über das Bild. In der zweiten Plasmaebene („Nebel2“) sind jetzt zwei Symbole, eines weiß und eines schwarz umrandet, zu sehen. Das erste der beiden Symbole anklicken, so das die Ebene selbst und nicht deren Maske aktiviert ist. Nun die Vordergrundfarbe im Werkzeugkasten zu einem noch helleren Grau verändern. „Bearbeiten/ Mit Vordergrundfarbe füllen“ auswählen, damit dem Nebel seine Farbe genommen wird.


Der zweite Durchgang hat den Nebel verstärkt, aber auch das Bild zu stark aufgehellt.

Das Bild ist nun etwas zu stark aufgehellt worden. Daher nachfolgend wechselweise die Deckkraft beider Nebelebenen variieren, bis es gefällt und das Ergebnis exportieren (Ebenen NICHT vereinen).


Das Verändern der Deckkraft „kitzelt“ das Ursprungsfoto wieder etwas mehr hervor.


Das Moor im (Kunst-) Nebel.

Man kann jetzt noch das exportierte Resultat neu laden und mit „Filter/ Weichzeichnen/ Gauß’scher Weichzeichner“ darüber gehen, damit es gefälliger wirkt indem die Details etwas im Nebel verschwimmen, muss man aber nicht.


Nach dem finalen Weichzeichnen.


Der direkte Vorher-Nachher-Vergleich: Das Moor mit und ohne Nebel.

Doch wie eingangs schon gesagt: Nebelbilder macht man am besten mit echtem Nebel!