Beinahe hätte ich selbst es übersehen … Wenn ihr mal ganz vorsichtig da oben auf den Menüpunkt „Über …“ klickt, dann werdet ihr unschwer feststellen, dass „Quergedacht!“ in diesem Monat sein zwanzigjähriges Jubiläum feiert, denn im Januar 2001 habe ich mit „Quergedacht! v1.0“ angefangen zu Bloggen. Zwanzig Jahre Bloggen … – zunächst war das für mich nur eine reine Werbeplattform für meine Bücher. Welche Bücher? Sucht mal im Buchhandel oder bei Beam nach „Freuwört“ und da werdet ihr dann schon fündig. Doch das wurde ausgeweitet, wurde zu einer Plattform, auf der ich meine Meinung kundtun konnte. Noch später mischten sich immer mehr praktische Alltags- und IT-Tipps, Life Hacks, Rezepte, Tutorials usw. darunter.

Das kam an. Das führte aber auch zu Neid. Es gab Zeiten, da kämpfte ich mit Anwälten, welche versuchten, massive Zensur auszuüben. Eine vergleichsweise kleine „Volkspartei“ tat sich dabei übrigens ganz besonders negativ hervor. Es gab Zeiten, da wurde mein Blog wegen zu großen Traffics gesperrt. Es gab Zeiten, da hatte ich mit meiner so genannten „freien Meinunsäußerung“ irgendwelchen Spezialdemokraten wohl dermaßen auf die Füße getreten, dass das Blog gehackt wurde und dass ich zuhause Drohanrufe erhielt, einher gehend mit einer Verleumdungskampagne in den sozialen Medien. Es gab Zeiten, da wurde ich zeitgleich als Nazi oder als rote Socke beschimpft – je nachdem, welche Ecke sich gerade zum Beschimpfen berufen fühlte.

Es gab Zeiten, da spionierte mir das Jobcenter hinterher (zum Surfen im I-Net hatten die Zeit, für die Vermittlung in Arbeit dagegen nicht). Es gab Zeiten, da wurde mein Blog gesperrt, weil es nicht konform war, etwas zu hinterfragen. Diese Vorkommnisse haben mir vor Augen geführt, wie wahr der Satz „Eine Zensur findet nicht statt – deswegen ist es auch verboten zu sagen, dass eine Zensur doch stattfindet“ ist. Man könnte das auch so zusammenfassen: Es gilt immer das Recht des Stärkeren! Das jedenfalls ist meine Erfahrung aus zwei Jahrzehnten. Warum habe ich bei derartigem Gegenwind nicht aufgehört zu Bloggen? Weil ich Rückendeckung durch die Leserschaft erfuhr. Weil ich immer wieder ermuntert worden bin, doch bitte weiter zu machen. Und weil eben genau diese Art von Rückmeldungen in der Überzahl gewesen sind.

Ich war 42 Jahre alt, als ich mein erstes Blog ins Leben rief. Heute bin ich 62. Binnen dieser zwanzig Jahre habe ich über den breiten Daumen geschätzt rund 5.000 Beiträge veröffentlicht – die genaue Anzahl kenne ich selbst nicht einmal. Nochmal zwanzig Jahre lang werde ich das wohl nicht mehr machen, aber sicherlich doch noch einige Zeit. Bloggen ist ein beständiges auf und ab, je nachdem, wohin der meinungmachende Mainstream geht. Ein Mainstream, dem ich tunlichst immer aus dem Wege gegangen bin. Aktuell erhalte ich deswegen hin und wieder E-Mails, in denen man sich über den Titel meines Blogs mokiert und „Quergedacht!“ mit der zumindest in einigen Teilen doch sehr merkwürdigen Coronaleugner-Querdenken-Bewegung in Verbindung bringt. Deswegen bin ich auch schon mehrfach darum gebeten worden, doch bitte den Titel meines Blogs anzupassen, damit kein falscher Eindruck entsteht.

Ähem … – NEIN!!! „Quergedacht!“ war seit jeher „Quergedacht!“ und wird auch immer „Quergedacht!“ bleiben. Wer daraus Verbindungen zu „Querdenken“ ableitet ist gut beraten, sich einmal in der Kunst des Lesens und des Nachdenkens zu üben! Nichtsdestotrotz – ich leugne Corona NICHT – stehe ich so mancher sinnfreien Maßnahme, angeordnet von der machtgeilen „Gilde der Ratlosen“ im fernen Berlin, doch äußerst kritisch gegenüber und sage das dann auch. In irgendeiner Ecke lasse ich mich deswegen allerdings wirklich nicht verorten. Und auch vor keinen Karren spannen! Und mit dem Influencer-Wahn habe ich auch nichts am Hut …

Ich habe mit „Quergedacht!“ nie auf die große Masse an Zugriffen gezielt. Ein zwar kleiner, aber nachdenklicher Leserstamm ist mir wesentlich lieber als eine große Masse von Trollen. Derzeit betreibe ich „Quergedacht! v4.0“ und die täglichen Zugriffszahlen bewegen sich im Bereich von 60-70. Es waren schonmal deutlich mehr. Es waren in Spitzenzeiten bei „Quergedacht! v2.0“ und „Quergedacht! v3.0“ bis zu 20.000 Zugriffe täglich. Doch das will ich gar nicht. Das verursacht nur Probleme. Denn wenn man (Erfahrungswert!) die 500 Zugriffe täglich überschreitet, dann wird man für Hacker, Kriminelle, Trolle u. ä. Leute interessant. Dann ist man mehr damit beschäftigt, das Blog technisch wieder in Ordnung zu bringen und die Scherben zusammen zu kehren als es mit qualitativ hochwertigen Inhalten zu füllen. Letzteres ist mir aber wichtiger und deswegen gilt: Immer schön unter dem Radar bleiben!

So, das war jetzt mein Beitrag in eigener Sache zu einem kleinen Jubiläum. Falls jemand etwas dazu anmerken möchte: Es gibt den Kommentarbereich. Ich bin auf etwaige Rückmeldungen sehr gespannt!