Tiefkühltruhen sind eine hochinteressante Erfindung, die nur allzu oft nach dem „Last-In-First-Out“-Prinzip funktionieren. Irgendwann geschieht es dann, dass irgendwas nach unten rutscht und nicht mehr gesehen wird. Das bleibt dann länger drin und erblickt erst sehr viel später im Zuge von Tiefkühltruhen-Archäologie wieder das Licht des Tages. Meine bessere Hälfte hat kürzlich tiefkühltruhenarchäologische Ausgrabungen vorgenommen und ist dabei auf einen recht ansehnlichen Kasslerbraten gestoßen (der im Übrigen sehr gut geschmeckt hat). Von besagtem Braten blieben noch einige Reste übrig. Was macht man damit? Ich habe es mit einem frei improvisierten Reste-Nudelauflauf versucht, denn das auf der Gratin-Verpackung angegebene Rezept konnte ich aufgrund der offensichtlichen Druckfehler nicht nehmen. Da standen bspw. nur 50g Käse drauf und es war sonnenklar, dass die ’ne Null vergessen hatten 🙂 . Daher die Improvisation. Da der Resteauflauf auch sehr gut geschmeckt hat will ich das Rezept hier mal veröffentlichen.

Menge: 4-5 Portionen
Zeitbedarf: 1 Stunde

Zutaten:
800ml Wasser
200ml (Schlag-) Sahne
1 gehäufter TL Gewürze nach Geschmack
2 Packungen Nudel-Schinken-Gratin
250-300g Nudeln
ca. 350g Bratenreste (z. B. Kassler, Schweinebraten o. ä.)
180g geriebener Käse (1 Packg., ersatzweise zerkleinerte Käsescheiben)
170g Pilze (Abtropfgewicht, z. B. 1 Glas Champignons)
3-4 Tomaten
Margarine
ggf. 3-4 zerkleinerte Chili-Schoten

Zubereitung:
Wasser, Sahne und Gewürze in einem Kochtopf mischen. Unter Rühren (Schneebesen) das Nudel-Schinken-Gratin-Pulver zugeben, anschließend eine Minute unter ständigem Rühren aufkochen (vorsicht, kocht schnell über!). Eine große Auflaufform mit der Margarine einfetten und die (abgewogenen) Nudeln hinein geben. Danach die Bratenreste zerkleinert über den Nudeln verteilen. Die Pilze abgießen und darüber schichten. Nun den Käse gleichmäßig darüber verteilen. Die Tomaten in Scheiben schneiden und auf den Käse legen. Zuletzt das zuvor vorbereitete Gratin gleichmäßig darüber schütten. Bis hierher hat alles eine halbe Stunde gedauert. Bis an diesen Punkt kann man auch alles vorbereiten und dann erst einmal stehen lassen. Zuletzt den Auflauf für eine halbe Stunde in den auf 170-180°C vorgeheizten Backofen (Umluft) geben. Hinweis: Das Gericht ist ausgesprochen variabel. Anstelle der Bratenreste kann man auch Mett oder beinahe beliebige Wurstreste nehmen und anstelle der Pilze schmeckt es mit Erbsen und Möhren auch sehr gut. Wer es etwas würziger bevorzugt, der packt nach den Pilzen noch ein paar zerkleinerte Chili-Schoten mit rein (darf gerne auch Tiefkühlware sein).