„In der Medizin weiß jeder Orthopäde, dass er kein Gynäkologe ist. In unserer Regierung darf jeder alles spielen und genauso sehen die Ergebnisse aus.“
(Fundsache bei Facebook)

Ja, ich weiß: Ich hatte mich schonmal zum Pandemie-Handling geäußert. Das war am 18.11.2020. Seither hat sich aber einiges verändert – bestimmte Sachen allerdings auch nicht – und deswegen gibt’s jetzt dieses Update. Denn was haben wir inzwischen? Wir haben Corona-Mutationen. Da es sich bei CoViD-19 um RNA-Viren handelt waren die von vornherein absehbar. Jedenfalls für jeden, der auch nur grundlegende Kenntnisse von Biologie und Virologie (Schulkenntnisse!) mitbringt. Also NICHT für unsere Regierung, die davon total überrascht worden ist. Allerdings hat die umgehend gehandelt und nach einem Jahr an vollkommen unnützen Stoff-Fetzen vor der Visage trägt man jetzt FFP2-Masken. Zugegeben, es hat etwas länger gedauert, bis die das mit deren Notwendigkeit gerafft haben, aber Inklusion funktioniert nun einmal nicht von heute auf morgen!

Dann haben wir jetzt auch Impfstoffe, die allem Anschein nach funktionieren. Sie schützen NICHT vor der Infektion, bewirken aber einen milden Verlauf und schützen nach heutigem Kenntnisstand andere vor der Ansteckung durch Geimpfte. Dabei wird zwischen mRNA-Impfstoffen (z. B. von BionTech und Moderna) und genmanipulierten Vektorviren-Impfstoffen (z. B. Astra Zeneca oder Sputnik-V oder SinoVac) differenziert. Letztere funktionieren nach dem gleichen Schema wie bei der Grippe-Impfung und bedürfen zur Aufbewahrung der Kühlschrank-Temperatur. Derartige Impfstoffe könnte man somit auch problemlos von Hausärzten in Arztpraxen verimpfen lassen. Wenn man differenzieren würde. Anders bei den mRNA-Impfstoffen: Die bedürfen einer ununterbrochenen Kühlkette von -70°C. Das kann keine Arztpraxis leisten. Deswegen ist man auf die geniale Idee mit den Impfzentren verfallen. Warum man jedoch den Vektorviren-Impfstoff auch dort – und zwar NUR dort – verimpft, erschließt sich mir nicht wirklich.

Vermutlich liegt es daran, dass bei fachlich unbeleckten Politclowns Kühlung gleich Kühlung ist – ganz egal ob +7°C bei der Vektorvirusimpfung oder -70°C bei der mRNA-Impfung. Nur so ist es nämlich erklärbar, wenn mRNA-Impfstoff im Bierkühler oder durch unterbrochene Kühlketten im ganz großen Stil unbrauchbar gemacht wird. Aber egal und auch wenn der Impfstoff knapp ist: Shit happens! Jedenfalls wird jetzt auf „Deubl komm‘ raus“ geimpft. Vermutlich, weil man im Vergleich zu anderen Ländern mit weniger Verwaltungswahnsinn und mehr Sinn für die Praxis doch „geringfügig“ ins Hintertreffen geraten ist.

Außerdem ist man in Deutschland ja auch EU-Mitglied. Da kann man nicht einfach bei den Russen zusätzlichen Impfstoff ordern, der – obgleich wirklich gut und für Arztpraxen geeignet – hierzulande gar nicht zugelassen ist. Merkwürdig daran finde ich nur, dass bspw. Ungarn – gleichfalls EU-Mitglied – derartigen Impfstoff bereits seit geraumer Zeit per Notzulassung erfolgreich einsetzt. Ist die fehlende Zulassung hierzulande vielleicht doch nur eine fadenscheinige Ausrede für das politisch aktuell angesagte bzw. seitens der USA verordnete Russen-Bashing? Denn immerhin hat der Jens Spacken (oder wie der heißt) ja knapp eine halbe Milliarde Euro für ein nicht zugelassenes Medikament aus den USA ausgegeben. Klar, das ist nur für leichte Coronafälle geeignet und hat bei schweren Verläufen oftmals den Tod zur Folge. Deswegen vergammelt das Zeug jetzt ja auch in den Kliniken, in denen die schweren Fälle behandelt werden und jeder Arzt, der es einsetzt, würde sich strafbar machen. Doch wie schon gesagt: Shit happens! Außerdem handelt es sich dabei ja „nur“ um das Geld des Steuerzahlers …

Und wer wird eigentlich geimpft? Erstmal die am stärksten gefährdete Gruppe, nämlich die alten und weitgehend hilflosen Mitmenschen. Das ist zwar human und ineffektiv, aber nicht logisch. Alte, hilflose Menschen gehen, ganz egal ob geimpft oder nicht geimpft, ohne Pflegekräfte vor die Hunde. Wäre es unter diesem Gesichtspunkt nicht sinnvoll, die Pflegekräfte zuerst zu impfen? Doch derartige Überlegungen darf man von kompetenzallergenen „Volksvertretern“ wohl eher nicht erwarten. Da passt es schon viel eher ins Bild, dass eine ganze Gruppe von Pflegekräften – nämlich die ambulant tätigen Pflegekräfte – bei den Impfungen schlicht „vergessen“ worden ist. Ach ja, die leidigen Pflegekräfte – die sind auch niemals zufrieden! Zuerst wurde Beifall geklatscht und das reichte denen nicht. Dann lobte man eine Corona-Prämie von immerhin 500€ aus, doch leider, leider kam die bei den vor Ort tätigen Krankenschwestern überwiegend gar nicht an und diejenigen, die etwas erhalten haben, mussten sich mit einem Bruchteil davon zufrieden geben. Ist das noch Verarschung oder schon Verhöhnung?!?

Mindestens genauso unzufrieden wie die Pflegekräfte ist der vom Lockdown gebeutelte Einzelhandel, sind die Kinos, die Konzertveranstalter usw. Die kriegen doch Wirtschaftshilfen! Die für November 2020 versprochenen Hilfen beginnt man jetzt, Ende Februar 2021 auszuzahlen! Na ja, zumindest noch an die Betriebe, die es bis jetzt geschafft haben, irgendwie zu überleben … Wobei die Regierung selbstverständlich immer den Ratschlägen der Berater gefolgt ist. Nun könnte man natürlich fragen, ob es sich dabei nicht vielleicht um die falschen Berater gehandelt haben könnte, doch derartige Fragen gehören sich selbstverständlich nicht! Teuer sind besagte Berater allemal und wenn man schon irre viel Geld für die ausgibt, dann versteht es sich doch von selbst, deren Rat blind zu folgen. In den ersten drei Quartalen 2020 hat das Gesundheitsministerium rund 30 Millionen Euro für Berater hingeblättert. Hochgerechnet auf’s Jahr dürften es dann wohl 40 Millionen gewesen sein. Wenn ich mir überlege, wie teuer dann wohl erst guter Rat gewesen wäre … Ich meine, da sitzen Leute in der Regierung, die einen Job machen müssen. Die lassen sich gegen gutes Entgelt sagen, wie sie ihren Job machen müssen. Was sie daraufhin abliefern ist weder eine Glanzleistung noch in irgendeiner Form akzeptabel …

Denn was liefern sie eigenlich ab? Lockdowns in Serie. Was anderes fällt denen nicht ein. Da geht der „Lockdown light“ nahtlos in den „Lockdown hard“ über, nur um – je nach Inzidenzwert – wieder regional vom „Lockdown light“ abgelöst zu werden. Bleiben wir einen Moment beim Inzidenzwert: Ist der wirklich ein geeignetes Maß, anhand dessen Grundrechte eingeschränkt werden dürfen? Ich glaube nicht … – jedenfalls ist das auf gar keinen Fall die endgültige Lösung! Der Inzidenzwert gibt an, wieviele Neuinfektionen es binnen der vergangenen sieben Tage pro hunderttausend Einwohner gegeben hat. Die Anzahl der Neuinfektionen muss durch Tests bestätigt werden. Das bedeutet bei laufender Pandemie: Je mehr man testet, desto höher auch der Inzidenzwert. Und umgekehrt: Je weniger man testet, desto niedriger. Der Inzidenzwert ist somit lediglich eine relative Maßzahl und relative Maßzahlen als Grenzwerte zu betrachten ist hahnebüchen! Wasser gefriert ja schließlich auch nicht mal bei +20°C, mal bei 0°C und mal bei -20°C, je nachdem, wie es der Politik gerade in den Kram passt.

Nehmen wir mal an, in einer CoViD-Hochburg mit einem Inzidenzwert von über 100 mit einem „Lockdown hard“ hat man es durch Hygienemaßnahmen geschafft, besagten Wert auf 50 oder 35 zu drücken. Bei 50 gab es den „Lockdown light“ und bei 35 hob man die Beschränkungen auf. Jetzt kommt die bereits o. e. ungeimpfte, ambulante Pflegekraft. Sie hat täglich 20 Kontakte mit Pflegefällen. Am Wochenende hat sie sich unwissentlich wo auch immer infiziert. Sie verteilt ihre Infektion 5 Tage lang, bevor sich bei ihr selbst Symptome einstellen. Nach einer Arbeitswoche hat sie 100 Leute angesteckt (die dann iherseits auch wieder andere) und somit ein Superspreading-Event ausgelöst. Der erneute „Lockdown hard“ wäre die unausweichliche Folge und so geht ein Lockdown in den nächsten über: Dabei bleibt nicht nur die Wirtschaft, sondern vielmehr unsere gesamte Gesellschaft auf der Strecke! Wäre es unter diesem Gesichtspunkt nicht sinnvoller, die Impfpraxis anders – effektiver, vgl. oben! – zu organisieren und die Durchimpfungsrate als unabhängige Maßzahl zu verwenden? Israel macht vor wie das geht. Denn andernfalls wird auf lange Sicht wirklich eine Coronadiktatur installiert. Ja, ich weiß – dieses Wort dürfen nur unbelehrbare Coronaleugner benutzen und jemand mit einer anderen Meinung ist heute nicht einfach nur jemand mit einer anderen Meinung, sondern gleich ein Nazi oder ein Linker oder ein Verschwörungstheortiker oder-oder-oder. Dunning-Kruger lässt grüßen!

Für viel Zündstoff im Rahmen der Pandemie sorgt auch der Schulunterricht aufgrund der Infektionsgefahr beim Präsenzunterricht. Über die Digitalisierung der Schulen rede ich lieber erst gar nicht. Ich meine, eine Orgie der Versäumnisse ist das nicht. Aber dicht dran. Was wäre, wenn man die potentiellen Viren in der Raumluft zuverlässig abtöten könnte? Mit billigen, portablen Gerätschaften? Science Fiction? Nein! Kann man schon lange. Das KIT hat so ein Verfahren bereits vor vier Monaten vorgestellt. Die MPG hat ein ähnliches, jedoch stationäres Verfahren auch vor vier Monaten veröffentlicht. Was hat denn nun eigentlich unsere Regierung daran gehindert, eine öffentliche Ausschreibung vorzunehmen, mit der die Bereitstellung derartiger Anlagen beauftragt werden kann? Ich frag‘ ja nur … Derartige Geräte könnte man auch in Friseursalons, Kosmetikstudios, Einzelhandelsgeschäften, Restaurants usw. einsetzen. Könnte … – wenn man nur wollte! Ganz im Gegensatz dazu bringt ein nahezu permanenter Lockdown den Regierenden selbstverständlich mehr Machtbefugnis. Ich mein‘ ja nur!

In diesem Monat hat Frau Merkel Fehler der Regierung im Umgang mit der Pandemie eingestanden. Ich für meinen Teil kann ihr dabei NICHT zustimmen. Denn die Regierung hat meiner Meinung nach keine Fehler bei Corona gemacht. Sie IST vielmehr der Fehler! Denn was hindert sie daran, mal auf vor Ort tätige Menschen zu hören? Was hindert sie daran, die Impfungen logisch und effektiv zu organisieren? Was hat sie daran gehindert, schon frühzeitig geeignete Hygienekonzepte (Stichwort Masken) zu befürworten? Was hindert sie daran, durch tagtägliche Erfahrung kompetente Mediziner als Berater zu engagieren? Fragen über Fragen und es gäbe noch sehr viel mehr davon. Aber Fragen, wie oben schon gesagt, gehören sich für den Schnarchsack „Deutscher Michel“ selbstverständlich nicht: „Führer geh‘ voran, wir folgen!“ scheint immer noch als Maxime in vielen Politikerköpfen zu existieren. Aber vielleicht ist der Deutsche als Masse auch einfach nur zu blöd für die Demokratie?