„Kauf‘ dir mal ’ne anständige Kamera und dann brauchst du auch keine Bilder zu bearbeiten!“ Diesen saublöden Spruch eines großspurigen, aber fotografisch ziemlich unbeleckten Bekannten werde ich nie vergessen. Besagter Bekannter zeigt nämlich jedem, der es nicht wissen will, seine sündhaft teure Ausrüstung, die allerdings immer nur im Vollautomatik-Modus benutzt wird, weil alles andere viel zu kompliziert ist. Entsprechend sehen die Aufnahmen dann hinterher auch aus und wehe dem, der es wagt, da Kritik anzubringen. So wie es mir passiert ist, als ich zu einem seiner Vollmond-Bilder – das im übrigen wie ein verschwommenes weißes Loch mit Farbrauschen-Background aussah (klarer Fall von verwackelter Überbelichtung) – bemerkte, dass man das auch etwas anders machen könnte.

Vollmond ist das Stichwort. Vergangene Nacht war es mal wieder soweit, denn da schien der Februar-Vollmond, auch „Snow Moon“, „Hunger Moon“ oder „Storm Moon“ genannt. Die größte Schwierigkeit bei der Vollmond-Fotografie ist allerdings weder die Fotografie selbst noch deren Bearbeitung (die unerlässlich ist). Nein – die größte Schwierigkeit ist vielmehr das Wetter an sich. Denn eigentlich immer dann, wenn am Himmel was Interessantes zu sehen ist, wird das von Wolken verdeckt: Scheint so eine Art von Naturgesetz zu sein! Dann braucht man Glück. Beim Vollmond hat man das öfter, denn den gibt’s als astronomisches Ereignis ja auch häufiger. Letzte Nacht war das auch so eine Sache: In den ganz frühen Morgenstunden Wolken. Etwas später dichter Nebel. Dann eine Stunde klarer Himmel mit der Möglichkeit zur Fotografie und morgens beim Aufstehen wieder dichte Milchsuppe. Die erwähnte Stunde habe ich ausgenutzt. Hier sind mal sieben Aufnahmen von der Mondserie. Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!