Was wären Webseiten ohne Bilder und Videos? Wie hoch der Videoanteil an einer Seite ist weiß ich nicht; das kommt wohl auch immer auf die betreffende Seite an. Für Bilder gilt aber die Faustregel, dass sie rund 64% des „Gesamtgewichts“ einer Webseite ausmachen. Selbstverständlich liegt es immer im Interesse der Betreiber von Rechenzentren, an Bandbreite einzusparen. Das funktioniert am einfachsten, indem man kleinere Dateien ausliefert. Google hatte sich vor Jahren dieses Problems angenommen und entwickelte ein Kompressions-Videoformat auf der Grunmdlage des Videocodecs VP8. Dieses Format dürfte bekannt sein: Die betreffenden Videos weisen die Dateiendung .WebM auf. Zusätzlich erkannte man, dass sich besagtes Kompressionsverfahren auch sehr gut für die Bildformate .JPG und .PNG eignet. Seither weisen immer mehr Bilder im Web die Dateiendung .WebP auf.

Bereits im Jahr 2016 stellte Google daher das Bildformat WebP als Alternative zu JPG und PNG vor. Hinsichtlich der zu übertragenden Bandbreite rechnet sich das sogar, denn ein WebP-Bild spart gegenüber einem JPG-Bild rund 30% ein. Will man ein Bild ins Web hochladen und muss mit dem zur Verfügung stehenden Speicherplatz haushalten, dann empfiehlt sich folglich die Konvertierung von JPG oder PNG zu WebP. Lädt man aber umgekehrt ein WebP-Bild runter, dann lässt sich damit nicht mehr viel anfangen, weil kaum eine Bildbearbeitung das Webformat „versteht“. Man muss also konvertieren. Dazu eignet sich das kleine, portable Freeware-Tool „WebPconv„. Es läuft unter Windows ab Win7 aufwärts und greift auf ein vorinstalliertes .NET-Framework ab 3.5 zu: Es läuft daher NICHT unter Linux. Mit WebPconv ist das Konvertieren von JPG und PNG zu WebP ebenso möglich wie das Dekodieren von WebP zu JPG oder PNG.

Das Tool kommt als knapp 3MB winziges ZIP-Archiv. Nach dem Entpacken werden 4MB an Plattenspeicher belegt. Der Start erfolgt mit WebPconv.exe und das Programm präsentiert sich englischsprachig mit einer sehr aufgeräumten Benutzeroberfläche.

Der erste Blick gilt dem Vier-Striche-Symbol rechts oben, denn das führt zu den Einstellungen. Hier kann man festlegen, ob beim Dekodieren ein Bild als JPG oder als PNG ausgegeben werden soll bzw. mit welchen Einstellungen ein WebP-Bild erzeugt wird. Hier erfährt man auch den Ablageort der Ausgabe, nämlich einen Ordner WebP_encoded (für die Konvertierung nach WebP) bzw. WebP_decoded (für die Konvertierung nach JPG oder PNG) auf dem Desktop. Dieser Ablageort ist NICHT veränderbar. Aber wie heißt es doch so schön: „Einem geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul!“ Mit „Exit“ werden die Einstellungen verlassen.

Wenden wir uns nun der Benutzoberfläche zu, deren Benutzung sich quasi von selbst erschließt. Beim Konvertieren nach WebP (Encode) weist sie einen hellgrauen und beim Konvertieren nach JPG oder PNG (Decode) einen schwarzen Hintergrund auf, so dass schonmal rein optisch unverwechselbar signalisiert wird, in welchem Modus man gerade arbeitet. Die beiden Reiter Encode und Decode dienen zur Wahl der jeweiligen Konvertierungsrichtung. Dann sind da noch links oben drei Symbole. Mit dem Plus-Symbol werden die zu konvertierenden Bilder geladen – man kann übrigens gleich eine ganze Reihe von Bildern auf einen Rutsch konvertieren (Stichwort Batch-Funktionalität).

Das Konvertieren erfolgt durch Anklicken des mittleren Symbols, nämlich des Play-Symbols. Wenn es beendet ist, wird oben „Completed“ angezeigt. Bleibt noch zuletzt das Kreissymbol zu erwähnen: Mit dem wird die Liste der zu konvertierenden Bilder wieder geleert.

 

Das Dekodieren erfolgt in gleicher Weise, nur eben mit vorherigem Klick auf den Reiter „Decode“.

Fazit: WebPconv ist ein zuverlässiges, kleines Tool zum Hin- und Herkonvertieren zwischen JPG respektive PNG und WebP. Schöner wäre es natürlich, wenn die Software auch unter Linux laufen würde und wenn man den Ausgabepfad frei wählen könnte. Aber man kann nicht alles haben und für geschenkt …