„Die Zahl der Fehler in einem Betriebssystem ist größer als unendlich.“
(Murphys Computergesetze)

Ich hatte einen Hilferuf von einer meiner Töchter. Das Internet geht nich‘ – watt nu‘?!? Fehlerquellen können sein:
– Das angeschlossene Gerät (hat irgendwie das WLAN vergessen).
– Der Router (hat sich aufgehängt oder irgendwie sonst die Ohren angelegt).
– Eine Störung von außen (DSL-Störung, Baggerführer Hannes Kabeltod o. ä.).
Wie kreist man die Störung nun ein? Mach‘ dich mal auf ein paar Stunden an Arbeit gefasst …

Variante 1:
Am Router leuchtet bzw. blinkt irgendeine rote Lampe. WLAN ist aber da, erkennbar am WLAN-Zeichen der angeschlossenen Geräte. Das bedeutet, dass der Router nicht auf’s I-Net zugreifen kann, weil er keine DSL-Verbindung bekommt. Es bedeutet aber NICHT, dass keine DSL-Verbindung besteht! Hier kommen zwei Fehlerursachen in Betracht: Einerseits kann es sein, dass der Router irgendeine Form von Defekt aufweist (beim Firmware-Update verschluckt, hat sich aufgehängt o. ä.). Andererseits kann es sein, das eine von außen kommende Störung vorliegt (Wasser im Verteiler, gekapptes Kabel usw.). Zuerst mal checkt man den Router, indem man den stromlos macht, zehn Sekunden abwartet und dann wieder anschließt. Es dauert bis er vollständig gebootet ist. Danach geht’s oder geht nicht. Ist die rote Lampe immer noch da oder blinkt das Teil beim Versuch des I-Net-Zugriffs, dann kommt die Störung mit größter Wahrscheinlichkeit von außen. Mittels Handy oder Tablet kann man nun über das Mobilnetz (NICHT über das WLAN) versuchen heraus zu bekommen, ob eine Störung vorliegt. Darüber informiert nämlich DSLregional. Bitte beachten, dass es dazu erforderlich sein kann, beim zugreifenden Gerät zuerst das WLAN auszuschalten! Ist dort eine großflächige Störung verzeichnet, dann bleibt nur abwarten und hoffen. Ist die Störung irgendwann nicht mehr verzeichnet und der Router läuft immer noch nicht, dann den nochmal neu booten. Haut es danach immer noch nicht hin, dann den Störungsdienst des Netzanbieters anrufen – also bspw. 08003301000 (Kundenservice Festnetz der Telekom) – sich durch den voll ätzenden Sprachcomputer hangeln und die Leitung durchmessen lassen. Wichtig: Darum bitten, dass ggf. die Ports zurückgesetzt werden! Zumindest erfährt man dann, ob die Störung intern oder extern ist. Bei extern heißt es wieder abwarten – nämlich so lange, bis der Techniker erfolgreich war. Bei intern s. Varianten 2-5.

Variante 2:
Der Router blinkt munter vor sich hin, ggf. leuchtet auch irgendwo ein rotes Lämpchen. WLAN ist aber da und die Routeroberfläche kann vom Browser aus ganz normal aufgerufen werden. Das tun und im Router die Zugangsdaten des Netzanbieters überprüfen. Es kann nämlich durchaus sein – hatte ich schonmal – dass die im Zuge eines automatischen Updates verloren gegangen sind. Sicher, das ist ein sehr seltener Fall, doch er kann vorkommen! Dann die Zugangsdaten neu eintippern („Hach, das waren die allerersten Vertragsunterlagen – wo liegen die doch gleich?“) und es läuft i. d. R. wieder.

Variante 3:
Der Router verhält sich ganz normal – d. h. kein panisches Blinken, keine roten Lampen. Du hast mehrere Geräte im WLAN (Computer, Smartphone etc.). Eins davon – NUR EINS! – zeigt keine WLAN-Verbindung an, die anderen schon. Dann liegt der Fehler eindeutig bei diesem einen Gerät. Fehlerursachen können sein: Im Rahmen eines Updates oder einer Software-Installation ist die WLAN-Verbindung gekappt worden. BTW: Eine sicherere Möglichkeit des Schutzes vor IT-Einbrüchen von außen gibt es nicht – muss man ja auch mal positiv sehen, nicht wahr? Oder aber der Netzwerktreiber will nicht mehr. In diesem Fall das betreffende Gerät runterfahren, stromlos machen, zehn Sekunden warten und neu starten. Kein Erfolg? Dann die Verbindung des betreffenden Gerätes zum WLAN abschalten und neu aufbauen. Geht’s danach immer noch nicht, dann – sofern vorhanden – die Netzwerkdiagnose starten. Gerade unter Windows reicht es oftmals völlig aus, wenn die Netzwerkdiagnose den WLAN-Treiber des jeweiligen PCs zurücksetzt. Wenn auch das schiefgeht, dann bestehen größte Chancen für einen echten Hardwarefehler: Ein Fall für die Computer-Werkstatt.

Variante 4:
Der Router verhält sich scheinbar ganz normal – d. h. kein panisches Blinken und keine roten Lampen. Wie gesagt: Scheinbar! Aber ausnahmslos ALLE angeschlossenen Geräte haben kein WLAN. D. h. dass der Router spinnt. Die erste Maßnahme ist wieder der Reset des Routers u. d. h. stromlos machen, zehn Sekunden warten, neu booten. Wenn das WLAN anschließend wieder da ist sollte man – muss man aber nicht – eine Routersicherung durchführen. Das dient zur Sicherheit für den Fall, dass der Fehler erneut auftritt. Tritt er erneut auf oder ist das WLAN nicht da, dann braucht man einen Laptop und ein LAN-Kabel. Beides an den Router anschließen und die Routeroberfläche aufrufen. Routereinstellungen sichern und die Firmware aktualisieren (sofern möglich). Sicherheitshalber einen Werksreset durchführen, sofern der Router das zulässt. Dann die Zugangsdaten des Netzbetreibers eingeben und die vorherige Sicherung (Telefonbuch, Sperrlisten) zurückspielen. Läuft er anschließend aber immer noch nicht, dann ist von einem Hardwarefehler auszugehen (z. B. Spannungspitze, eventuell nach Blitzeinschlag irgendwo i. d. Umgebung): Der Router wird ersetzt. BTW: Im Falle des Blitzschlages (hatte ich auch schon) übernimmt die Hausratversicherung die Beschaffungskosten für das neue Gerät. Normalerweise zieren die sich dabei, aber wenn viele Leute aus dem gleichen Wohngebiet ähnliche Probleme melden, dann werden die Versicherungen ganz schnell ganz klein mit Hut und reagieren unbürokratisch.

Variante 5:
Alles läuft. Plötzlich ist das I-Net weg. Mal mit roter Lampe, mal mit grünem Geblinke. Routerneustart und alles funktioniert wieder. Doch der Fehler wiederholt sich, und zwar wieder und wieder und wieder: Das nervt!!! Hier kommen zwei Ursachen infrage. Einerseits kann bspw. Wasser (auch Schwitzwasser) im Hausanschluss das Problem verursachen. Dagegen hilft das Durchmessen seitens des Netzanbieters mit u. U. erforderlichem Technikereinsatz. Oder aber die können keinen Fehler finden. Dann ist es durchaus wahrscheinlich, dass irgendwelche Bits oder Bytes im Router „umgekippt“ sind. Dagegen hilft meistens auch der Werksreset (s. oben). Bei meiner ganz alten FRITZ!Box 7141 waren mal sich verabschiedende Bauteile der Grund – in dem Falle muss natürlich ein neuer Router her.

Abschließend lässt sich sagen, dass ich im Laufe vieler Jahre zu der schmerzlichen (weil teuren) Erkenntnis gelangt bin, dass es durchaus sinnvoll ist, irgendwo noch einen Ersatzrouter rumliegen zu haben, um im Fall der Fälle einen Austausch vornehmen zu können und dass alle Zugangsdaten schnell bzw. gut auffindbar sein sollten … Mal ganz abgesehen davon treten derartige Störungen getreu dem einzig wahren Naturgesetz – nämlich Murphys Gesetz – selbstverständlich immer bevorzugt am Wochenende auf! 😦