„Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar – das tut uns leid“ oder „Dieser Inhalt ist in deinem Land nicht verfügbar“: Manchmal stolpert man über derartige Webseiten und fragt sich, warum Inhalte in anderen Ländern und nicht in Deutschland zur Verfügung stehen. Zensur? Vielleicht, aber eher wohl weniger. Eher steht der schnöde Mammon dem entgegen, Stichwort Copyrights, Lizenzgebühren und so. Da werden dann eben die Übertragungen an IP-Adressen aus einem bestimmten Land gesperrt. Geoblocking nennt sich das. Wobei: Es ist schon ziemlich bemerkenswert, dass Deutschland als „Demokratie mit Meinungsfreiheit und ohne Zensur“ im internationalen Ranking gesperrter Seiten oftmals noch vor Nordkorea zu finden ist. Man könnte also derartige Seiten aufrufen, wenn man nicht in Deutschland wäre. Bzw. wenn man eine IP aus einem anderen Land hätte. Dazu gibt’s drei Möglichkeiten. Manchmal hilft der Umweg über Tor respektive Darknet etc. – warum also nicht mal Brave als Browser verwenden? Oder man versucht es über einen renommierten VPN-Anbieter (Merke: Kostenlos ist dubios!). Oder man verwendet das althergebrachte Verfahren, nämlich das völlig legale Zwischenschalten eines Proxy-Servers, der in einem anderen Land steht. Das ist übrigens auch so eine Standardmethode bei Hacking-Angriffen und wenn besagter Server zufällig in Russland stehen sollte, dann machen unsere kompetenzallergenen Massenmedien daraus sofort als sensationsheischende Schlagzeile einen „IT-Angriff der Russen“.

Alle diese Sachen haben aber auch noch einen unbestreitbaren Vorteil: Sie gestatten nämlich das anonyme Surfen (was nicht jedem gefällt; so sind bspw. gewisse Dienste oder Behörden oder eben auch Datenkraken davon nicht wirklich begeistert). Zurück zu den Proxies. Einen Proxy im Browser einzurichten ist natürlich möglich, obgleich auch etwas komplexer. Mit einem einzigen Proxy ist es i. d. R. auch nicht getan. Manchmal benötigt man eine IP aus England, manchmal aus den USA, manchmal aus China usw. Was wäre, wenn man zig Proxies hätte und wenn es sich leicht dazwischen umschalten ließe? Und mit FoxyProxy? Damit kann man nämlich genau das machen! Das Teil gibt’s gratis als Erweiterung für Chrome, FireFox, Safari, MS IE, MS Edge, Opera und Vivaldi. Ob es auch unter Brave läuft vermag ich nicht zu sagen, denn das habe ich nicht ausprobiert – aber da Brave auf der Chrome-Engine basiert ist es durchaus möglich. Und das Teil gibt’s schon länger, nämlich seit über einem Jahrzehnt. Ich hatte das schon früher mal im Einsatz. Wenn es dabei zu Problemen kam, dann lag es nicht an FoxyProxy, sondern am jeweiligen Proxy selbst oder am Browser. Jetzt habe ich die Software nach Jahren sozusagen „wiederentdeckt“ und staune, was mittlerweile alles automatisiert worden ist. Wie man mit FoxyProxy umgeht, will ich mal am Beispiel von FireFox zeigen.

Zunächst mal muss man die Browser-Erweiterung runterladen, im Falle von FireFox also über die Mozilla-AddOns. Bei anderen Browsern hilft das Suchen. Die Installation erfolgt automatisch. Das AddOn klinkt sich in den Browser ein und ist bei FF oben rechts als Fuchskopf-Icon sichtbar. Solange das Icon durchgestrichen ist, ist die Proxy-Umleitung deaktiviert und d. h. dann surft man „ganz normal“ wie gehabt. So in dieser jungfräuichen Form ist FoxyProxy allerdings auch noch nicht verwendbar, denn das AddOn ist quasi „nackt“ – d. h. es fehlt noch an den Einträgen für geeignete Proxy-Server. Wie man die manuell durchführt beschreibt die „Netzwelt„. Eine für FoxyProxy geeignete Proxy-Liste liefert die „Netzwelt“ ebenfalls. Was aber das automatische Übernehmen mittels des Buttons „FoxyProxy“ in dieser Liste betrifft, so muss man sagen: „Es war einmal …“ (denn das funktioniert bei FireFox ab Version 57 nicht mehr) u. d. h. auch hier ist der Proxy manuell einzutippern. Dessen Daten (IP und Port) erhält man, wenn man ihn i. d. Liste anklickt, wobei es naturgemäß sinnvoll ist, sich aus Gründen des Datenschutzes auf Proxies mit den Sicherheitseinstufungen „Mittel“ und „Hoch“ zu beschränken.

Wie gibt man den Proxy jetzt bei FoxyProxy ein? Das ist einfach. Zuerst das o. e. FoxyProxy-Icon anklicken. Daraufhin stehen drei Schaltflächen zur Verfügung. Davon wählt man „Options“. Im sich nun öffnenden Tab werden bereits integrierte Proxies – sofern vorhanden – angezeigt, aber das soll nicht weiter interessieren. Links oben findet sich eine Schaltfläche „+ Add“. Die wird betätigt.

Das Bild wechselt zu „Add Proxy“. Links oben kann man einen beliebigen Namen für den Proxy vergeben. Das ist der Name, unter dem der Proxy später in der Auswahlliste (s. u.) erscheint. Ich habe mich für China 1, China 2, USA 1, USA 2 usw. entschieden, weil das kurz, übersichtlich und leicht zu merken ist. Rechts unter „Proxy IP address or DNS name“ und unter „Port“ sind die Daten einzutragen, die man der o. a. „Netzwelt“-Liste entnommen hat. Mit dem Button „Save & Edit Patterns“ beendet man den Eintrag und kann den Tab schließen.

Im laufenden Betrieb kann man dann verschiedene Proxies auswählen bzw. auch alle Proxies abschalten (d. h. ganz normal mit den Browser-Einstellungen surfen). FoxyProxy bietet zahlreiche Einstellmöglichkeiten. So ist bspw. die farbige Hinterlegung bestimmter Proxies möglich, wenn man vorgeben will, aus einem bestimmten Land zu kommen oder mit eben diesem einen Proxy nur bestimmte URLs aufrufen will bzw. wenn man schlecht und gut erreichbare Proxies auffällig kennzeichnen will. Auch Proxy-Server, bei denen Account und Password vonnöten sind, werden unterstützt. Und sollte mal einer der Proxies gar nicht mehr erreichbar sein – weil es ihn nicht mehr gibt – dann lässt der sich leicht wieder aus der Liste löschen.

Auf eine Sache muss allerdings noch hingewiesen werden: Öffentliche, kostenlose Proxies sind oftmals überlaufen! Das äußert sich in schlechter Erreichbarkeit oder in einem elend lange dauernden Seitenaufbau. Gerade auch deswegen ist es sinnvoll, gleich eine ganze Reihe von Proxies zur Hand zu haben und dann eben durchzuprobieren, welcher gerade aktuell am geeignetsten ist. Das nun lässt sich mit der FoxyProxy-Liste wieder hervorragend bewerkstelligen!