Vorab und um Missverständnissen vorzubeugen: Der „Digitale Impfpass“ bezieht sich AUSSCHLIEßLICH auf Corona – nicht jedoch auf Tetanus, MMR, Grippe usw.! So, und nachdem das jetzt geklärt ist kommen wir zum eigentlichen Thema: Digitaler Impfpass – wie geht das? Ihr braucht dafür
– den gelben Impfausweis (oder alternativ eine entsprechende Bescheinigung, auf der allerdings Impfstoff, Dosierung, Datum etc. vermerkt sein müssen) und
– euer Handy mit wahlweise CovPass-App oder Corona-Warn-App ab Version 2.3.4 (beide vom RKI) sowie zusätzlich
– noch etwas Glück.
Vielleicht wäre noch zu ergänzen, dass der „Digitale Impfpass“ primär dazu dient, euch den Eintritt bei Events, in Restaurants, Parks usw. zu erleichtern. Würde man nämlich den gelben Impfausweis ständig mit sich rumschleppen müssen, dann wäre dem keine lange Lebensdauer beschieden (wie ich heute morgen bei der Platzregen-Dusche erst wieder feststellen musste).

Mit dem gelben Impfausweis geht ihr in eine Apotheke, die am „Digitalen Impfpass“ teilnimmt. Euren Perso solltet ihr, so man euch dort nicht persönlich kennt, auch noch mit dabei haben. Jetzt kommt der Punkt mit etwas Glück. Etwas Glück braucht ihr, damit seitens der Apotheke alles funktioniert. Etwas Glück braucht dann noch die Apotheke, um zum völlig überlaufenen und zeitweise zusammengebrochenen RKI-Server durchzukommen. Mal angenommen, dass die Glücksfee euch hold ist. Dann tippert jemand vom Apothekenpersonal die Daten des Impfausweises in einen Computer ein. Heraus kommt dabei eine DIN-A4-Seite pro Impfung mit allen relevanten Daten und mit einem QR-Code drauf. Dieses Blatt bzw. diese Blätter erhaltet ihr dann. Das ist kostenlos. Mit dem Zettel geht ihr nach Hause, denn für alles Weitere ist das heimische WLAN vonnöten (OK – LTE, 5G oder so ginge zwar prinzipiell auch, kostet aber Datenvolumen).


Der Zettel mit dem QR-Code aus der Apotheke.

Zuhause angekommen startet ihr die erforderliche App. Da ich selbst die Corona-Warn-App verwende beziehen sich alle nun folgenden Angaben auch ausschließlich auf diese App und NICHT auf CovPass. Bei der Corona-Warn-App habt ihr drei Hauptseiten (unten auf dem Bildschirm durch entsprechende Icons gekennzeichnet), nämlich die Startseite (informiert über Risikobegegnungen), CheckIn (falls ihr mal in eine Arztpraxis müsst oder in ein Restaurant wollt, die am CheckIn-Verfahren teilnehmen) sowie das Tagebuch (dient der Kontakteingrenzung). Für den „Digitalen Impfpass“ wird einzig die Startseite benötigt. Auf der etwas nach unten scrollen.


Auf der Startseite: Nach der Sektion mit den Tests kommt der Teil mit dem „Digitalen Impfpass“.

Dort gibt es den Bereich „Impfzertifikat hinzufügen“. In diesem Bereich die Schaltfläche „Hinzufügen“ betätigen. Es erscheint zunächst eine Infoseite mit Erläuterungen.


Die Infoseite mit den Erläuterungen.

Unten auf der Infoseite befindet sich die Schaltfläche „Weiter“ – da drauf tippen. Die App fragt jetzt, ob sie auf Kamera etc. zugreifen darf. Die Zustimmung dazu muss erteilt werden, denn andernfalls geht es nicht weiter. Außerdem wird die Kamera ja zum Scannen benötigt.


Anschließend geht die App in den Scan-Modus.

Anschließend geht die App in den Scan-Modus und der erste QR-Code wird eingescannt. Es ist übrigens völlig gleichgültig, in welcher Reihenfolge man die beiden QR-Codes einscannt. Nach dem Scannen landet man wieder vorne. Jetzt wird die ganze Angelegenheit für den zweiten QR-Code wiederholt. Ach ja, beim Einscannen der QR-Codes kommt es zu einem regen Datenverkehr über das Netz. Ich vermute mal, dass da mit dem RKI-Server kommuniziert wird.


Die neue (geänderte) Startseite.

Es dauert danach einen Moment und dann zeigt sich die Corona-Warn-App mit einer neuen, geänderten Startseite. Auf der ist jetzt nämlich unmittelbar unter dem Feld mit den Risikobegegnungen auf einen Blick der Impfstatus bei „Digitaler Impfnachweis“ ersichtlich. Tippt man da jetzt auf den Rechtspfeil, dann wird ein QR-Code gezeigt, welcher die Impfung(en) bestätigt.


Der eigentliche, digitale Impfnachweis.

Diesen Code kann jetzt der Securitymitarbeiter, Türsteher, Zugbegleiter, Platzanweiser oder wer auch immer daran interessiert ist einscannen um euch grünes Licht zu geben. Unter dem QR-Code (dessen Aufbau etwas dauern kann) erscheinen dann noch die Felder „Impfung 1 von 2“ usw.


Die Felder mit den einzelnen Impfungen.

Tippt man auf so ein Feld, dann erscheinen alle Impfdetails.


Die Impfdetails.

Nun handelt es sich bei Corona ja bekanntlich um ein mutationsfreudiges RNA-Virus u. d. h. dass dagegen durchaus noch weitere Impfungen vonnöten sein können – man kennt das ja von der Grippe her. Dem trägt der „Digitale Impfpass“ Rechnung, indem noch zusätzlich etwaig erforderlich werdende Folgeimpfungen eingepflegt werden können. So ganz zu Ende gedacht ist die Geschichte allerdings nicht: Der „Digitale Impfpass“ ist eine einmalige Angelegenheit und immer nur an dieses eine, einzige Smartphone gebunden. Gibt das den Geist auf, beschafft man sich ein neues Gerät o. ä., dann hat sich die Sache mit dem „Digitalen Impfpass“ erledigt – dann gibt’s den nämlich nicht mehr, auch nicht ersatzweise.