Es ist eine Krux mit Bildern von Veranstaltungen – Veranstaltungen mit vielen Leuten. Denn eine Veranstaltung ohne die Beteiligten zu fotografieren haut nicht hin: Welchen Dokumentationswert hat schon ein Foto von leeren Tischen und Stühlen? Wenn man also bei irgendeiner Veranstaltung fotografiert, dann sitzt man – der DSGVO und dem KUG sei Dank – zwischen allen Stühlen. Ein Urteil des OLG Frankfurt (Urteil vom 21.04.2016, Aktzenzeichen 16 U 251/15) besagt nämlich: „Wer an einer öffentlichen Veranstaltung teilnimmt, der erklärt damit nicht sein stillschweigendes Einverständnis mit der Veröffentlichung seines Bildes.“ Allerdings existiert auch eine Grauzone von Ausnahmen, wenn nämlich im Einzelfall das verbreitete Bild einen Informationsanspruch der Öffentlichkeit befriedigt. Mit anderen Worten: Das Recht am eigenen Bild und die Möglichkeit der fotografischen Dokumentation kollidieren ganz gewaltig!

Immer voraus gesetzt, dass eine Person auf einem Bild nicht auch noch anderweitig anhand von Kleidung, Frisur, Eigenheiten etc. identifiziert werden kann, hat es sich eingebürgert, die Gesichter von zufällig auf’s Bild gekommenen Leuten unkenntlich zu machen (was oftmals – aber eben auch nicht immer – völlig ausreichend ist). Doch wie macht man das? Es gibt dazu etliche, verschiedene Methoden. Ich will hier einmal anhand von GIMP 2.10 das recht schnell zu erledigende „Verschmieren“ von Gesichtern zwecks Unkenntlichmachen demonstrieren. Das zugrunde liegende Bild wurde anlässlich des Lauenauer Museumsmarktes am 07.09.2019 aufgenommen und zeigt so richtig die typische „Action“ – mit viel Publikum drumherum. Deren Gesichter gilt es unkenntlich zu machen: Eigentlich eine Sisyphusarbeit! Wie ist dabei vorzugehen?


Zuerst wird das Original-Bild unter GIMP geladen.


Mit der rechten Maustaste klickt man nun das Auswahl-Werkzeug an und wählt die „Elliptische Auswahl“.


Jetzt mit dem Mauszeiger auf das Bild gehen und mit der linken Maustaste an gewünschter Stelle (d. h. über einem Gesicht) einen Auswahlrahmen aufziehen.


Anschließend klickt man auf „Filter/ Weichzeichnen/ Bewegungsunschärfe kreisförmig“ (oder radial) und es öffnet sich eine Dialogbox.


Unter „Mittelpunkt-X“ und „Mittelpunkt-Y“ verändert man den Wert auf irgendeinen Betrag zwischen 2 und 3. Mit „OK“ wird das dann auf das Bild übernommen. Für das nächste Gesicht bemüht man wieder die „Elliptische Auswahl“ (s. o.) und wählt jetzt allerdings „Filter/ Bewegungsunschärfe kreisförmig (bzw. radial) wiederholen“. Dann das nächste Gesicht usw., bis alle Gesichter unkenntlich gemacht worden sind.


Das Endergebnis dieser Aktion sieht zwar beschi… aus, sollte nun allerdings DSGVO-konform veröffentlichbar sein – es lebe die Vorschrift! Von allen Verfahren des Unkenntlichmachens, die ich bisher ausprobiert habe, funktioniert diese Methode am schnellsten und am einfachsten. Darüber hinaus eignet sie sich bspw. auch für Autokennzeichen, Beschriftungen usw.