„Mit Computern löst man die Probleme, die man ohne sie nicht hätte.“
(IT-Weisheit)

Windows erinnert mich immer wieder an eine verkehrt herum stehende Pyramide, also an ein auf der Spitze balancierendes Gebäude. Oben, wo’s breit wird, kommt mit jedem Update was dazu. Irgendwann kriegt das Ding Schlagseite. Das ist der Zeitpunkt, an dem das Betriebssystem merkwürdige Fehler zeigt. Später kippt der ganze Ramsch irgendwann unweigerlich um. Das ist der Zeitpunkt, an dem man das System neu aufsetzen muss. Die Sache mit der Schlagseite nervt mich z. Zt. mal wieder. Zwar nicht bei meinem eigenen PC, sehr wohl aber doch bei dem Vereins-PC, den ich betreue. Dabei handelt es sich um eine Windows-10-Kiste, die im Grunde genommen nur höchst selten mal praktisch eingesetzt wird. Regelmäßig erfolgen allerdings Updates und Virenscan. Um die Updates unter Win10 soll es hier gehen. Bis zum letzten Funktionsupdate lief alles ganz normal. Danach allerdings …

Der PC sucht und sucht und sucht nach Updates – stundenlang, tagelang – doch da kommt nichts. Die automatischen Updates funktionieren nicht mehr. Woran liegt das? So genau weiß das offensichtlich keiner, denn meine diesbezüglichen Recherchen im I-Net erbrachten kein greifbares Resultat, sondern stattdessen lediglich eine ganze Reihe von Lösungsvorschlägen. Habe ich durchprobiert:
– PC-Neustart: Brachte nichts.
– PC-Neustart und den PC eine Stunde lang nicht anfassen: Brachte nichts.
– PC-Neustart, Updatesuche und fünf Stunden lang suchen lassen: Resultat „Nach Updates wird gesucht …“ und dann abgebrochen.
– Update-Problembehandlung gestartet: Resultat „Problem kann nicht identifiziert werden“.
– Download der DebugDiag-Problembehandlung nebst Installation und Lauf: Resultat „Problem kann nicht identifiziert werden“.
– Bemühen der Windows PowerShell mit „sfc /scannow“: Resultat „Kein Problem“.
– Installation und Lauf vom Windows Update Assistenten: Resultat „Alles OK“.
– Versuchte Update-Reparatur mit den beiden Batches der COMPUTERBILD (Lösung 8): Brachte nichts.

Also nach wie vor: Der PC sucht und sucht und sucht nach Updates – stundenlang, tagelang – doch da kommt nichts. Jetzt sind noch zwei Möglichkeiten übrig geblieben. Beide gefallen mir ganz und gar nicht, da sie einerseits irre viel Zeit beanspruchen (Wochen!) und es andererseits keinerlei Erfolgsgarantie gibt. Eine Möglichkeit besteht darin, die bisherigen Updates entweder einzeln oder aber in ihrer Gesamtheit zu beseitigen und neu zu installieren. Die andere Möglichkeit ist ein Reset des Systems. Beides erfordert schier endlose Neuinstallationen …

Was bleibt? Man kann die Updates ja prinzipiell auch manuell durchführen, so man die vorliegende Windows-Version genau kennt. Wie ermittelt man die? Man drückt die Tastenkombination [Windowstaste][Pause]. Unter „Windows-Spezifikationen“ findet man die Edition und die Version.


Die Abfrage von Edition und Version.

Weitere Infos liefert die Tastenkombination [Windowstaste][r], gefolgt von der Eingabe von „winver“ (ohne Anführungszeichen), denn hier erfolgt auch noch die Ausgabe von „Build“.


Die Build-Abfrage.

Es fehlt noch der Systemtyp. Der lässt sich u. a. schnell aus dem letzten Update ermitteln. Dazu Windows-Update aufrufen, auf „Updateverlauf anzeigen“ klicken und unter den letzten installieren Funktions- und Qualitäts-Updates die Updatebezeichnung (z. B. „Update für Windows 10 Version 21H1 für x64-basierte Systeme“) ermitteln. Wichtig ist dabei die Kennung („Windows 10 Version 21H1 für x64-basierte Systeme“, wobei das x64 ein 64-Bit-Betriebssystem bezeichnet) und die KB-Nummer des letzten Updates. Was haben wir jetzt? Wir haben:
Die Edition, die Version, das Build und den Systemtyp, das letzte Aktualisierungsdatum sowie die KB-Nummer des letzten bereits installierten Updates. Alle diese Angaben werden für die manuelle Update-Installation benötigt.


Die Suchmaske für die KB-Nummern.

Sicherheitshalber kann man nun noch auf der Windows-Update-Seite überprüfen, ob man auch alles richtig ermittelt hat. Dazu wird die KB-Nummer des letzten Updates in das Suchfeld eingegeben. Es öffnet sich eine Liste mit zahlreichen Einträgen für eben diese eine KB-Nummer. Irgendwo in der Liste sollte sich ein Update finden lassen, bei dem Edition, Version, Build und Systemtyp mit den ermittelten Daten überein stimmen. Bedeutet: Wenn man die KB-Nummer eines Updates kennen würde dann könnte man das jetzt ganz gezielt runterladen zwecks manueller Installation.


Die zu einer KB-Nummer gefundenen Updates.

Nur kennt man die KB-Nummer bei neuen Updates i. d. R. aber nicht. Macht jedoch nichts, denn an dieser Stelle hilft der Microsoft-Update-Gesamtkatalog weiter.


Der Update-Gesamtkatalog.

Hier wirft man zunächst einen Blick auf die letzte Aktualisierung. Findet man im Katalog ein Update neueren Datums dann muss das manuell installiert werden. Also wieder nach Übereinstimmungen bei Edition, Version, Build und Systemtyp suchen und die KB-Nummer ermitteln, damit anschließend gezielt suchen (vgl. oben). WICHTIG: Es muss immer das exakt zum vorliegenden System passende Update runtergeladen werden und nichts anderes, wenn man sein System nicht schrotten will!

Runtergeladen werden auf diese Weise MSU- bzw. MUM-Archive. So rund 10GB an freiem Speicherplatz auf Festplatte bzw. SSD-Speicher sollte man dafür mindestens einkalkulieren. Nach dem Download erfolgt die Installation normalerweise durch den Doppelklick auf das Archivsymbol. Sollte das nicht funktionieren, dann kann der optional zu installierende Microsoft-Update-Assistent diese Aufgabe übernehmen.

Klingt kompliziert? Ist es aber ganz und gar nicht! Die Suche nach Edition, Version, Build und Systemtyp macht man einmalig. Ein kleiner Zettel mit diesen Angaben wirkt Wunder und spart enorm viel Zeit. Zugegeben, die Suche nach dem Update mit der exakt passenden Kennung erfordert viel Aufmerksamkeit – aber auch das geht recht fix. Mit manuellen Updates kann man daher das System auch dann aktuell halten, wenn die automatische Updatesuche nicht mehr mitspielt. Das betrifft allerdings nur Funktions- und Qualitäts-Updates. Updates für Microsoft Defender sind unabhängig davon und auch unter Defender zu kontrollieren – um die sollte es hier aber nicht gehen, sondern stattdessen ausschließlich um die manuellen Systemupdates.