Distorted Reality bedeutet verzerrte Realität. Sowas kann man mit Bildern machen. Ich hatte ein Foto im Web gesehen, bei dem das dunkle Loch einer Höhle quasi zum Glühen gebracht worden war. Bei den Versuchen, so etwas auch bewerkstelligen zu können, ist zunächst etwas anderes herausgekommen, nämlich ein weiteres Verfahren der Bildmontage – allerdings eines, das recht schnell geht, eher unkompliziert ist und das auch feine Details an den Rändern berücksichtigt. Man benötigt dazu GIMP ab Version 2.10 – mit 2.8 haut es mangels geeigneter Werkzeuge nicht hin (ausprobiert!). Wie also funktioniert das nun? Man braucht dazu zwei gleich große Fotos, nämlich das Quellbild (also das Bild, bei dem später ein Teil zu ersetzen ist) und das Zielbild (also das Bild, welches einen Teil des Quellbildes ersetzen soll). Hier im Beispiel habe ich einmal einen alten Stollen im Harz als Quellbild und einen Sonnenuntergang über Langeoog als Zielbild verwendet.


Das Quellbild: Der Stollen im Harz. Der Teil, der hier in der Ferne in der Dunkelheit verschwindet, soll durch den Sonnenuntergang ersetzt werden.

Das Zielbild: Der Sonnenuntergang.

Wir beginnen mit dem Quellbild. Das wird – WICHTIG – mit „Datei/ Als Ebene öffnen“ unter GIMP geladen. Danach „Ebene“ anklicken und „Transparenz/ Alphakanal hinzufügen“ wählen. Nun im Werkzeugkasten das Werkzeug „Nach Farbe auswählen“ (das ist das Symbol mit dem ringsherum rechteckig gestrichelten Punkt nebst den beiden Punkten darunter) selektieren. Damit an die Stelle im Bild klicken, wo die Farbe verschwinden – d. h. transparent gemacht werden – soll. Nun die Taste [Entf] bemühen. Die zu ersetzende Farbe wird jetzt durch eine grau karierte Fläche überdeckt. Das ist der Bereich der Transparenz. Im nächsten Schritt wird im Werkzeugkasten auf das Radiererwerkzeug geklickt. Damit beseitigt man durch Wegradieren in der transparent gemachten Fläche verbliebene Artefakte (also störende Bildteile). Zuletzt wird – WICHTIG – das so bearbeitete Bild als PNG exportiert (NICHT als JPG, da JPG keine Transparenz unterstützt und da es ohne den Export zwischendurch nicht funktioniert).


So in etwa sieht das Quellbild nach der Bearbeitung aus (was hier hellgrün dargestellt wird ist in Wirklichkeit transparent).

Mit „Datei/ Öffnen“ wird nun zunächst das Zielbild und anschließend auch mit „Datei/ Öffnen“ das oben bearbeitete PNG-Quellbild geladen. Auf den Reiter des PNG-Quellbildes klicken und „Bearbeiten/ Kopieren“ wählen, womit das teiltransparente Bild in die Zwischenablage wandert. Nun auf das Zielbild umschalten und „Bearbeiten/ Einfügen als/ Neue Ebene“ auswählen. Damit legt sich das Quellbild über das Zielbild. Erst an dieser Stelle sieht man, wo im Quellbild noch zu beseitigende Artefakte vorhanden sind. Ergo selektiert man „Bearbeiten/ Rückgängig“, schaltet wieder auf das Quellbild um und beseitigt mit dem Radierer-Werkzeug besagte Artefakte. Anschließend versucht man es mit „Bearbeiten/ Kopieren“, Umschalten auf das Zielbild und „Bearbeiten/ Einfügen als/ Neue Ebene“ noch einmal. Das kann man beliebig oft wiederholen – so lange bis es perfekt passt. Wenn das der Fall ist, dann wird „Ebene/ Nach unten vereinen“ angeklickt und die fertige Bildmontage kann als JPG exportiert werden.


Die fertige Montage.