Vorab: Den nun folgenden Tipp zur Bildbearbeitung fand ich im GIMP-Werkstatt-Forum. Er beinhaltet das punktuelle Schärfen eines Motivs und gehört ganz klar in die Kategorie „kann je nach Bild manchmal von Nutzen sein aber das muss man eben im Einzelfall ausprobieren“. Warum? Weil jedes Bild anders ist und weil es unheimlich darauf ankommt, wie stark die Unschärfe ausgeprägt ist. Warum überhaupt punktuell Schärfen? Wenn man bei der Makrofotografie in den Schärfebereich hinein geht, dann wird i. d. R. immer nur ein Teil des Motivs wirklich scharf abgebildet. In derartigen Fällen kann das punktuelle Schärfen manchmal zu einer Verbesserung führen – doch Wunder, wie etwa das Schärfen eines verschwommen-unscharfen Motivs, kann und darf man nicht erwarten. Und warum nicht das ganze Bild schärfen? Schärft man das ganze Bild, dann tritt häufig ein unschönes Farbrauschen zutage. Schärft man nur das eigentliche Motiv, dann ist dort das Rauschen zwar auch erkennbar, wird aber gewissermaßen als Schärfe interpretiert. So gesehen ist das punktuelle Schärfen zumindest teilweise auch eine optische Täuschung. Wie also funktioniert das jetzt?

Zunächst wird das zu schärfende Bild unter GIMP geladen. Mit den Tasten [-] bzw. [+] zoomt man den infrage kommenden Bereich, so dass alles gut zu sehen ist. Im Ebenenfenster klickt man das Bild mit der rechten Maustaste an und wählt „Ebene duplizieren“. Die duplizierte Ebene – erkennbar an der Bezeichnung „Kopie“ im Dateinamen – ist das Bild, mit dem jetzt weitergearbeitet wird.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten – welche davon bei dem gerade vorliegenden Bild die Bessere ist muss man einfach ausprobieren. Einmal kann man „Filter/ Verbessern/ Schärfen“ aufrufen. Im Vorschaufenster den zu schärfenden Bereich einstellen und unter „Schärfe“ den optimalen Look justieren.

Oder aber man wählt alternativ „Filter/ Verbessern/ Unscharf Maskieren“, sucht wieder den zu schärfenden Bildbereich im Vorschaufenster auf und stellt dort (Richtwerte) „Radius 0,7“, „Menge 1,20“ und „Schwellwert 7“ ein.

In jedem Falle wird der Filter mit dem Button „OK“ angewandt. Er wirkt sich auf das gesamte Bild aus u. d. h. er kann ein Rauschen verursachen. Doch das macht gar nichts! Im nächsten Schritt nämlich klickt man mit der rechten Maustaste im Ebenenfenster auf die „Kopie“-Ebene und selektiert „Ebenenmaske hinzufügen“.

Bei „Ebenenmaske initialisieren mit“ wird „Schwarz (volle Transparenz)“ gewählt. Nun ist die Schärfung des Bildes ersteinmal wieder verschwunden.

Anschließend im Werkzeugkasten das Radiererwerkzeug anklicken und dessen Größe bei 100% Deckkraft mit dem Pinsel „2. Hardness 100“ einstellen. Damit das Gros der geschärften Stellen vom Motiv radieren und die Schärfung kommt wieder zum Vorschein. Für die Feinheiten und Übergänge wird „2. Hardness 050“ mit Deckkraft „50-60“ eingestellt und damit gleichfalls radiert, so dass es natürlicher wirkt. Mitunter wirkt es noch besser, wenn unter „Optionen der Dynamik“ das Häkchen vor „Harte Kanten“ gesetzt wird. Letztlich wird alles danach nur noch exportiert.

Man kann dieses Verfahren aber auch noch anderweitig einsetzen, nämlich zur Verfremdung von Bildern, indem andere Filter benutzt oder aber Einfärbungen vorgenommen werden.

Bei der obigen „Silberblume“ wurde anstelle der Schärfefilter die Einstellung „Filter/ Verzerren/ Relief“ eingesetzt. Alle anderen Arbeitsschritte sind gleich (u. d. h. wie oben beschrieben) geblieben.

Bei den „Goldadern“ wurde gar keine Filterung vorgenommen sondern stattdessen das Bild mit „Farben/ Einfärben“ zunächst komplett auf Goldlook getrimmt, um den dann im nächsten Schritt mit dem Radierer nur noch an bestimmten Stellen durchscheinen zu lassen. Merke: Ein Bild lügt mehr als tausend Worte!