„Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, sondern wie wir sind.“ Dieser ebenso bemerkenswerte wie zutreffende Satz stammt von der Schriftstellerin Anaïs Nin. Das mit einer Kamera eingefangene Foto vermag im Moment der Aufnahme vielleicht das menschliche Auge zu imitieren, doch reicht selbst die beste Kamera niemals an die Leistungsfähigkeit des Auges heran. Irgendwann passiert es daher unausweichlich jedem: Man hat ein Bild mit einer atemberaubenden Stimmung eingefangen und wenn man sich das später zuhause am Bildschirm ansieht, dann möchte man nur noch die Hände über dem Kopf zusammen schlagen. Dann erscheint die Aufnahme flau, kontrastarm und im ersten Moment glaubt man, das da Hopfen und Malz verloren sind. Doch das muss gar nicht mal sein, denn i. d. R. lassen sich auch solche Fotos optimieren bzw. verbessern. Ich will am Beispiel einer derartigen Aufnahme, die kürzlich am Rand des „Toten Moores“ bei Neustadt entstanden ist, einmal demonstrieren, wie man das mit GIMP machen kann.


Dieses Bild lieferte die Kamera: Von den wirklichen Farben ist aufgrund des großen Kontrastumfangs nicht viel übrig geblieben, so dass es einfach nur noch schlimm aussieht.

Zunächst einmal wird die verkorkste und vergeigte Aufnahme unter GIMP geladen. Der Klick auf „Farben/ Werte“ öffnet die Histogramm-Dialogbox.


Die Histogramm-Dialogbox.

Unter dem Histogramm befinden sich kleine Schieberegler (Dreiecke) – links Schwarz, mittig Mitten und rechts Weiß. Die kann man mit dem Mauszeiger „anfassen“ und verschieben. Der Schwarzregler wird nach rechts und der Weißregler nach links verschoben; die Helligkeit des Bildes stellt man mit dem Mittenregler ein. Mit „OK“ wird das Ganze übernommen.


Nach der ersten Korrektur: Zwar schon besser, aber der Brüller ist das noch nicht.

Allerdings: Es kann passieren, dass Bilddetails auf diese Weise gänzlich verschwinden. Daher schließt sich mit „Farben/ Farbton/Sättigung“ eine zweite Korrektur an. Es wird die Sättigung erhöht und die Helligkeit vermindert. Beides sollte in etwa in gleichem Maße geschehen.


Die Korrektur von Helligkeit und Sättigung.

Mit „Farben/ Helligkeit/Kontrast“ und Kontrastverstärkung erfolgt eine dritte Optimierung. Wobei … – eigentlich sieht das Bild jetzt echt „verschlimmbessert“ aus! Doch das macht gar nichts.


Nach der Kontrastanhebung: Eine echte „Verschlimmbesserung“!

Dieses Bild wird jetzt (Wichtig!) unter anderem Namen exportiert und geschlossen. Man lädt nun das bearbeitete Bild erneut sowie zusätzlich das unbearbeitete Originalbild. Bei dem wird „Bearbeiten/ Kopieren“ selektiert, das Bild geschlossen und bei der Bearbeitung „Bearbeiten/ Einfügen als/ Neue Ebene“ gewählt. Im Ebenenfenster tauchen nun zwei Ebenen auf.


Das Ebenenfenster.

Die Deckkraft des Originalbildes (nun als Zwischenablage bezeichnet) reduziert man (im „Modus: Normal“) auf einen Wert vorzugsweise irgendwo zwischen 30 und 40. Anschließend noch „Ebene/ Nach unten vereinen“ wählen, das Foto exportieren und fertig ist die Optimierung.


Das mit GIMP optimierte Bild.

Was hier am Beispiel von GIMP dargestellt worden ist lässt sich allerdings – und das soll nicht verschwiegen werden – mit dem JPG Illuminator sehr viel schneller und einfacher erreichen, denn dort sind lediglich ein paar Schieberegler zu verstellen, nämlich „Mitten“, „Schwarzpunkt“, „Schatten“, „Sättigung“, „Kontrast“, „Kontrast-Ausgleich“ sowie „Klarheit“. Das ist eine Sache von Sekunden.


Zum Vergleich: Das mit JPG Illuminator optimierte Bild.