Drohende Gewitterwolken – schüttet’s gleich oder schüttet’s nicht? Jedenfalls war das Wetter nicht einladend genug um eine größere Tour zu machen, vor allem nicht vor dem Hintergrund, dass ja Starkregenschauer angesagt sind. Aber halt: Da war doch noch was … Nämlich die Sache mit der Langzeitbelichtung von fließendem Wasser. Das hatte ich vor gefühlten Ewigkeiten schonmal mit meiner Nikon-Bridge ausprobiert und die Resultate erschienen mir wenig gelungen. Meine Sony sollte das aber eigentlich besser können. Im Internet hatte ich gelesen, dass man Wasser ab einer Viertelsekunde an Belichtungszeit fließend abbilden kann – also scharfer Vorder- und Hintergrund mit durch Bewegung verwischtem Wasser. Starten wir also mal ein paar zaghafte Versuche an der Aue …

Ich packte ein was ich brauchte: Kamera, ND-Filter, stabiles Stativ, Ersatzakkus und Fernbedienung. Den Drahtesel gesattelt und los ging’s. An der Aue angekommen staunte ich nicht schlecht, was die Starkregenschauer der vergangenen Tage da am Uferbereich angerichtet hatten. Den Platz, den ich mir eigentlich schon lange vorher für die Langzeitbelichtungen ausgeguckt hatte, gab’s jedenfalls nicht mehr. Macht auch nichts, suche mir eben was anderes. Das Fahrrad irgendwo im Busch geparkt und dann die Ausrüstung zusammengebaut.

Einen kleinen zusätzlichen Versuch erlaubte ich mir bei der Gelegenheit auch gleich noch: Was ist besser – Schraubfilter oder Steckfilter a la Cokin bzw. Jaworskyj? Ganz klare Antwort: Eindeutig Steckfilter! Die sind schnell allemal besser kombinier- und variierbar ohne Neujustierung der Kamera auf’s Motiv. Schraubfilter sind zwar preiswerter, aber Steckfilter eine maximal kompatible Anschaffung für’s Leben. Wer stattdessen doch lieber Schraubfilter nimmt, der vergesse bitte nicht wie ich heute die Filterzange, denn der Kampf mit den festhängenden Gewinden wurde zum echten Elend: Touren mit Schraubfiltereinsatz künftig NUR noch mit der Filterzange!

Zu den Aufnahmen selbst: Es waren, wie schon erwähnt, erste zaghafte Versuche – und dennoch sehr lehrreich! Die besten Ergebnisse erbrachten Belichtungszeiten über einer Sekunde (ideal 4-8 Sekunden). Bei einer Blendenvorwahl von 18-20 verließ ich mich da ganz auf die Zeitautomatik. Ich probierte Graufilter mit ND4, ND8 und – beide kombiniert – ND12 aus. Die besten Aufnahmen erhielt ich mit der Kombination, also ND12.

Einen Fehler beging ich aber doch, nämlich bei der Einstellung der ISO-Empfindlichkeit. Im festen Glauben, ISO 100 eingestellt zu haben, machte ich die Bilder. Wieder zuhause stellte ich aber fest, dass ich das Ding versehentlich auf ISO-Automatik geschaltet und die Kamera die Empfindlichkeit folglich auf ISO 3.200 hochgefahren hatte. Eine leichte Körnigkeit der Aufnahmen ist die unausweichliche Folge. Beim nächsten Mal bin ich schlauer – wie war das doch gleich: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Dann ist mir noch aufgefallen, dass die Totale bei sowas (also bei Bächen) eigentlich nicht wirklich wirkt – Details sind besser u. d. h. Zoomen. Hier sind mal drei Aufnahmen von der Fotoserie. Alle Bilder sind gleich und doch immer wieder faszinierend anders, frei nach dem Motto: „Findet die Unterschiede!“ Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!