Früher war vieles einfacher. Ich weiß gar nicht mehr genau, wann ich meine ersten Gehversuche mit GIMP begonnen habe. Das liegt jedenfalls schon verdammt lange zurück, muss igendwas bei Version 2.2 gewesen sein und war unter Linux. Es kam zur Portierung des nativen Linux-Programmes auf Windows und ich blieb GIMP treu. Irgendwann zu der Zeit gab’s dann ergänzend eine wirklich respektable Filtersammlung für die Windows-Portierung. Die nannte sich G’MIC. Die wurde ganz zu Anfang als ZIP-Archiv runtergeladen, entpackt und man erhielt einen plattformunabhängigen, ganzen Haufen von GIMP-SCM-Filtern, die nur noch in das passende Verzeichnis kopiert werden mussten. Das allerdings aufzufinden erwies sich als zeitraubende Sisyphusarbeit. Muss so um die Versionsnummer 1.1 herum gewesen sein (aber ich kann mich diesbezüglich auch irren). Doch es haute hin, und zwar sowohl bei den GIMP-Installerversionen wie auch bei den mittlerweile erhältlichen portablen Versionen. Für die Windows-GIMP-Installer wurde G’MIC dann sogar noch mit komfortabler Installationsroutine geliefert. Jedenfalls: Man konnte da noch verdammt viel manuell erledigen und auch anpassen.

Zeitsprung – heute: GIMP ist bei Version 2.10 angekommen und auch G’MIC hat sich extrem weiterentwickelt, ist mittlerweile bei Version 2.9.9 mit 570 Filtern. Unter GIMP 2.8 konnte man auch noch G’MIC 1.5.5 absolut portabel installieren, wenngleich es da schon keine SCM-Filter mehr gab. Heute, mit GIMP 2.10 und G’MIC 2.9.9 funktioniert das ganz und gar nicht mehr (jedenfalls mit 64bit-Systemen; mit 32bit-Systemen soll es ja angeblich noch gehen aber das habe ich in Ermangelung eines 32bit-PCs nicht ausprobieren können) – das jedenfalls ist mein ganz persönliches Fazit, nachdem ich tagelang alle nur erdenklichen Varianten durchprobiert habe. Klar: Mit einer Installerversion von GIMP und G’MIC haut es hin. Mir geht es aber darum, die Software portabel zu haben. D. h. sie auf ’nem USB-Stick vorzuhalten und in jeden x-beliebigen Rechner reinstöpseln zu können, OHNE dass die Registry in irgendeiner Form verfummelt wird (Stichwort „stabiles System“ und so …). Was also tun?

Es gibt da noch eine Standalone-Version von G’MIC, bei Fosshub zu finden. Sie hört auf die Bezeichnung „GMIC Windows 64bits: GMIC-Qt stand-alone“ und kommt als ZIP-Archiv. Das lädt man sich runter und entpackt es in einen nach Möglichkeit leeren Ordner. WICHTIG: Eine Integration in GIMP findet dabei NICHT statt! Stattdessen kommt die Filtersammlung mit einer marginalen Benutzoberfläche namens „gmic_qt.exe“ daher – und besagte Oberfläche ist wirklich auf das Sparsamste beschränkt! Minimalistischer geht es nicht mehr! Einen dicken Bug beinhaltet die Oberfläche gleich nach dem Start auch noch, doch der lässt sich relativ leicht umgehen. Der Doppelklick auf den Dateinamen startet die Oberfläche.


Der Start der Benutzeroberfläche.

Die verlangt umgehend nach dem Laden eines Bildes und per Default ist das PNG-Format vorgegeben – doch ausgerechnet hier sitzt der Bug, denn PNG wird weder beim Laden noch beim Speichern unterstützt! Man schaltet folglich zuerst auf JPG um (keine Transparenz, versteht sich – PNG muss ggf. in JGP konvertiert worden sein) und lädt das JPG-Bild. Das ist übrigens die einzige Möglichkeit zum Laden eines Bildes, denn selbst die Zwischenablage wird in keinster Weise unterstützt. Rechts davon stehen dann die Filter zur Verfügung und verführen zum „Spielen“. Hat man damit ein Resultat erzielt, das einem gefällt, dann klickt man auf „Anwenden“ und es öffnet sich ein Fenster zum Speichern des Ergebnisses. Auch hier gilt: JPG (sowie JPEG) wird unterstützt, alle anderen Formate dagegen … (OK, ich habe nur PNG, JPG und JPEG ausprobiert – vielleicht geht’s ja anderweitig doch irgendwie.)


Beispielbild mit Filteranwendung.

Was aber ist zu tun, wenn ein Filter Transparenz erzeugt und nur JPG gespeichert werden kann? Wie gestaltet sich überhaupt die Zusammenarbeit mit GIMP? Grundsätzlich: Es funktioniert. Es ist auch ganz einfach. Es ist aber etwas trickreich. Zuerst wird das zu filternde Bild als JPG unter G’MIC geladen. Man wendet ein Filter an. Das Filter erzeugt u. U. einen transparenten Hintergrund. Der geht beim Abspeichern als JPG verloren und wird durch Schwarz ersetzt. Macht aber nichts! Man lädt das Bild anschließend mit „Datei/ Als Ebene öffnen“ unter GIMP. Sodann wählt man „Ebene/ Transparenz/ Alphakanal hinzufügen“. Danach wird im Werkzeugkasten das Werkzeug „Nach Farbe auswählen“ (das ist das Symbol mit dem ringsherum rechteckig gestrichelten Punkt nebst den beiden Punkten darunter) ausgesucht und man klickt damit auf die Stelle im Bild, an der die Farbe verschwinden soll. Die Taste [Entf] drücken und das Ergebnis dieser Bearbeitung nun als PNG exportieren. Damit ist alles für die weitere Bearbeitung in GIMP zusammen. Somit muss auch jemand, der mit portabler Software arbeitet (wie ich) nicht auf G’MIC verzichten. Und was kann man damit machen? Hier sind mal drei Beispiele – draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!