Es gibt Bands, die machen zwar einerseits unheimlich geile Musik, veröffentlichen aber andererseits auch nicht jeden irgendwo mal gespielten Song – selbst dann nicht, wenn der noch so gut sein sollte. Santiano ist bspw. so ein typischer Kandidat aus dieser Kategorie. Wie kann man so einen Song trotzdem in die eigene Musiksammlung einfügen? Ich will hier mal kurz die Schritte – den Workflow – aufzeigen, mit denen das (unter Windows) mit portabler Freeware GARANTIERT funktioniert. Nehmen wir als Beispiel mal das Santiano-Wacken-Konzert von 2014. So etwa ab der Zeitmarke 01:03:00 kommt der bislang offiziell unveröffentlichte Wacken-Geburtstagssong „3 Cheers For 25 Years“ – wie nimmt man den da raus?

Zunächst mal besorge man sich einen x-beliebigen Youtube-Downloader (es gibt verdammt viele davon und deswegen soll die betreffene Software hier nicht weiter interessieren). Damit wird das Konzert als Video runtergeladen. Nun braucht man „XMedia Recode„. Da wird das Video drunter geladen, aber als Ausgabeformat MP3 eingestellt. Das führt dazu, dass man die Tonspur erst einmal vom Video trennt. Nun nimmt man einen beliebigen MP3-Player und notiert durch Probehören die ungefähre Anfangszeit des zu extrahierenden Songs. Im nächsten Schritt kommt „mp3DirectCut“ zum Einsatz.

Damit wird all das, was VOR der Anfangszeit liegt, großzügig weggeschnitten, allerdings so, dass bis zum Songanfang noch ein paar Sekunden übrig sind. Dann abspeichern und – auch unter mp3DirectCut – ermitteln wo das Songende liegt. Von da aus auch alles wegschneiden, nochmal abspeichern. Den Rohschnitt laden und den Anfang bearbeiten, so dass alles vor dem exakten Songanfang verschwindet. Wieder speichern. Nun sind nicht zur Veröffentlichung bestimmte Songs aus Auftritten nur selten musikalisch optimal und deswegen empfiehlt sich häufig noch eine Pegelkorrektur. Die kann man kostenlos online vornehmen, und zwar mit „mp3Louder“ oder mit dem „Audiotrimmer„.

Wenn man den so bearbeiteten Song jetzt noch mit bestimmten Parametern (Bitrate, Abtastrate etc.) haben möchte, dann bemüht man den „MP3 Quality Modifier„. Mit Bitrate „Verfahren: Constant“ und „Rate: 130kbps“, Modus „Stereo“ und Abtastrate „44100Hz“ erhält man vielleicht nicht die bestmögliche Qualität, aber eine megakompatible Datei in einer durchaus akzeptablen Qualität irgendwo zwischen LP und CD. Anschließend fehlt es noch an den Metadaten, den Tags. Die werden manuell eingetragen, bspw. mittels „TagScanner„. Und das war’s auch schon: Fertig ist der „unveröffentlichte“ Song für die eigene Musiksammlung!