Es war mal wieder soweit! Ich meine … – Holzschnitt, Pflege, Gartenarbeit, Vereinsarbeit für die Siedlergemeinschaft Lauenau und für die Kreisgruppe, die Ernte und Verarbeitung der letzten Chilis … Meine dienstfreie Woche hatte ich mir etwas anders vorgestellt. Ich musste mal ’ne kleine Auszeit haben. Ich musste mal wieder raus! Morgens, nachdem der Nebel sich aufgelöst hatte, bot sich das an. Ganz weit oben auf meiner „muss-ich-unbedingt-mal-ausprobieren“-Liste stand die Jagd nach Sonnensternen. Sowas klappt bei tiefstehender Sonne, also morgens und abends, am besten. Sonnensterne, was ist das? Das sind Lichtbeugungseffekte – Diffraktion genannt – von sehr hellen, punktförmigen Lichtquellen an Kanten. Kanten können alles sein: Der Horizont, Blätter, Mauern, Bäume usw. und die Diffraktion hat was mit Quantenphysik zu tun.

In der Fotografie benutzt man das mitunter ganz bewusst, um einer Aufnahme mehr Lebendigkeit zu verleihen. Hier hat man drei Möglichkeiten, nämlich nachträglich per Bildbearbeitung, per Sternfilter oder im Rahmen der direkten Fotografie. Ein nachträglich eingebrachter Sonnenstern kann zwar richtig gut aussehen, aber dabei besteht auch immer die ganz große Gefahr, dass so etwas unecht wirkt. Beim Sternfilter hat man gleich viele Sterne, denn jede spiegelnde Fläche (Tautropfen!) wird auch mit einem Sonnenstern versehen. Manchmal sieht das ganz gut aus. Aber eben nur manchmal. Bei der direkten Fotografie macht jedes Objektiv einen anderen Stern. Vorausssetzung dabei ist allerdings, dass man mit sehr kleiner Blende arbeitet (d. h. eine große Blendenzahl wählt, Bereich so 11 bis 22) und dann die Belichtung so durchführt, dass sie noch kurz genug ist, um Verwacklungen zu vermeiden. Dazu muss i. d. R. der ISO ziemlich weit hochgefahren werden.

Auf meiner Jagd nach Sonnensternen morgens im Wald habe ich die Blende mit 18 fest vorgegeben und dann auf die Belichtungsautomatik gesetzt. Die arbeitete mit 1/100 bis 1/250 Sekunde, wobei der ISO je nach Lichtverhältnissen bei 1000 bis 3200 lag – wohlgemerkt, bei direkter Fotografie in die Sonne hinein! Derartige Werte bringen es mit sich, dass die Sonne respektive der Sonnenstern zwar halbwegs vernünftig belichtet sind, der Vordergrund aber meist viel zu dunkel bleibt: Eine Nachbearbeitung der Bilder war folglich unerlässlich. Und dabei kam dann der WOW-Effekt. Eigentlich müsste man derartige Spielereien mit (fast) jeder Kamera machen können. Hier sind mal neun Fotos aus der Serie. Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!