Mit der Methode der Multishot-Superauflösung lassen sich feine Details aus einem Bild herausarbeiten – immer voraus gesetzt, dass man eine dazu erforderliche Fotoserie zur Hand hat. Und wenn das nicht der Fall ist? Wenn man nur über ein einziges Bild verfügt? Ist das dann auch möglich? Ja, es funktioniert. Eine entsprechende Anleitung habe ich bei Youtube gefunden und das dann mal – sehr, sehr skeptisch – nachgebaut. Aber es haut bestens hin! Das Verfahren eignet sich insbesondere immer dann, wenn das Motiv nicht ganz exakt im Fokus gelegen hat und das Resultat sind detailreiche, knackig-scharfe Aufnahmen. Man benötigt dazu die Kombination von GIMP 2.10 mit G’MIC – also die Installerversionen der Freeware. Wie das dann funktioniert will ich einmal anhand eines Beispiels zeigen.


Mein Beispielbild: Einerseits hatte ich für den Pilz nicht das richtige Objektiv zur Hand und andererseits habe ich mich blöderweise auf den Autofokus verlassen, der natürlich auf den Holzstapel und nicht auf den Pilz fokussiert hat.

Hier wurde erst einmal ein Ausschnitt angefertigt. Der bildet die Grundlage für das Herausarbeiten der Details.

Im Folgenden gehe ich davon aus, dass bereits ein vorbereiteter Ausschnitt des Ursprungsbildes vorliegt. Dieser Ausschnitt wird mit „Datei/ Öffnen“ unter GIMP geladen und erscheint natürlich auch im Ebenenfenster. Eben dort wird er mit der rechten Maustaste angeklickt und man wählt „Ebene duplizieren“ (die Originalebene ist jetzt unten). Die Originalebene wird nochmal mit der rechten Maustaste angeklickt und ein weiteres Mal „Ebene duplizieren“ selektiert. Im Ebenenfenster sind jetzt drei Ebenen von oben nach unten zu sehen, nämlich zwei Kopien und das Original. Anschließend die oberste Ebene durch Anklicken mit der linken Maustaste aktiv schalten. Die Originalebene hingegen (ganz unten) wird durch Klick auf das Augensymbol vorübergehend deaktiviert. Für die nun aktive Kopie klickt man auf „Farben/ Invertieren“.


Die Ebene mit der invertierten Kopie.

Jetzt kommt „Filter/ G’MIC-Qt“ mit „Repair/ Smooth [Bilateral]“. Als Richtwerte für die Filtereinstellungen kann man es zuerst mit „Spatial Variance 20“ und mit „Value Variance 25“ probieren. Bilden sich damit weiße Halos um das Motiv herum dann sind die Werte allerdings zu hoch!


Die Filterung mit G’MIC.

Mit dem Button „OK“ wird die Filterung bestätigt und G’MIC übergibt das bearbeitete Bild zurück an GIMP. Nun stellt man über dem Ebenenfenster den Modus „Lebhaftes Licht“ ein.


Modus „Lebhaftes Licht“.

Danach mit der rechten Maustaste im Ebenenfenster auf diese oberste Ebene klicken und „Nach unten vereinen“ wählen, anschließend mit der linken Maustaste die vorübergehend inaktiv gemachte Originalebene ganz unten wieder sichtbar schalten, dabei aber darauf achten, dass die obere, gefilterte Ebene aktiv bleibt. Für die wird jetzt über dem Ebenenfenter der Modus „Weiche Kanten“ eingestellt. In Folge „Filter/ Verbessern/ Schärfen (Unscharf maskieren)“ wählen, die Default-Einstellungen beibehalten („Radius 3,000“, „Menge 0,500“, „Schwellwert 0,000“) und mit „OK“ bestätigen. Jetzt noch im Ebenenfenster mit der rechten Maustaste auf die gefilterte (obere) Ebene klicken und „Nach unten vereinen“ auswählen: Fertig! Nun muss das Ergebnis der Bearbeitung nur noch exportiert werden.


Das detailreiche Resultat nach erfolgter Bearbeitung.

Hier noch einmal der unmittelbare Vorher-Nachher-Vergleich: Der Unterschied fällt sofort ins Auge!.

Das Verfahren zum Herausarbeiten von Details aus einem Foto ist selbstverständlich kein Allheilmittel. Wirklich unscharfe Bilder lassen sich damit nicht korrigieren. Aber Aufnahmen, bei denen das Fokussieren fast, nur eben nicht ganz, geklappt hat, profitieren davon enorm. Übrigens: Das gilt insbesondere auch für die Portraitfotografie.