Es gibt mehrere Möglichkeiten, um Details aus Fotos heraus zu kitzeln. Eine davon (unter simultaner leichter Schärfung) liefert der Hochpass-Filter, der ab Version 2.10 standardmäßig in GIMP enthalten ist (in früheren Versionen konnte er per GIMP-Registry zwar nachgerüstet werden, aber die Registry gibt’s in der Form leider nicht mehr). Die Methode der Hochpass-Filterung bietet den Vorteil, dass sie sehr schnell und sehr einfach durchzuführen ist. Wie funktioniert das?


Das stellenweise recht unscharfe und kontrastarme Originalbild.

Zuerst wird das Bild unter GIMP 2.10 geladen (egal ob portabel oder Installer). Damit erscheint es sowohl auf der Arbeitsfläche wie auch im Ebenenfenster. Im Ebenenfenster mit der rechten Maustaste auf das Bild klicken und „Ebene duplizieren“ auswählen (diese Ebene steht jetzt mit der Bezeichnung „Kopie“ ganz oben und ist aktiv). Nun „Filter/ Verbessern/ Hochpass“ anklicken und es öffnet sich die Dialogbox des Filters.


Die Hochpass-Filterung erzeugt eine Art von Relief.

In der Dialogbox wird der Kontrast auf jeden Fall deutlich erhöht (Richtwert bis max. 5). Die Standardabweichung ist etwas weniger von Relevanz, so dass hier der Default manchmal beibehalten werden kann, ansonsten empfiehlt sich, es mit einem Richtwert von 5 zu versuchen. Diese Filterung erzeugt ein Relief des Bildes. Eine weitere Verbesserung ist – je nach Bildqualität – manchmal mit „Filter/ Verbessern/ Schärfen (Unscharf makieren)“ möglich (Voreinstellungen verwenden). Über dem Ebenfenster selektiert man anschließend unter „Modus“ nun „Überlagern“. Was noch fehlt ist das Feintuning an Hand der Deckkraft – hier verwendet man als ersten Richtwert so ungefähr 75%. Je kleiner man die Deckkraft wählt, desto mehr schimmert vom unbearbeiteten Bild durch und desto mehr verschwindet das Relief: Man muss also ausprobieren, welche Einstellung am besten passt.


Die fertige Filterung.

Zuletzt wählt man „Ebene/ Nach unten vereinen“ und mit „Datei/ Exportieren“ wird das Resultat gesichert.


Hier noch einmal der unmittelbare Vorher-Nachher-Vergleich.

Die Methode der Hochpass-Filterung ist selbstverständlich KEIN Allheilmittel für unscharfe Fotos. Doch bei Aufnahmen, denen es so ungefähr am letzten Detail mangelt, lohnt sich der Versuch allemal, zumal das Verfahren schnell und einfach einsetzbar ist.