So lange Computer und Router ihre Dienste erfüllen ist alles OK. Allerdings tendieren derartige Geräte dazu, mitunter im Laufe der Zeit ein etwas gewöhnungsbedürftiges Eigenleben zu entwickeln. Das guckt man sich je nach Länge des eigenen Geduldsfadens für eine Weile mit an (Drucker ausgenommen, denn Drucker hassen die Menschheit). Irgendwann aber nervt es nur noch unendlich und es geht an die unumgängliche Wartung – also an das Großreinemachen beim PC oder an den Werksreset beim Router.

Je nach Gründlichkeit dieser Aktionen kann es anschließend bei der Wiederinbetriebnahme gut sein, dass man Zugangsdaten benötigt – Zugangsdaten, die man einmal vor Urzeiten eingetippert hat. Oder, ein anderer Fall aus meiner Verwandtschaft: Da ist jemand verstorben und hat seine Zugangsdaten mit ins Grab genommen. Bei der Arbeit und dem Schriftwechsel, der dann folgt um den Provider davon zu überzeugen, die Zugänge auf den Hinterbliebenen zu übertragen, gibt es keinerlei Relation zwischen Aufwand und Nutzen mehr.

Womit wir bei dem IT-Notfallkoffer wären. Eigentlich ist das das gar kein Koffer, sondern nur ein Ordner mit Unterlagen IN PAPIERFORM. In dem Ordner befinden sich:
– Ganz vorne die Zugangsdaten für den Provider.
– Dahinter eine Liste mit den wichtigsten Accounts, Passwords und zugehörigen URLs.
– Es folgen die Vertrags-, Kauf- und Garantieunterlagen.
– Schließlich können zuletzt noch ein paar technische Angaben (Tipps, Anleitungen o. ä.) das Ganze vervollständigen.
Die Zugangsdaten für den Provider sind in einer Klarsichthülle, damit das Blatt nicht rausreißen und verloren gehen kann. Für die Passwords empfiehlt sich – gleichfalls in einer Klarsichthülle aufbewahrt – ein Oktavheft (weil da mehr rein passt). Alle diese Angaben sollten handschriftlich und wirklich gut lesbar angefertigt worden sein, denn die haben auf dem Rechner ganz und gar nichts zu suchen.

Diesen Ordner bewahrt man griffbereit an sicherer Stelle auf. Etwaige Änderungen werden selbstverständlich umgehend eingepflegt. Wenn dann wirklich mal was ist, dann hat man alles sofort zur Hand, erspart sich stundenlange, nervenaufreibende Sucherei und kann sich voll auf die Fehlerbeseitigung konzentrieren. Hat irgendwie auch was mit Datendisziplin zu tun und ist genau so ein Vorbeugen für den Fall der Fälle wie der Erste-Hilfe-Kasten im Auto.