Was ich schon lange mal ausprobieren wollte: Nämlich den Sternenhimmel zu fotografieren! Zuvor hatte ich mich im Web hinsichtlich angeblich „geeigneter“ Kameraeinstellungen schlau gemacht. Ich will mal so sagen: Wenn man ND-Filter bei Nacht quasi als Sonnenbrille vor die Linse klatscht, dann könnten die so genannten „Tipps der Profis“ möglicherweise sogar funktionieren: Also Angaben wie „ISO auf 6400 festnageln und bei Blende 1,2 für 15-20 Sekunden belichten“. Das führte bei mir nur zur hoffnungslosen Überbelichtung. Ergo Rumprobieren, und zwar nicht gerade wenig … Um Testaufnahmen kommt man also nicht drumrum. Wie es bei mir funktioniert hat: Sony Alpha 6000 mit Samyang AF 12mm. Dann bei manueller Einstellung mit ISO 3200, Blende 3,5 und 2,5 Sekunden Belichtungszeit. Mit anderen Kamera- bzw. Objektivkombinationen ergeben sich aber garantiert total andere Werte!

Es war trotzdem eine hochinteressante Erfahrung, weil:
1. Bei Dunkelheit sieht man keine Stolperfallen.
2. Wenn man in einer klaren, kalten Dezembernacht den Sternenhimmel ohne Polarausrüstung fotografieren will, dann friert man sich den Arsch ab.
3. Am Stativ vereisen die Hände.
4. Die Montage der Kamera auf dem Stativ erfordert bei völliger Dunkelheit einen sehr gut ausgeprägten Tastsinn. Oder eine Stirnlampe.
5. Das Einstellen der fummeligen Miniköpfe mit der Taschenlampe in einer Hand will gelernt sein.
6. Fokussieren ist Glückssache: Die Automatik steigt mangels Licht aus und manuell sieht man zuwenig.
7. Lichtverschmutzung ist voll ätzend.
8. Vergesst alle guten Ratschläge von so genannten „Profis“: Jedes Objektiv ist anders u. d. h. ausprobieren bis es hinhaut!
9. Ohne Stativ ist es aussichtslos.
10. Ohne Fernauslöser ist es aussichtslos.

Hier sind mal drei Aufnahmen von den zig Versuchen, alles direkt vom Balkon aus mit Blickrichtung Südwesten aufgenommen: Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab! Und eigentlich habe ich an jedem einzelnen Bild ’ne ganze Menge auszusetzen – bin ich vielleicht zu anspruchsvoll? BTW: Was ist eigentlich schlimmer – der Knipser, der sich für ’nen Fotografen hält oder der Fotograf, der sich für ’nen Knipser hält??? 😉