Der Kaninchenbraten ist bei uns schon seit Jahrzehnten das traditionelle Weihnachtsessen für Heiligabend und ebenso traditionell mache ich den grundsätzlich immer selber. Da es sich um Stall- bzw. Schlachtkaninchen handelt ist KEIN vorheriges Einlegen erforderlich; das macht man nur bei Wild. Das Rezept stammt ursprünglich von meiner Mutter. Es dauert mit rund drei Stunden zwar ewig, reicht dann aber auch locker für vier bis sechs Personen und schmeckt phantastisch.

Zeitbedarf: 3 Stunden
Portionen: mindestens 4, je nach Größe des Kaninchens auch 6

Zutaten:
1 Kaninchen 2-3 kg (oder zwei kleine 1kg-Kaninchen)
100g Speck
Margarine
4-5 Mohrrüben
6-8 Zehen Knoblauch
2 große Zwiebeln
Braten-Gewürzmischung
Gyros-Gewürzmischung
Wild-Gewürzmischung
etwas Liebstöckel
ca. 100ml Weinbrand oder Rum
1/4-1/2l Weißwein (je nach Größe des Bräters)
8-12 Kartoffeln
1kg Rosenkohl (alternativ Rotkohl)
ggf. Butter
ggf. Paniermehl

Zubereitung:
Gemüse putzen und klein schneiden; Speck in Streifen schneiden. Den Boden des Bräters so mit den Speckstreifen auslegen, dass das Kaninchenfleisch keinen direkten Bodenkontakt bekommt. Zusätzlich einige größere Margarineflocken zwischen die Speckstreifen geben. Das Kaninchen zerteilen: Vorder- und Hinterläufe, Nierenstück, Brustbein, Leber und Herz separat und ggf. Kopf (falls vorhanden). Sollte die Leber mit dabei sein dann die dahingehend untersuchen, ob auch die Galle entfernt worden ist – falls nicht Galle großräumig wegschneiden ohne die Gallenblase zu verletzen, denn die darin befindliche Flüssigkeit macht das Fleisch ungenießbar! Alle Fleischstücke sehr reichlich würzen, da das Fleisch Gewürze nur ausgesprochen schlecht annimmt. Fleischstücke in den Topf geben und das kleingeschnittene Gemüse darüber und dazwischen drapieren. Mit wenig Liebstöckel überstreuen (zuviel macht das Fleisch bitter). Zuletzt mit dem Weinbrand oder Rum sowie dem Weißwein übergießen. Den Topf verschließen. In den vorgeheizten Backofen geben und 100 Minuten bei 200°C braten, dazwischen bei Bedarf Weißwein nachfüllen und hin und wieder mal mit dem Sud bepinseln. Dann Backofen abschalten und den Braten 5-10 Minuten im Backofen nachgaren lassen. Heraus nehmen und abkühlen lassen. Rippenstück (Brustbein), Leber, Herz und Kopf schon während des Abkühlens entnehmen und daran prüfen, ob und wie gar der Braten ist. Falls es nicht reicht, nochmal für eine Viertelstunde in den heißen Backofen geben. Den Sud noch warm abfiltern und pürieren; er wird als Soße zu den Kartoffeln gereicht. Die Kartoffeln waschen und schälen und etwa eine halbe Stunde vor dem Ende der Bratzeit in leicht gesalzenem Wasser kochen, anschließend abgießen. Während das Kaninchen in der Bratröhre vor sich hin bruzzelt wird der Rosenkohl zubereitet. Zuerst den Rosenkohl putzen und abspülen. Ihn anschließend in einen hinreichend großen Topf geben und soviel Wasser auffüllen, dass der Rosenkohl eben noch nicht bedeckt ist. Etwas Salz hinzufügen, zum Kochen bringen und rund 20 Minuten im geschlossenen Topf köcheln lassen. Der Rosenkohl sollte anschließend noch Biss haben. Nun das Wasser abgießen – Vorsicht, sehr, sehr heiß! – und etwas Butter auf dem noch heißen Rosenkohl schmelzen lassen, das anschließend mit Paniermehl übertreuen und alles bis zum Servieren warm stellen. Wem der Rosenkohl zuviel Arbeit macht oder wer keinen zur Hand hat nimmt stattdessen Rotkohl: Der wird nur im Topf warm gemacht. Für Weihnachten kann man das alles am Vortag vorbereiten – wenn es einen Tag lang richtig durchgezogen ist dann schmeckt es sogar noch viel besser!