Heute will ich mal einen kleinen Trick vorstellen, der wirklich ur-uralt ist und den es in der einen oder anderen Form bereits seit Windows 95 gibt. Unter Windows 10 funktioniert es immer noch. Ob das bei Win11 der Fall ist weiß ich noch nicht, da ich aktuell (noch) nicht mit Win11 arbeite. Worum geht’s eigentlich? Vor allem dann, wenn sich mehrere Personen einen Rechner teilen und wenn man bestimmte Inhalte (Ordner, Programme, Dateien) vor unbefugten Blicken oder unbefugter Benutzung schützen, sie aber dennoch permanent abrufbar halten will, empfiehlt sich eine einfache Kindersicherung in Form von transparenten Icons unter Windows u. d. h. in Form von unsichtbaren Desktop-Icons.

Wie macht man das? Zuerst wird auf dem Desktop eine ganz normale Verknüpfung mit sichtbarem Symbol und Beschriftung angelegt. Da mit der rechten Maustaste draufklicken und „Umbennen“ wählen. Beschriftung löschen und bei gedrückter [Alt]-Taste NUR auf dem Ziffernblock die Zahlenfolge 0160 eingeben: Das erzeugt ein transparentes Zeichen als Beschriftung; mit [ENTER] bestätigen (bei mehreren unsichtbaren Icons nimmt man einfach mehrere Zeichenfolgen, also bspw. 0160-Leerzeichen-0160). Damit ist die Beschriftung schonmal verschwunden bzw. unsichtbar.


Das Ändern des Verknüpfungssymbols.

Weiter geht’s mit dem Verknüpfungssysmbol. Wieder die Verknüpfung mit der rechten Maustaste anklicken und „Eigenschaften/ Anpassen/ Anderes Symbol“ wählen. Es öffnet sich die Symbolbibliothek SHELL32.DLL.


Der Inhalt der Symbolbibliothek.

Scrollt man die Symbolbibliothek durch, dann fallen irgendwo vier vermeintliche „Zwischenräume“ auf. Bei denen handelt es sich aber keineswegs um „Zwischenräume“, sondern vielmehr um transparente Icons. Eins davon wird angeklickt und mit „OK“ als Icon für die Verknüpfung übernommen. Damit nun ist die Verknüpfung auf dem Desktop zwar unsichtbar geworden, aber dennoch voll funktionell. Die schiebt man anschließend dahin wo man sie haben will und erzählt keinem davon: Supersimpel!

Kleines Schmankerl am Rande: So vor 20 bis 25 Jahren waren Laptops noch unglaublich teuer und dienten auf der überbezahlten Manager-Ebene gerne als (meist unbenutztes) Statussymbol. Ich hattte zeitweise die Aufgabe einer Datenaufnahme vor Ort erhalten, benötigte folglich so ein Teil und lieh mir das für zwei Wochen aus (war ein harter Kampf bis die Chefetage nachgab, aber ich kann ziemlich nervig sein). Die erste Erfahrung mit dem Teil: Wenn ich das irgendwo eingeschaltet hinstellte dann musste, sobald ich nicht hinschaute, geradezu zwanghaft jeder Vollpfosten draufrumdaddeln. So ging das also nicht und ich sann auf Abhilfe. Die war einfach: Screenshot vom Desktop, den Screenshot als Desktop-Hintergrundbild eingebaut und die Taskleiste ausgeblendet. Anschließend einen Ordner angelegt, in den alle Verknüpfungen hinein wanderten, besagten Ordner nach dem obigen Verfahren unsichtbar gemacht und alles nach rechts unten in eine Ecke verschoben. Funktionierte bestens.

Dann kam allerdings der Zeitpunkt, an dem ich besagten Laptop wieder abzugeben hatte. Die Kindersicherung wieder rauszunehmen hatte ich völlig vergessen. Rund zwei Wochen später rief mich der für die Kopfgesteuerten zuständige Admin an (er war auf 180 und regte sich fürchterlich auf): „Was hast du mit dem Ding gemacht? Da funktioniert ja überhaupt nichts mehr! Seit über acht Stunden versuche ich das Ding wieder zum Laufen zu bringen! Ich kann auf den Icons rumklicken soviel ich will und es geht gar nichts!“ Ups… – und meine Antwort lautete: „Du klickst doch gar nicht auf die Icons. Das ist ’ne Kindersicherung. Du klickst bloß völlig sinnlos auf dem Hintegrundbild rum. Alle Programme und Ordner sind noch da. Die findest du rechts unten in der Ecke hinter einem unsichtbaren Icon …“ Das war das erste Mal, dass ein Mensch wirklich durch’s Telefon gekommen ist und was haben wir in unserer Abteilung vor Lachen auf dem Boden gelegen … 🙂