Da war es wieder, mein leidiges IT-Problem: Ich komme abends von der Arbeit und für meinen PC – NUR für meinen PC; Radios, Homeoffice-Arbeitsrechner meiner Frau, Smartphones usw. liefen einwandfrei – kam kein Internet. Der Router hatte einfach was gegen meinen Rechner, der ja lt. Werkstatt absolut OK sein sollte. Der Neustart der FRITZ!Box 7430 brachte rein gar nichts. Zwei technisch ziemlich versierte Bekannte meinten unabhängig voneinander, dass so manchmal das Sterben eines Routers beginnt.

Schweren Herzens kramte ich daher die in weiser Voraussicht schon vor einiger Zeit beschaffte FRITZ!Box 7530 raus und machte mich an den Routertausch – eine Sicherung der 7430er-Box hatte ich ja noch von der Sache von vor einer Woche. Ergo die alte 7430er Box stromlos gemacht, alle Strippen ab und dann die 7530er neu verkabelt sowie eingeschaltet. BTW: Alles was jetzt kommt wurde quasi in einer Gewaltaktion erledigt (deswegen gibt’s auch keine Screenshots) und ist aus dem Gedächtnis heraus notiert worden – es mag daher durchaus sein, dass ich den einen oder anderen Zwischenschritt vergessen habe. Aber es war schon spät und ich musste früh wieder raus. Außerdem zog sich die ganze Geschichte natürlich wieder hin.

So nach geschätzten zehn Minuten war die neue Box hochgefahren und ich konnte mit meinem PC und den neuen Daten (SSID, Netzwerkschlüssel, Passwort) auch auf die 7530er Box zugreifen. Selbstverständlich hatte die kein Internet. Es folgte Bildschirm für Bildschirm das Durchhangeln mit den Anmeldedaten des I-Net-Anbieters. Irgendwann stand das Internet. Daraufhin meldete die Box die Notwendigkeit eines Firmware-Updates. Das gezogen und installiert, was so rund eine Viertelstunde beanspruchte. Netzwerk hinterher wieder da? Ja, prima! Aber der Router ist zugleich auch Telefonanlage. Die musste auch noch eingerichtet werden – also wieder Bildschirm für Bildschirm durchhangeln und Anmeldedaten eintippern. Das konnte ich alles über meinen PC erledigen. Fehlte noch das Installieren der drei DECT-Telefone mit sich anschließendem Mobilteil-Reset, damit die Gespräche nicht nach ein paar Sekunden abbrechen. Das also auch noch erledigt. Weil: Die DECT-Telefone (jedenfalls eins davon) werden ja zum Rückspielen der Datensicherung von der alten 7430er-Box benötigt, also für Telefonbuch, Anruferliste, Sperrliste usw.

Es folgte das Zurückspielen der Datensicherung. Die neue 7530er-Box meldete, dass alle Daten voll kompatibel seien und sich die Sicherung somit auch in vollem Umfange zurückspielen ließe. Ja, warum auch nicht? Genau so hatte ich mir das ja auch gewünscht. Ich startete den Rücktransfer der Datensicherung, bestätigte mit einem der DECT-Telefone und ließ das einfach laufen: Dauerte! Irgendwann meldete die 7530er-Box einen Neustart (dauerte) und zeigte hinterher Betriebsbereitschaft an. Bloß mein PC sagte: Kein Internet! Der sagte sogar noch mehr: Auch keine 7530er-Box mehr! Stattdessen fand er das WLAN der alten und außer Betrieb gesetzten 7430er-Box: Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt! Ich versuchte eine Verbindung mit diesem eigentlich nicht mehr exsitenten Netzwerk herzustellen und landete auf der Login-Seite der neuen 7530er-Box. OK, gehn‘ wir mal rein. Typischer Fall von Denkste: Das Passwort für die 7530er-Box wurde als falsch zurückgewiesen! Watt’n nu‘ los?!? Die kleinen, grauen Zellen begannen zu rauchen. Internet war ja da und funktionierte auch – nur auf die Oberfläche des neuen Routers kam ich nicht!

Schließlich durchfuhr mich irgendwann nach mehreren, vergeblichen Versuchen der Gedanke: Wenn die 7530er-Box sich nach dem Rückspielen der Datensicherung schon als die alte 7430er-Box meldet, trifft das dann vielleicht auch auf die Login-Daten zu? Genauso war’s nämlich! Mit dem Passwort der alten 7430er-Box gelangte ich anstandslos zur Benutzeroberfläche. Nochmal die inzwischen wieder „vergessenen“ DECT-Telefone (nebst Mobilteil-Reset) eingerichtet und alles durgetestet: Scheint zu funktionieren … Alle am WLAN hängenden Geräte erkennen den neuen 7530er-Router jetzt als die alte 7430er-Box mit allen Einstellungen für den alten Router. D. h. der neue Router gaukelt denen vor, der alte Router zu sein. Das nun wieder erspart die echt mühsame Neuanmeldung von jedem einzelnen Gerät im Netz. Bisher läuft’s …

Die ganze Aktion hat mich satte gut drei Stunden gekostet. Meinen Feierabend hatte ich mir gänzlich anders vorgetellt. Dann hoffe ich mal, dass das Problem jetzt der Vergangenheit angehört. Und was lernen wir daraus? Es empfiehlt sich immer, einen Ersatzrouter möglichst ähnlicher oder gleicher Bauart und eine halbwegs aktuelle Router-Datensicherung in petto zu haben! BTW: IT ist Scheiße. Die alte Analogtechnik war mir da wesentlich sympatischer. Da konnte man noch durchmessen, auslöten und tauschen. Oder noch besser: Es lebe die antike Röhrentechnik! Gehäuse aufschrauben, Wollmauspopulation beseitigen, gucken: Was nicht glimmt wird aus dem Sockel gezupft und ersetzt und danach läuft’s wieder – garantiert!