Color Vibrance ist das Schlagwort für lebendigere Farben. Inwiefern unterscheidet sich das von der Farbsättigung? Verstärkt man die Farbsätigung eines Fotos, dann werden durchweg alle Farben verstärkt – die, die zuvor schon OK waren und die, die flau-unterrepräsentiert und daher verbesserungsbedürftig sind. Im letztgenannten Fall wäre bei einer Erhöhung der Farbsättigung alles in Ordnung. Der Nachteil dabei besteht allerdings darin, dass die Farben, die zuvor OK waren, jetzt derart überrepräsentiert und aufdringlich sind, dass der gesamte Bildeindruck unatürlich wirkt und somit zerstört wird. Bei der Color Vibrance ist das nicht der Fall, denn damit werden lediglich die Farben, die es auch nötig haben, verstärkt. Allerdings lässt sich das Verfahren nicht auf alle Bilder anwenden – das Histogramm des Fotos muss für eine erfolgreiche Color-Vibrance-Korrektur zwei ganz bestimmte Eigenschaften aufweisen. Es muss nämlich jeweils „Leerstellen“ am Anfang und Ende besitzen.


Ein für Color Vibrance geeignetes Foto, bei dem das Histogramm am Anfang und Ende leere Bereiche zeigt.

Dies ist das zum Histogramm gehörige Bild.

Nun existieren zur Anwendung einer Color-Vibrance-Korrekur zwar maßgeschneiderte Programme, doch wer GIMP verwendet benötigt die gar nicht. Es geht damit nämlich ganz einfach. Zuerst wird das zu korrigierende Bild mit „Datei/ Öffnen“ unter GIMP geladen. Man ruft „Farben/ Kurven“ auf.


Die Kurvenkorrektur.

Mit dem Mauszeiger werden bei dem Kanal „Wert“ das linke und das rechte Ende der Kurve „angefasst“ und soweit verschoben bis der „leere“ Bereich ausgegrenzt ist. I. d. R. verdunkelt sich das Bild dabei etwas. Das korrigiert man, indem die Kurve etwa mittig „angefasst“ und in Richtung des größten Peaks verschoben wird. Da das Foto die Korrektur unmittelbar zeigt lässt es sich hier sehr bequem „auf Sicht“ arbeiten. Ist man mit dem Ergebnis zufrieden, dann wird die Bearbeitung mit „OK“ bestätigt und das fertige Bild exportiert.


Das Resultat der Color-Vibrance-Korrektur.

Der unmittelbare Vorher-Nachher-Vergleich.

Anzumerken sei noch, dass es sich durchaus lohnen kann, die Methode der Color-Vibrance-Korrektur mit einer Kontrastmaske zu kombinieren. Damit lässt sich – je nach Bild – manchmal die Kamera-interne DRO-Funktion zur verbesserten Tiefenzeichnung nachbilden.