„Wenn du glaubst, etwas Kleines könnte nichts bewirken, dann versuch‘ mal in einem Zimmer zu schlafen, in dem sich ein Moskito befindet.“
(Weise Worte des Dalai Lama.)

Nachts gegen 00:30 Uhr: Es ist Ostervollmond und dieser Bühnenscheinwerfer da oben am Himmel strahlt mir voll ins Gesicht. Nicht wirklich gut zum Schlafen. Etwa zeitgleich erhalte ich eine massive Adrenalin-Injektion – „BsssSSSssss!!!“ – und sitze plötzlich hellwach alarmiert im Bett. Kein Gedanke mehr an Schlaf! Ich habe diesen verdammten facettenäugigen, geflügelten, rüsselbewehrten Blutsauger zwar nicht erwischt, aber angezapft hat der mich zum Glück auch nicht. BTW: Vor Jahren besaß ich mal einen Wecker, der gar nicht mal sonderlich laut war, aber eben auch ganz genau dieses Geräusch erzeugte – der hat garantiert hellwach gemacht!

Da sich das mit dem Schlaf somit ohnehin erledigt hatte konnte ich eigentlich auch mal die Sache, die mir schon lange durch den Kopf gegangen war, ausprobieren – nämlich: Wie werden eigentlich Vollmond-Fotos, wenn ich mein Walimex-Danubia-Altglas vor die Sony Alpha 6000 schraube? Ich muss dazu sagen: Ideal waren die Fotobedingungen nicht, denn um den Mond herum gab es einen unübersehbaren Lichthof, der untrüglich auf nicht gänzlich freie Sicht hinwies. Ob’s Dunst oder Feinstaub der zahlreichen Osterfeuer gewesen ist vermag ich nicht zu sagen. Ausprobiert habe ich die Sache trotzdem: Alles zusammengeschraubt, Kamera auf’s Stativ und ausgerichtet, zur Fernbedienung gegriffen und erst einmal eine Belichtungsreihe gemacht: Mit 1500mm Brennweite, ISO 1600, Blende 11-16, 1/640-1/1250 Sek. Belichtungszeit und manueller Fokussierung kam ich am besten hin. Es folgten pro Aufnahme ein paar Kleinserien, immer so zwei bis fünf Fotos umfassend. Davon wurden die, die einigermaßen scharf aussahen, ausgesucht.

Nun ja – eigentlich hatte ich mir deutlich mehr davon versprochen. Meine Zielvorstellung waren scharf abgebildete, einzelne Felsbrocken auf der Mondoberfläche – man gönnt sich ja sonst nichts! 😉 Das jedenfalls hat nicht geklappt. Aber vielleicht könnte man mit der Bildbearbeitung noch was rausholen? Das haute einigermaßen hin, und zwar nach folgendem Schema:
Focus Stacking mit CombineZP.
Foto-Details herausarbeiten mit GIMP und G’MIC.
– Leichte Bildschärfung.
– Korrektur von Ausleuchtung, Kontrast und Sättigung mit JPG Illuminator.
Ebenenbearbeitung mit GIMP gemäß Vollmond-Tutorial.

Hier sind mal die drei besten Aufnahmen vom Ostervollmond – draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab. Wie schon gesagt: Zufrieden bin ich damit zwar nicht, aber ganz schlecht sind die Bilder wohl auch nicht. Was mich stört ist, dass es irgendwie weichgezeichnet aussieht. Keine Ahnung, ob das vom Objektiv oder von der nicht gänzlich ungetrübten Sicht kommt. Muss ich das eben irgendwann bei wirklich ganz klarer Sicht nochmal wiederholen!