Synchronisierungsproblem … – worum geht’s? Manchmal hat man Filme, bei denen Bild und Ton nicht synchron laufen. Ich finde es voll ätzend wenn das asynchron ist! Man müsste in solchen Fällen die Tonspur einfach nach vorne oder hinten verschieben können, was aber angesichts des Aufbaus von Videodateien eben nicht so wirklich einfach möglich ist. Die Lösung des Problems liefert allerdings eine portable Windows-Freeware, nämlich Avidemux.

Nach dem Start präsentiert sich Avidemux mit aufgeräumter Oberfläche. Mit „Datei/ Öffnen“ lädt man einen Film (geht schnell mit MP4, dauert recht lange mit AVI und MKV sollte man aus Qualitätsgründen lieber gleich links liegen lassen). Bitte beachten: Sollte sich die Software an dieser Stelle aufhängen, dann das Programm mittels Task-Manager abschießen und erneut starten. Anschließend, BEVOR ein Film geladen wird, unter „Bearbeiten/ Einstellungen/ Darstellung/ Darstellungsoptionen der grafischen Oberfläche“ das Häkchen vor „OpenGL benutzen“ entfernen (ist normalerweise per Voreinstellung aber auch nicht vorhanden) und ggf. im gleichen Fenster unter „Video-Anzeige“ eine andere Anzeigeoption wählen. Jetzt sollte der „Hänger“ der Vergangenheit angehören und sich der Film auch anstandslos laden lassen.

Kommen wir nun zu dem eigentlichen Synchronisierungsproblem. Was ist darunter zu verstehen? Entweder das Bild läuft vor und der Ton hinkt hinterher oder umgekehrt, also der Ton läuft vor und das Bild hinkt nach. In Bezug auf die Lippenbewegungen der Schauspieler sieht das bereits bei einer Fünftelsekunde Versatz (d. h. 200 Millisekunden) total ätzend und abnervend aus! Avidemux kann das korrigieren. Links neben dem Bild des Videos finden sich ein paar Einstellmöglichkeiten. Sowohl unter „Video-Codec“ wie auch unter „Audio-Codec“ muss „Copy“ aktiviert sein. Unter „Ausgabeformat“ aktiviert man den Muxer, der für das vorliegende Dateiformat zuständig ist, also „AVI Muxer“ für AVI-Videos, „MP4 Muxer“ für MP4-Videos usw. Das sind die Grundeinstellungen.

Nun zur Synchronisierung selbst: Unter „Audio-Codec“ gibt es noch die Checkbox „Delay“. Die wird aktiviert, indem man das Häkchen davor setzt. Dort kann die Korrektur der Tonspur um plus-minus zwei Sekunden in Millisekunden (d. h. -2000…+2000) eingegeben werden. Hört sich zwar zuerst mal nicht nach besonders viel an, ist aber im Normalfall mehr als nur ausreichend, denn – wie schon gesagt – bereits bei 200 Millisekunden Versatz sieht der Film voll ätzend aus! Wenn man den Versatz kennt, dann trägt man ihn hier ein und das war’s dann auch schon beinahe.

Normalerweise kennt man den Versatz aber nicht. Daher geht’s jetzt an’s Ausprobieren. Man trägt also versuchsweise einen Versatz in Millisekunden bei „Delay“ ein. Der bereits erwähnte Betrag von 200 (bzw. -200) ist ein guter Anfangswert. Nun den Film mit dem Play-Button (in der Buttonleiste unten) starten und kontrollieren, wie synchron Bild und Ton laufen. Am besten lässt sich das irgendwo mitten im Film beurteilen, daher mit „Navigation/ Gehe zum Zeitpunkt“ oder mittels des Schiebereglers einen Punkt mittendrin anspringen. Wennn’s nicht passt, nochmal auf den Play-Button klicken und der geht auf Pause. Nun den „Delay“-Wert ändern; ein typischer Versatz bewegt sich oftmals im Bereich von -500…-100 bzw. von 100…500 Millisekunden. Wieder auf „Play“. Und so weiter, bis es passt. Das ist etwas frickelig. Irgendwann aber haut’s hin – mit etwas Glück schon beim ersten, mit Pech beim hundertsten Versuch. Es ist dabei übrigens gar nicht mal nötig, das wirklich exakt bis auf die letzte Millisekunde hinzubekommen. Ungefähr reicht i. d. R. schon völlig aus. Wenn’s dann aber passt, dann das Video mit „Datei/ Speichern“ als Kopie (d. h. mit neuem Dateinamen) abspeichern. Es kann – zumindest bei der Windows-Version – passieren, dass das Abspeichern erst beim zweiten oder dritten Mal funktioniert.

Diese abgespeicherte Kopie öffnet man anschließend in einem anderen Player wie bspw. VLC und kontrolliert, ob die Änderung auch „angekommen“ ist. Gerade bei MP4-Videos kann es erfahrungsgemäß nämlich vorkommen, dass das nicht Fall ist – daher ist AVI bei diesen Arbeiten durchaus vorzuziehen. Für MP4 muss man beim Output-Format übrigens auf „MP4v2 Muxer“ umschalten, damit es überhaupt funktionieren kann. Jedenfalls ist das dargestellte Verfahren hervorragend geeignet, um asynchrone Filme zu reparieren! That’s all …