Jetzt kommt mal ein Beitrag zur künstlerischen Bearbeitung von Fotos. Streng genommen fällt das in den Bereich der Bildmanipulation. Es soll um Überlagern und Blending gehen, also um das Zusammenfügen zweier Bilder, so dass sie zuletzt wie ein einziges Foto erscheinen. Ich will die Methode einmal anhand der Konstruktion eines „Felsgesichts“ – also anhand eines in eine Felswand integrierten Portraits – demonstrieren. Dazu benötigt man als Zielbild (soll das Portrait aufnehmen) das Foto der Felswand und als Quellbild (soll in das Zielbild integriert werden) die Portraitaufnahme. Beide Bilder sollten, damit die Montage einfacher vonstatten geht, zuvor bereits fertig bearbeitet und das Portrait zudem noch komplett entsättigt worden sein, so dass letzteres Foto als Graustufenaufnahme vorliegt. Als Software der Wahl kommt GIMP zum Einsatz.


Das Zielbild zeigt einen Felsen des Hohensteins im Süntel.

Das Quellbild zeigt ein Portrait von mir aus dem Jahr 2004, aufgenommen von dem Fotografen Thomas Dashuber für „Leib & Leben Spezial Jahrbuch 2004“ und entstanden anlässlich eines Interviews zum Thema Synästhesie.

Zuerst wird mit „Datei/ Öffnen“ das farbige Zielbild geladen. Sodann lädt man mit „Datei/ Als Ebenen öffnen“ das entsättigte Quellbild hinzu. Nun müssen die Größen der Aufnahmen aufeinander abgestimmt werden. Dazu im Werkzeugkasten das Skalierungswerkzeug anklicken und anschließend in das Graustufenbild klicken.


Die Skalierung.

Über dem Quellbild erscheint jetzt ein Skalierungsrahmen. Der kann bei gedrückter linker Maustaste so justiert werden, dass das Portrait exakt die gewünschte Größe hat. Der Button „Skalieren“ führt den Vorgang aus. Nach erfolgter Skalierung ist der Ort auf dem Zielbild, an den das Quellbild am besten hin passt, zu suchen. Das funktioniert am besten, wenn das Quellbild ganz leicht transparent ist. Dazu die Deckkraft im Ebenenfenster auf einen Wert um die 70% herum einstellen.

In Folge im Werkzeugkasten das Verschiebewerkzeug anklicken und das Quellbild genau so platzieren wie man es haben möchte, anschließend im Ebenenfenster die Deckkraft wieder zurück auf 100% justieren. Danach den Modus „Überlagern“ auswählen und nun schimmert das Zielbild bereits deutlich durch das Quellbild hindurch. Allerdings sieht es immer noch wie zwei übereinander geschobene Ebenen aus und um etwas anderes handelt es sich ja bisher auch noch nicht. Das Überlagern ist damit beendet. Weiter geht es mit dem Vermischen, dem Blending.

Damit es zusammen passt müssen die Ränder des Quellbildes beseitigt werden. Das funktioniert am besten, wenn man mit [Strg][Scrollrad] in das Bild rein zoomt. Im Werkzeugkasten das Radiererwerkzeug aktivieren und die umlaufenden Ränder des Portraits damit wegradieren, so das das Zielbild durchscheint. Mit [Strg][Scrollrad] wieder raus zoomen und mit [Strg][Shift][j] das Bild ins Fenster der Arbeitsoberfläche einpassen.

Jetzt geht es darum, das Quellbild so zu optimieren, dass dessen Details trotz des Hintergrundes noch einigermaßen erhalten bleiben. Dazu „Farben/ Helligkeit/Kontrast“ selektieren, den Kontrast erhöhen und mit „OK“ bestätigen. Leider reicht das aber noch nicht. Daher im Ebenenfenster mit der rechten Maustaste auf das (farbige) Zielbild klicken, in der Drop-Down-Liste „Ebene duplizieren“ wählen und diese duplizierte Ebene ganz nach oben schieben: Auf der Arbeitsoberfläche verschwindet die Einfügung des Quellbildes. Anschließend im Ebenenfenster den Modus „HSV-Farbton“ aktivieren und – immer noch im Ebenenfenster – das Graustufen-Quellbild (also im Beispiel das Portrait) anklicken: Jetzt ist es auch auf der Arbeitsoberfläche wieder sichtbar. „Farben/ Werte“ selektieren und mit den Anfassern unter dem Histogramm Kontrast und Helligkeit der Einpassung optimieren, mit „OK“ bestätigen.


Der letzte Feinschliff mit den Farbkurven.

Für den letzten Feinschliff wird „Farben/ Kurven“ aufgerufen und mit der Farbkurve gespielt bis sie soweit verbogen ist, dass die Einpassung natürlich aussieht. Wieder mit „OK“ bestätigen. Zuletzt klickt man im Ebenefenster auf die einkopierte Graustufen-Ebene und wählt in der Drop-Down-Liste „Nach unten vereinen“. Dieses Bild wird anschließend exportiert: Fertig!


So sieht das „Felsgesicht“ letztlich aus.