Es gibt etliche Methoden, um Bilder so miteinander zu vermischen, dass etwas Neues zu entsteht. Das nachfolgende Verfahren mag hinsichtlich der Motive vielleicht etwas eingeschränkt sein, ist dafür aber binnen nur weniger Minuten abgehakt. Es geht nämlich darum, einen Weg (oder eine Straße) durch ein anderes Motiv zu ersetzen. Die Software der Wahl – zumindest für’s Grobe – ist GIMP. Für die letzten Feinarbeiten – nämlich die Lagekorrektur und die Optimierung von Farben, Ausleuchtung, Sättigung usw. – bevorzuge ich allerdings PhotoScape und JPG Illuminator (obwohl man das auch mit GIMP erledigen könnte). Da kommt bei mir der Heimwerker wieder durch: Ich könnte zwar für alle möglichen Schrauben Gripzange oder Engländer verwenden, aber eine Sammlung von passenden Ring- oder Maulschlüsseln ist mir sehr viel lieber! Mit der Software halte ich es genauso. Wie das Basteln des „Wasserweges“ funktioniert will ich einmal im Beispiel zeigen. Bei dem Wasserweg handelt es sich um einen Bohlensteg, der durch eine Wasseroberfläche ersetzt werden soll.

Also, wie geht das? Zuerst wird das Zielbild – also das Bild, in das einkopiert werden soll – mit „Datei/ Öffnen“ geladen. Anschließend wird das Quellbild – also das Bild, welches im Zielbild ein Motiv ersetzen soll – mit „Datei/ Als Ebenen öffnen“ hinzu geladen.


Das Quellbild – die Nordsee vor Büsum – aus dem der „Wasserweg“ entnommen werden soll.

Das Zielbild – im Winzlarer Moor – in dem der Bohlensteg durch einen „Wasserweg“ ersetzt werden soll.

Um das Positionieren des Quellbildes zu vereinfachen wird im Ebenenfenster die Deckkraft vorübergehend auf einen Wert um die 50% eingestellt. Im Werkzeugkasten auf das Skalierungswerkzeug und anschließend in das Bild klicken, so dass ein Skalierungsrahmen erscheint. Nun das Quellbild skalieren (ggfs. auch noch verschieben, damit das zu ersetzende Motiv komplett abgedeckt ist) und die Größenänderung mit dem Button „Skalieren“ übernehmen.


Das Skalieren bewirkt, dass das Quellbild optimal zum Zielbild passt.

Im Ebenenfenster die Deckkraft wieder auf 100% erhöhen und als Modus „Überlagern“ auswählen. Immer noch in diesem Fenster mit der rechten Maustaste auf die Ebene mit dem Quellbild klicken und in der sich öffnenden Drop-Down-Liste „Ebenenmaske hinzufügen“ auswählen. Die Maske wird mit „Weiß (volle Deckkraft)“ initialisiert und mit dem Button „Hinzufügen“ erstellt. Anschließend ist sicher zu stellen, dass die Vordergrundfarbe (unter dem Werkzeugkasten) wirklich rein Schwarz ist. Im Werkzeugkasten den Pinsel selektieren und relativ groß einstellen. Damit wird nun all das übermalt, was später KEIN Wasser beinhalten soll.


Das Übermalen bewirkt, dass das Zielbild wieder zum Vorschein kommt.

Sobald das erledigt ist klickt man im Ebenenfenster mit der rechten Maustaste auf das Zielbild und wählt „Ebene duplizieren“, danach diese duplizierte Ebene im Ebenenfenter ganz nach oben ziehen: Das Wasser verschwindet.


Die Anordnung der Ebenen im Ebenenfenster.

Um das Wasser wieder sichtbar zu machen wird als Modus „HSL-Farbe“ ausgewählt. Dadurch erscheint zwar einerseits die Textur der Wasseroberfläche wieder, aber andererseits weist sie jetzt den Farbton vom Zielbild auf. Um den Farbton zu korrigieren wird die Deckkraft auf einen Betrag irgendwo zwischen 30 und 50% (Richtwert!) reduziert. Damit ist das (Roh-) Bild fertig. Es wird OHNE das Zusammenfügen irgendwelcher Ebenen direkt exportiert.


Das Rohbild des „Wasserweges“.

Was man letztlich noch machen kann – aber nicht muss – sind gewisse Feinarbeiten. Prinzipiell können die zwar auch mit GIMP durchgeführt werden, doch das Drehen zwecks Lagekorrektur ist mit PhotoScape wesentlich einfacher und schneller als mit GIMP, weil bei PhotoScape der nachträgliche Bildausschnitt entfällt (die Software ergänzt die Ränder selbständig). Und hinsichtlich Farb-, Belichtungs-, Kontrast- und sonstiger Korrekturen kann ohnehin kein Programm mit dem JPG Illuminator konkurrieren (auch GIMP nicht).


Die Feinarbeiten führen zum optimierten Bild.

Selbstverständlich lassen sich anstelle einer Wasseroberfläche als Quellbilder auch noch andere Motive einsetzen. Hier sind mal zwei nach der oben beschriebenen Methode angefertigte Beispiele, nämlich ein „Blumenweg“ und ein „Wolkenweg“.


Der „Blumenweg“.

Der „Wolkenweg“.