Mit Fotomontagen kann man simultan realistisch und doch zugleich unwirklich erscheinende Bilder erzeugen. Alles was man dazu benötigt sind ein Quellbild (also das Bild, welches eingebaut werden soll) und ein Zielbild (also das Bild, in dem Teile zu ersetzen sind) mit möglichst gleichen Maßen und auch möglichst ähnlicher Perspektive, so dass die Proportionen stimmen – denn andernfalls sieht’s hinterher nicht aus und das Bild „wirkt nicht“. Als Software der Wahl bietet sich GIMP an und da wird vorwiegend das Radierer-Werkzeug benötigt, so dass die Bildmontage im Grunde genommen eine „Radierung“ ist. Beim Radieren selbst ist etwas Geduld gefragt – je glatter an einer Kante entlang radiert werden kann, desto einfacher und schneller geht’s. Komplexe Motive wie bspw. Baumkronen o. ä. verbieten sich daher bei dieser Methode quasi von selbst – deren Bearbeitung ist zwar nicht unmöglich, aber doch eher was für Masochisten.


Das Quellbild zeigt einen zugefrorenen Teich im Deister und das Zielbild eine Felsformation der Teufelsmauer im Harz.

Und wie geht das jetzt? Mit „Datei/ Öffnen“ wird das Quellbild geladen. Mit „Datei/ Als Ebenen öffnen“ kommt das Zielbild hinzu. Nun sicherstellen, dass die Vordergrundfarbe Schwarz und die Hintergrundfarbe Weiß ist (unter dem Werkzeugkasten). Im Ebenenfenster mit der rechten Maustaste auf die Zielbild-Ebene (steht oben) klicken und in der Drop-Down-Liste „Ebenenmaske hinzufügen“ aktivieren. Es erscheint eine Dialogbox zum Initialisieren der Ebenenmaske. Hier „Weiß (volle Deckkraft)“ auswählen und mit „Hinzufügen“ bestätigen.


Das Initialisieren der Ebenenmaske.

Nachdem die Ebenenmaske hinzugefügt worden ist erscheint im Ebenenfenster neben dem Zielbild ein weißes Rechteck. Da mit der rechten Maustaste draufklicken und „Ebenenmaske anwenden“ selektieren. Nun sind Zielebene und Bildebene miteinander verbunden. Die Ebenenmaske kennt nur zwei Farben, nämlich Schwarz und Weiß. Radiert man bei der o. e. Initialisierung, dann nimmt man ihr das Schwarz weg und die darunter liegende Ebene – also das Quellbild, welches für die Maske die Hintergrundfarbe Weiß ist – kommt zum Vorschein. Daher anschließend im Werkzeugkasten das Radiererwerkzeug auswählen.


Die Einstellungen des Radierers.

Die Einstellungen des Radierers müssen sich selbstverständlich nach dem Bild richten, aber als Richtwerte für das Abfahren der feinen Kanten mögen gelten:
– Deckkraft 100,
– Größe 20,
– Abstand 10,
– Härte 15.
Man radiert jetzt im Bild auf der Arbeitsoberfläche. Die Feinarbeiten an den Kanten erfordern den mit Abstand größten Zeitbedarf. Es empfiehlt sich dabei unbedingt, mit [Strg][Scrollrad] in das Bild rein zu zoomen und die Kanten stückweise zu bearbeiten, denn wenn ein Fehler passiert, lässt der sich mit „Bearbeiten/ Rückgängig“ umgehend wieder zurück nehmen. Wenn man die Kanten sauber bearbeitet hat bleibt nur noch die Fläche übrig und das geht schnell. Dazu die Radierergröße auf 40 erhöhen und über die Fläche radieren. Nun mit [Strg][Scrollrad] rauszoomen und mit „Ansicht/ Bild im Fenster zentrieren“ oder [Shift][j] das Bild wieder mittig auf der Arbeitsfläche positionieren. Überprüfen ob man auch alles „erwischt“ hat und im Bedarfsfalle nacharbeiten. Sobald alles OK ist werden Quell- und Zielbild mit „Ebene/ Nach unten vereinen“ zusammengefügt und zuletzt exportiert man die fertige Fotomontage.


Die fertige Fotomontage.

Hier ist noch ein weiteres Beispiel:


Das Quellbild zeigt einen eisigen Morgen vor Sonnenaufgang im Schaumburger Land und das Zielbild eine Felsformation auf Fuerteventura.

Die Montage aus beiden Fotos.

Das Verfahren mit den Radierungen ist aufgrund der Voraussetzung eher glatter oder regelmäßiger Kanten zwar nur eingeschränkt anwendbar, doch entsprechende Montagen sind damit nur noch ein Sache von Minuten.