Backup-Programme gibt es wie Sand am Meer. Wer es nicht so mit der Datendisziplin hat und seine Daten auf der Platte wie mit der Grießkanne verteilt (was irgendwo gewissermaßen auch eine ganz spezielle Form von Datenschutz darstellt) der ist mit einer großen, kommerziellen Lösung, die ständig ausnahmslos alles sichert, wohl am besten bedient. Der wird dafür allerdings auch kräftig zur Kasse gebeten. Wer hingegen etwas Ordnung auf seinem Computer hält und die Daten sortiert in eigens dafür erstellten Ordnern ablegt – also etwa in \Dienstplan, \Stundenzettel, \Urlaubsplan, \Finanzamt, \Krankenkasse usw. – der hat es mit der Datensicherung recht einfach, denn er muss lediglich den betreffenden Ordner 1:1 auf das Sicherungslaufwerk kopieren. Dafür braucht man eigentlich gar kein Backup-Programm, denn das geht mit Windows-Bordmitteln, also dem Windows-Explorer, und noch bequemer mit einem simplen Batch-Job.

Aber dann gibt es da noch diverse portable Programme – bspw. Kalenderchen von Daniel Manger, ScribblePapres von Jens Hötger u. v. a. m. – die ihre Datenbestände im jeweiligen Programm-Unterordner speichern. Die kann man zwar auch 1:1 mit Bordmitteln kopieren, doch das dauert. In derartigen Fällen ist ein einfaches Backup nützlich, welches nur die neuen bzw. geänderten Dateien raussucht und auf ein bereits vorhandenes Sicherungslaufwerk schreibt. D. h. anstelle des hohen Zeitaufwand erfordernden Kopierens von vielleicht ein paar tausend Dateien (alt und neu) werden dann nur noch ein paar hundert Dateien (nur neu) kopiert. Genau das macht die portable Windows-Freeware Back4Sure von Ulrich Krebs. Sicher, die allererste Sicherung dauert genauso lange wie das manuelle Kopieren. Aber jede nachfolgende Sicherung ist anschließend nur noch eine Sache von Sekunden, bestenfalls von Minuten.


Die Programmoberfläche von Back4Sure, hier mit Dateiliste (vgl. unten).

Back4Sure kommt als ZIP-Archiv von gut 4MB Größe. Das wird in irgendeinen leeren Ordner entpackt und beansprucht danach 10MB. Die Startdatei ist „Back4Sure.exe“. Nach dem Start präsentiert sich das Programm aufgeräumt mit einer Explorer-ähnlichen Baumstruktur links und mit diversen Sicherungsoptionen rechts. Bei denen ist es am wichtigsten, unter „Ziel“ das Ziel-Laufwerk der Sicherung und ggfs. unter „Protokoll“ einen Ordner für die Protokollerstellung der Sicherung anzugeben (damit man hinterher kontrollieren kann ob auch alles geklappt hat). Die Optionen „Filter“, „Komprimierung“, „Aktionen“ kann man erst einmal außen vor lassen. Unter „Bereinigung“ empfiehlt es sich, die Checkboxen „Nur Dateien löschen, die nicht mehr im Quellverzeichnis existieren“ sowie „Bereinigung nur unterhalb der zu sichernden Verzeichnisse“ zu aktivieren. Unter „Bestätigungen“ ist es sinnvoll, sowohl beim Kopieren wie auch beim Bereinigen eine Liste der zu bearbeitenden Dateien anzuzeigen – „Bereinigung“ und „Bestätigungen“ sind jedoch nicht unbedingt erforderlich.


Das Backup läuft.

Daraufhin sucht man sich links in der Baumstruktur die zu sichernden Ordner, klickt die an – sie werden fett hervor gehoben – betätigt unten rechts den Button „Backup ausführen!“ und das Backup läuft. Die Daten werden auf das Sicherungslaufwerk geschrieben, bspw. als Ordner „Drive_C\PortableProgramme\Office_ScribblePapers“ o. ä. Diese Struktur wird seitens Back4Sure angelegt und entspricht der Struktur auf dem Quell-Laufwerk. Es ist daher NICHT nötig, eine entsprechende Ordnerstruktur zuvor manuell anzulegen! Zudem kann man Back4Sure diese Ordnerstruktur natürlich auch in einen bereits erstellten Ordner als Unterordner schreiben lassen. Die erste Sicherung dauert, wie schon gesagt, genauso lange wie das manuelle Kopieren – weil noch keine Dateien da sind. Aber bei jeder folgenden Sicherung wird nur noch das kopiert, was wirklich neueren Datums ist und dann geht’s wirklich fix!

Nun stellt sich natürlich die Frage, ob auch alles auf dem Ziel-Laufwerk angekommen ist: Ist es! Einerseits kann man gerade bei portablen Programmen besagte Programme zwecks Überprüfung vom Ziel-Laufwerk aus starten und die Sache so kontrollieren. Andererseits kann man bei reinen Datenordnern (s. o. – \Urlaubsplan, \Finanzamt usw.) nachschauen, ob alles da ist. Zusätzlich gibt es aber auch noch die bereits erwähnten Protokolle. Bei denen handelt es sich um reine Textdateien, die als „(Datum)_(Uhrzeit).log“ abgelegt werden und die man mit jeder Textverarbeitung oder mit jedem Texteditor öffnen kann. Der Inhalt einer Erstsicherung sieht dann etwa so aus:
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*** Zusammenfassung des Jobs ***
Jobname: Unbenannt
Beginn: 2022-06-13, 17:51:01
Ende: 2022-06-13, 18:00:33
Verstrichene Zeit: 00:09:32
Ergebnis des Backups: 0 (Kein Fehler)

*** Zusammenfassung des Backups ***
Anzahl Dateien im Backup: 8561
Anzahl Bytes im Backup: 84891551 (80,96 MiB)
Zu kopierende Dateien: 8561
Zu kopierende Bytes: 84891551 (80,96 MiB)
Kopierte Dateien: 8561
Kopierte Bytes: 84891551 (80,96 MiB)
Geschwindigkeit: 0,15 MiB/s
Fehler beim Zugriff auf Quellverzeichnisse: 0
Fehler beim Kopieren: 0

*** Fehler beim Zugriff auf Quellverzeichnisse ***
Keine Fehler aufgetreten

*** Fehler beim Kopieren ***
Keine Fehler aufgetreten
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Bei einer Folgesicherung der gleichen Ordner hingegen ergibt sich dieses Bild (ich habe das mit einer alten Sicherung vom Februar ’22 und mit einer neuen Sicherung vom Juni ’22 ausprobiert – man beachte den Zeitunterschied bei „Verstrichene Zeit“!):
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*** Zusammenfassung des Jobs ***
Jobname: Unbenannt
Beginn: 2022-06-13, 18:18:16
Ende: 2022-06-13, 18:19:03
Verstrichene Zeit: 00:00:47
Ergebnis des Backups: 0 (Kein Fehler)

*** Zusammenfassung des Backups ***
Anzahl Dateien im Backup: 8561
Anzahl Bytes im Backup: 84891551 (80,96 MiB)
Zu kopierende Dateien: 101
Zu kopierende Bytes: 2334425 (2,23 MiB)
Kopierte Dateien: 101
Kopierte Bytes: 2334425 (2,23 MiB)
Geschwindigkeit: 0,19 MiB/s
Fehler beim Zugriff auf Quellverzeichnisse: 0
Fehler beim Kopieren: 0

*** Fehler beim Zugriff auf Quellverzeichnisse ***
Keine Fehler aufgetreten

*** Fehler beim Kopieren ***
Keine Fehler aufgetreten
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Erwähnenswert ist noch, dass man jedem Sicherungsjob einen Namen zuweisen kann und unter diesem Namen wird der Job dann mit der Erweiterung *.b4j im Back4Sure-Ordner abgespeichert. D. h. man kann die gleichen Sicherungseinstellungen immer und immer wieder mit „Datei/ Job öffnen“ weiter verwenden: Verschiedene Namen für verschiedene Sicherungsquellen oder -ziele verstehen sich von selbst. Damit wird das Backup sehr komfortabel. Vielleicht noch ein kleiner Hinweis zu der „Fehler“-Angabe in den Protokollen: Fehler weisen darauf hin, dass entweder
– eine Datei gerade in Benutzung ist und daher nicht kopiert werden kann (kann man später immer noch manuell erledigen) oder dass
– ein gravierendes Problem mit dem jeweiligen Laufwerk vorliegt.
Letzteres darf man getrost als Wink mit der Zaunlatte dahingehend verstehen, als dass Platte, USB-Stick oder was auch immer dabei ist, den Geist aufzugeben.

Fazit: Back4Sure ist ein kleines und feines, kostenloses sowie portables Backup-Programm für alle diejenigen, die ihre Daten sortiert in Ordnern unterbringen und zeichnet sich durch hohe Zuverlässigkeit aus. Die Bedienung erschließt sich zwar quasi von selbst, allerdings dürfte es unerlässlich sein, sich anfangs etwas intensiver mit der Software auseinander zu setzen, damit man weiß, wie sie genau funktioniert. Danach aber führt Back4Sure zu einem echten und erheblichen Zeitgewinn. Setzt man die Software zudem noch regelmäßig ein, dann sollten Datenverluste durch PC-Crash o. ä. künftig der Vergangenheit angehören. Aus meiner Sicht ist die Freeware daher uneingeschränkt sehr empfehlenswert!