Wenn man unter suboptimalen Lichtverhältnissen fotografiert dann geschieht es mitunter, dass die Farben an Leuchtkraft verlieren. Man kann die Farbleuchtkraft allerdings nachträglich noch optimieren. Ich will hier einmal am Beispiel von GIMP mit G’MIC zeigen, wie dabei vorzugehen ist. Wobei es jedoch – dass muss ich einschränkend hinzufügen – einfachere und bessere Möglichkeiten als mit GIMP und G’MIC gibt.


Originalaufnahme: Das Hannoversche Rathaus lag am Tag der Niedersachsen im Schatten, wodurch die Leuchtkraft der Farben merklich gelitten hat.

Zuerst wird das Originalbild mit „Datei/ Laden“ unter GIMP geladen. Anschließend mit der rechten Maustaste im Ebenenfenster draufklicken und in der Drop-Down-Liste „Ebene duplizieren“ auswählen. Jetzt „Filter/ G’MIC-Qt…“ anklicken und das G’MIC-Fenster öffnet sich. Man sucht „Layers/ Tones to Layers“. Für „Number of Tones“ empfiehlt sich als Richtwert 4-5 und wer einen wirklich super-leistungsfähigen Rechner hat kann auch mehr nehmen. Mit „OK“ bestätigen. G’MIC unterteilt das Foto jetzt in die o. e. 4-5 Farbtonebenen und gibt die zurück an GIMP.

Nun FÜR JEDE AUFGETEILTE EBENE EINZELN die Ebene mit der linken Maustaste im Ebenendialog aktivieren, „Farben/ Sättigung“ aufrufen, in der betreffenden Dialogbox die Skalierung ganz nach rechts ziehen (d. h. Hochfahren) und mit „OK“ bestätigen. Dazu noch zwei Hinweise: Anstelle der Sättigung kann man selbstverständlich auch Schärfen, die Farbbalance ändern o. ä. – manchmal lohnt es sich, damit herum zu experimentieren. Und: Sollte das Bild auf der Arbeitsfläche nach der Sättigungs-Skalierung zu bunt erscheinen, dann die zuerst duplizierte Ebene aktivieren und mäßig (!) entsättigen. Ist die Sättigung für jede der aufgeteilten Ebenen verstärkt worden, dann die oberste Ebene aktivieren, mit der rechten Maustaste wieder die Drop-Down-Liste aufrufen und unten „Sichtbare Ebenen vereinen/ Vereinen“ anklicken: Die Ebenen verschwinden und zurück bleibt ein Bild, welches bereits sichtlich optimierte Farbleuchtkraft aufweist. Wenn man damit schon zufrieden ist dann kann man es exportieren und die Bearbeitung an dieser Stelle beenden.


Das Foto nach der Ebenenbearbeitung.

Reicht es hingegen noch nicht aus, dann folgt die Kontrastoptimierung. Dazu die eine jetzt noch vorhandene Bildebene anklicken, rechte Maustaste und wieder „Ebene duplizieren“ selektieren. Als Modus (über dem Ebenenfenster) wird „Faser extrahieren“ gewählt und das Bild färbt sich nichtssagend grau. Nun „Filter/ Verbessern/ Schärfen (unscharf maskieren)“ aufrufen. Man belässt es bei den Voreinstellungen und bestätigt lediglich mit „OK“, woraufhin eine Art von Relief erscheint. Danach als Modus „Überlagern“ wählen und die Deckkraft reduzieren bis es optimal passt. Die Ebenen NICHT vereinen und das Ergebnis exportieren: Fertig!


Das Bild nach der Ebenenbearbeitung und der Kontastoptimierung.

Hier der unmittelbare Vorher-Nachher-Vergleich.

Abschließend will ich noch einmal auf das zurück kommen, was ich eingangs erwähnt habe. Man kann das Optimieren der Farbleuchtkraft zwar mit GIMP machen. Aber mit dem JPG Illuminator geht es einfacher, schneller und das Ergebnis sieht obendrein zumeist auch noch besser aus.


Nach der Bearbeitung mittels JPG Illuminator.

Für die LINUX-User: Der JPG Illuminator läuft per WinE auch unter Linux (ausprobiert!) und wäre daher vielleicht mal eine Überlegung wert.