Neulich, ’ne … – da war mein PC unter Win10 irgendwie verdammt langsam geworden. Na gut, ich hatte ja auch tausende von Fotos zu kleinen, vertonten Diashow-Filmchen umgefummelt. Aber trotzdem … – irgendwie merkwürdig. Mal ein vorsichtiger Blick auf die Festplatte: Ups, da fehlen aber auf einmal ganz schön viele Gigabytes in zweistelliger Größenordnung! Wo sind die geblieben? Und überhaupt hat die Kiste sich mittlerweile über 160 Updates, alleine das Windows betreffend, gezogen. Windows aber leidet unter dem Messie-Syndrom und hebt von allem Mist irgendwo wie mit der Gießkanne verteilt irgendwelche Reste und Kopien auf!

Es wäre folglich wohl mal wieder dringend an der Zeit zum „Großreinemachen“! Bevor ich darauf näher eingehe, muss ich mal voraus schicken, dass alles, was jetzt kommt, sich primär auf PCs bezieht, die auch von Haus aus manuell „sauber“ gehalten werden u. d. h. bei denen überflüssiger Datenmüll (Dateileichen!) umgehend gelöscht wird, Updates regelmäßig vorgenommen werden und Virenscanner sowie Firewall ohnehin permanent aktiv sind. Doch das reicht nicht gegen die Platzverschwender. Gegen die hilft nur das „Großreinemachen“. Welche Software benötigt man dazu?

– Das beim Betriebssystem bis Win10 mitgelieferte Tool „cleanmgr.exe“, auch „Datenträgerbereinigung“ genannt.
– Den AdwCleaner, eine portable Freeware.
– Dann noch den Wise RegistryCleaner oder alternativ CCleaner, beides portable Freeware.

Welches Programm macht was? Die Datenträgerbereinigung „cleanmgr.exe“hilft, die Reste von Windows-Updates zu löschen (bspw. die zwischengespeicherten und nach erfolgter Installation nicht mehr benötigten Update-Installer), Temp-Files und veraltete Downloads loszuwerden oder die Zwischenablage zu leeren. Aber: Diese Software wird von Microsoft leider nicht mehr weiterentwickelt und ist in Win11 nicht mehr enthalten (es lebe der Rückschritt); dort hilft dann stattdessen das Gratis-Tool Cleanmgr+ als Alternative weiter. Der AdwCleaner beseitigt zuverlässig die bei Fremdsoftware-Installationen mitunter klammheimlich im Rechner installierte Adware (gegen die der Virenscanner i. d. R. machtlos ist) und Wise RegistryCleaner bzw. CCleaner säubern die Registry von toten u. d. h. den Rechner verlangsamenden Einträgen. Zum CCleaner ist noch zu ergänzen, dass der in der Installer-Version ins Gerede gekommen ist, weil er den Benutzer ausspionieren soll (Stichwort Crapware), was aber an der Install-Routine gelegen hat, die je nach Anbieter noch Trojaner, Adware und Schnüffelsoftware mit auf der Platte verankerte, so dass Microsoft (respektive Windows Defender) den CCleaner als „unerwünscht“ eingestuft hat. Bei der portablen Version (um die es hier geht) gibt es die besagte Installationsroutine nicht und somit entfallen auch die unerwünschten Software-Zugaben (hier meckert der Defender auch nicht mehr). Wie ist nun beim „Großreinemachen“ vorzugehen?


Das Erscheinungsbild von cleanmgr nach dem Erstscan.

Die laufende Datenträgerbereinigung.

Zuerst wird in der Windows-Suchleiste „cleanmgr.exe“ eingetippert. Es öffnet sich die Ergebnisliste und da die „Datenträgerbereinigungs“-App anklicken. Das Programm starten. Dann fragt „cleanmgr.exe“ nach dem zu bereinigenden Laufwerk. Standardmäßig ist das die C:-Partition. Das Laufwerk wird jetzt gescannt. Stück für Stück. Das dauert. Es öffnet sich schließlich eine Dialogbox. Die zeigt alle „unkritischen“ Files an und alleine schon die temporären Files bringen meist richtig was. Doch das ist nichts gegen den vom Messie Windows gehorteten Update-Müll in Form von nutzlosen Kopien. Deswegen klickt man jetzt auf den Button „Systemdateien bereinigen“. Damit beginnt die o. a. Scan-Prozedur von neuem. Das dauert wieder.

Im Anschluss wird die gleiche Dialogbox noch einmal gezeigt, jetzt aber inklusive der Update-Kopien. Vor die und vor die temporären Dateien wird das Häkchen gesetzt – das können dann zusammen durchaus schon mal 20GB sein. Die Bereinigung starten. Es erfolgt die Abfrage, ob besagte Dateien unwiderruflich gelöscht werden sollen. Das bestätigt man. Jetzt läuft da „irgendwas“, mitunter ungefähr eine Viertelstunde lang. Man braucht also Geduld. Danach verschwindet das Fensterchen. Ganz wichtig ist es jetzt, den Rechner runterzufahren. Das dauert, denn irgendwelche Updates werden jetzt neu konfiguriert. Anschließend der Neustart – nicht aufregen und keine Panik; der PC hängt nicht! Er braucht manchmal bloß sehr lange, erfahrungsgemäß und je nach Hardware sowie Win-Version bis hin zu einer dreiviertel Stunde! Das eigentliche Bereinigen wird nämlich jetzt erst durchgeführt. Irgendwann ist der Rechner wieder da und fährt hoch. Alles läuft. Sollte dabei die RAM-Last exorbitant hoch sein, dann etwas warten und erneut Runterfahren: Geht schnell. Hochfahren – geht erstaunlich schnell! Und dann läuft das Gerät wieder wie gewohnt. Bloß sehr viel schneller. Und mit viel mehr freiem Speicherplatz auf der Platte. Das war die Grundreinigung.


Der AdwCleaner in Action.

Nach der Grundreinigung fehlen noch die staubigen Ecken mit den Wollmäusen. In einer Wohnung ist das zumindest für Katzenbesitzer sehr einfach: Katzenleckerli in die betreffende Ecke werfen, Katze fegt hinterher, kommt als Staubknäuel wieder zum Vorschein und putzt sich – beides ist sauber, nämlich Ecke und Katze. Beim PC funktioniert das ähnlich simpel. Einfach den AdwCleaner runterladen (der besteht nur aus „adcleaner.exe“ u. d. h. aus einer Datei) und dann starten. Auf der Programmoberfläche sollte links oben das „Dasboard“ aktiv sein, anschließend auf „Scan Now“ klicken. Der Rest läuft vollautomatisch und etwaig vorhandene Adware wird restlos beseitigt. Runter- und Hochfahren des Rechners ist an dieser Stelle zwar nicht unbedingt notwendig, kann aber auch nicht schaden. Soviel zu den Dreckecken.


Der Wise RegistryCleaner.

Wie bei jedem Großputz müssen die Einbrichtungsgegenstände zuletzt wieder auf ihren üblichen Platz gestellt werden. Dazu dient der Wise RegistryCleaner und auch dessen Bedienung ist denkbar einfach: Einfach den Reiter Registry Cleaner aktivieren und auf den Button „Start Scan“ klicken. Nun wird die Registry vollautomatisch bereinigt, wobei die Software äußerst zuverlässig arbeitet. Ein letztes Runter- und wieder Hochfahren und das „Großreinmachen“ ist erledigt.


Die Alternative ist der CCleaner.

Aber: Der Wise RegistryCleaner bietet keine Möglichkeit (jedenfalls ist mir keine bekannt), die Registry wiederherzustelllen falls beim Bereinigen etwas schief gehen sollte. In dem Falle läuft der Rechner nämlich nicht mehr. Das ist zwar ausgesprochen unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Deswegen bevorzuge ich CCleaner zum Säubern der Registry, denn da kann man eine *.reg-Sicherung anlegen, die zumindest beim Start im abgesicherten Modus den Zustand vor der Bereinigung zurück holt.

Um mit CCleaner die Registry zu säubern klickt man auf „Registry“, gefolgt von „Nach Fehlern suchen“. Es ist schon erstaunlich, was sich trotz größtmöglicher Sorgfalt so in der Registry für ein „Strandgut“ ansammelt. Nach der Untersuchung der Registry kann man sie bereinigen. Die beseitigten (und normalerweise ins elektronische Nirwana führenden) Einträge werden in eine Datei geschrieben, die einen Namen wie bspw. „cc_20130627_173533.reg“ trägt – also mit dem Aufbau „cc_JahrMonatTag_StundeMinuteSekunde.reg“. Diese Datei lässt sich überall hinspeichern. Es empfiehlt sich aber, sie an einen Ort zu legen, der auch beim Start im abgesicherten Modus leicht erreichbar ist, denn sollte CCleaner bei der Registry-Bereinigung über das Ziel hinaus geschossen sein und der Rechner nicht mehr vernünftig hochfahren, dann lassen sich mit dem Start eben dieser *.reg-Datei die Daten zurückschreiben und der alte Zustand wiederherstellen. Auch damit wäre dann das „Großreinemachen“ beendet und der PC ist merklich schneller geworden.

Vielleicht noch so als Erfahrungswert: Dieses „Großreinemachen“ ist mindestens einmal jährlich ein absolutes Muss! Besser ist es allerdings, das viertel- oder halbjährlich durchzuführen – je nachdem, wie oft, wie intensiv und wie lange man den Rechner verwendet.