Da tritt man morgens bei Sonnenaufgang auf den Balkon und dann offenbart sich ein äußerst sehenswertes Lichtspektakel. Schnell zur Kamera gegriffen und ein paar Fotos geschossen – doch leider waren die Bilder für meinen Geschmack zu verauscht. Nun gibt es ja zig Verfahren zum Entrauschen, auf Neudeutsch auch als Denoising bezeichnet. Ich habe bei den Regenbogen-Fotos mehrere davon ausprobiert und mich dann schweren Herzens für ein gründliches Denoising entschieden – wohl wissend, dass dabei Details verloren gehen. Zum Einsatz kam das Windows-Freeware-Tool Free Photo Noise Reduction. Die Software kommt als 6MB umfassender EXE-Installer. Nach der Installation kopiert man den Programmordner irgendwo hin und deinstalliert die Software wieder: Die jetzt rund 14MB beanspruchende 1:1-Kopie ist portabel und NoiseReduction.exe bildet die Startdatei.


Das leider verrauschte Originalbild.

Wie ist beim Denoising vorzugehen? Man startet das Tool und mit dem prominenten Button „Open Image“ mitten auf der Arbeitsoberfläche wird das zu entrauschende Bild geladen.


Die Arbeitsoberfläche von Free Photo Noise Reduction.

Man hat rechts unter „Noise Reduction“ nun zwei Bereiche, nämlich „Luminance“ für das Helligkeitsrauschen und „Color“ für das Farbrauschen. Für jeden dieser Bereiche gibt es zwei Schieberegler, und zwar „Amount“ (Anzahl) und „Radius“. Je kleiner man diese Werte wählt desto mehr Details bleiben erhalten – aber desto weniger wird auch entrauscht. Bei stark verrauschten Bildern wie hier im Beispiel ist man bei Luminance mit Amount 80-100 und Radius 13-17 recht gut bedient (Richtwerte). Bei Color stellt man ungefähr Amount 50-60 und Radius 5-10 ein. Fährt man nun mit dem Mauszeiger über das Bild, dann wird ein kleiner Button mit der Aufschrift „Show Before“ eingeblendet. Klickt man darauf, dann sieht man den unmittelbaren Vorher-Nachher-Vergleich – und man sieht auch, wo Details durch die Filterung verloren gehen würden. Mit „Color Adjust“ lassen sich zusätzlich noch Tonwert, Sättigung etc. korrigieren – doch Vorsicht, denn das vergrößert i. d. R. das Rauschen wieder. Ist alles zufriedenstellend eingestellt, dann speichert der Klick auf das Diskettensymbol links oben das Resultat als Kopie ab.


Nach dem gründlichen Denoising.

Der unmittelbare Vorher-Nachher-Vergleich.

Ob das gründliche Denoising angewandt werden kann, muss man je nach Bild selbst entscheiden. Im vorliegenden Fall gehen die Details bei den Bäumen im Vordergrund verloren. Wer nun aber nicht weiß, dass auf dem Originalbild diese Details noch vorhanden waren, der wird die Aufnahme auch mit weniger Details akzeptieren können. Hier muss man also zwischen Denoising und Detailerhalt einerseits einen Schwerpunkt setzen und andererseits einen vernünftigen Kompromiss finden. BTW: Es wurde eingangs ja erwähnt, dass mehrere Denoising-Verfahren ausprobiert worden sind. Free Photo Noise Reduction hat dabei mit Abstand die besten Resultate geliefert.