Heute standen so rein arbeitsmäßig mal wieder Einkäufe an, u. a. bei ALDI. Da fiel mir ein Turm auf, und zwar gestapelt aus „Einhell BG-EFR1410“. Das ist so ein Fugenvernichter. Oder, genauer: Ein elektrischer Fugenreiniger, der das Unkraut aus den Fugen in Hof und Einfahrt entfernen soll. Nun bin ich bei derartigen „Wundermaschinen“ immer ausgesprochen skeptisch. Andererseits kann man mit knapp 30€ Kaufpreis auch nicht sonderlich viel falsch machen. Ich dachte mir, das man das mal ausprobieren müsste. Wieder zuhause sprach ich kurz mit meiner Frau und sie unterstützte das Experiment. Also nochmal hin zu ALDI und so ein Teil geholt.


Der zusammenmontierte Fugenreiniger …

… und das Arbeitsergebnis.

Im Paket liegt es zerlegt und muss zusammenmontiert werden, was aber völlig problemlos binnen nicht mehr als fünf Minuten quasi im Vorbeigehen geschieht. Falsch zusammenbauen kann man nichts und wenn man erstmal raus hat wie es funktioniert, dann versteht man auch die Bedienungsanleitung. Mit Ausnahme eines erforderlichen Kreuzschlitzschraubendrehers wird alles benötigte Werkzeug mitgeliefert. Das Ding bekommen auch Leute zusammen, die zwei linke Hände und zehn Daumen haben. Zur Funktionsweise: An einem langen Stiel bzw. Griff mit Schalter oben sitzt unten ein kleiner Motor. Rechts befindet sich eine simple Plastikrolle als Rad und links ist unter einem Plastikschutz die Reinigungsrolle montiert. Davon werden zwei mitgeliefert, nämlich eine mit Nylonborsten und eine mit Stahlborsten. Diese Rollen sind Verschleißteile, doch ist die Stahlbürste für ’nen Zehner bei Einhell erhältlich, was schonmal sehr positiv auffällt.

Die Stahlbürste war auch das, was ich ausprobiert habe, denn Stein und Nylon ist keine so gute Mischung. Werden die Fugen sauber? Ja, werden sie! Und zwar viel besser als erwartet. D. h. die „Wundermaschine“ erfüllt ihre Funktion voll und ganz. Moos- und Flachwurzler werden rausgerupft; die Eindringtiefe liegt bei ca. 1cm u. d. h. der Drainagekies in den Fugen bleibt unangetastet. Gegenüber tiefer wurzelnden Pflanzen (Löwenzahn, Gras etc.) ist die Maschine allerdings machtlos; da muss man selbst von Hand nacharbeiten. Mit ’nem Haufen an Arbeit ist es natürlich trotzdem verbunden: Binnen einer Stunde habe ich im Schnitt 15m² geschafft und das Resultat von jeden 15m² waren jeweils 5l Moos und Unkraut im Kübel. Hof und Einfahrt komplett zu machen wird damit zur Tagesaktion. Am besten arbeitet der Fugenreiniger wenn man ihn sehr steil, also beinahe senkrecht hält. Das geht dann allerdings etwas auf die Arme. Damit wären wir auch schon bei den Punkten, die ich bei so einem Teil anders konstruieren würde.

Als da wären: Erstmal Griff und Arbeitswinkel. Das sähe bei mir mehr so nach 90° aus. Dann ist da noch der Motor. Mit 148W bringt der weniger Leistung als die meisten Handmixer in der Küche. Etwas mehr Power, so mindestens 250W wäre schon sehr wünschenswert. Bleibt zuletzt noch die Stahlbürste. Deren Stärke ist für Fugen absolut OK. Deren Durchmesser dürfte allerdings gerne etwas größer sein, damit die Arbeit besser und schneller von der Hand geht und vielleicht würde bei einer größeren Bürste ja auch der jetzige Anstell- bzw. Arbeitswinkel passen. Andererseits: Wenn man bedenkt, welche Hundearbeit es macht, das Unkraut manuell aus en Fugen zu kratzen und welche Ewigkeiten an Arbeitszeit man dafür veranschlagen muss, dann macht man mit diesem 30€-Teil nichts verkehrt. Würde ich es nochmal kaufen? Vielleicht – falls ich nichts mit größerer Leistung und gleichzeitig akzeptablem Preis finde.