Color Key ist ein Gestaltungsmittel um Aufmerksamkeit – um „Hingucker“ – zu erzeugen. Dadurch wird das farbige Bild in ein Schwarz-Weiß-Bild umgewandelt, wobei nur bestimmte Farben oder Motivbereiche in Farbe erhalten bleiben. Beispiele dafür sind u. a. die Pupillen von Tieren, die farbig bleiben, während das Tier selbst in Graustufen abgebildet wird – oder der rot bleibende Schnabel eines ansonsten in Graustufen dargestellten Storches usw. Bei den meisten Color-Key-Methoden ist ein Markieren der farbig zu erhaltenden Bildteile erforderlich. Geht es dabei um regelmäßig geformte Objekte wie bspw. ein rundes Auge, dann ist das auch kein Thema. Anders hingegen sieht es mit unregelmäßig geformten Objekten wie z. B. Wolken aus. Will man die manuell markieren, dann artet das schnell in eine zeitraubende Sisyphosarbeit aus – selbst dann, wenn man eine Software wie bspw. GIMP verwendet, bei der Color Key mit zu den herausragendsten Features zählt.

Mit Tint gibt es aber bereits seit Windows-XP-Zeiten eine (portable) Freeware, die auf unregelmäßig geformte Motive spezialisiert ist und die daher ein einfaches Color Key ermöglicht. Tint kommt zwar als Installer, aber wenn man nach erfolgter Installation den Programmordner an andere Stelle kopiert und das Programm deinstalliert, dann hat man eine durch und durch portable Version vorliegen. Tint erfordert zwar nur gut 3MB an Plattenspeicher, doch dafür ist der RAM-Bedarf der Software recht hoch. D. h. das Programm läuft zwar noch mit nur 2GB RAM, doch beansprucht die Bearbeitung eines Bildes dabei Stunden. Mit 8GB oder 16GB RAM reduziert sich das auf Minuten. Wie ist damit nun vorzugehen?


Das Originalbild.

Wenn Tint über „tint.exe“ gestartet wird, dann meldet sich die Software erst einmal mit dem Tint-Wizard. Damit liest man die zu bearbeitende Bilddatei ein.


Das Einlesen des Originalbildes im Tint-Wizard.

Anschließend auf den Button „Next“ klicken und das Programm fragt, in wieviele Farbgruppen es das Bild aufteilen soll. Der Default liegt bei 3 Farbgruppen, doch sind die in der Praxis wenig zweckmäßig. Mit 4 Gruppen erzielt man schon recht brauchbare Ergebnisse. Mehr als 10 Gruppen bringen letztlich aber nichts mehr. Je mehr Farbgruppen man angibt, desto detaillierter kann man zwar hinterher den Color Key Effekt einstellen, aber desto länger braucht das Programm auch für die Bearbeitung. Hat man die Anzahl der Farbgruppen eingegeben, dann wird wieder auf „Next“ geklickt.


Das Vorgeben der Anzahl an Farbgruppen.

Nun teilt Tint das Bild in die einzelnen Farbgruppen auf. Das dauert! Erst wenn dieser Vorgang beendet ist, kann man mit dem Button „Finish“ den Wizard beenden.


Das Bild wird in Farbgruppen zerlegt.

Nach dem Betätigen des „Finish“-Buttons verschwindet das Wizard-Fenster: Geduld! Das Programm ist nicht abgestürzt. Es errechnet im Hintergrund nur die durchaus umfangreiche Darstellung von Graustufenbild und Farbebenen. Sobald diese Berechnung beendet ist meldet sich Tint wieder – allerdings nur mit kleinem Fenster. Jetzt UNBEDINGT auf Vollbild umschalten, denn sonst kommt man nicht weiter!


Tint präsentiert das Graustufenbild und darunter die einzelnen Farbgruppen.

An dieser Stelle zwei Hinweise: Die Buttons „Plus“ und „Minus“ oben in der Werkzeugleiste erlauben das stufenweise Zoomen. Erfahrungsgemäß ist es von Vorteil, wenn man den Zoom so justiert, dass das gesamte Graustufenbild im oberen Teil der Arbeitsfläche zu sehen ist. In der Leiste der Farbebenen darunter ist es zumeist notwendig, etwas nach unten zu scrollen, so dass die Kästchen zum Ankreuzen und deren Beschriftung „Tint“ sichtbar werden. Ist alles korrekt eingestellt, dann kann es weiter gehen. Man klickt jetzt einfach in die Kästchen neben „Tint“ und oben auf der Arbeitfläche werden die Kombinationen unmittelbar angezeigt.


Die Auswahl unterschiedlicher Farbkombinationen.

Hat man eine Kombination gefunden die gefällt, dann wird das fertige Color-Key-Bild mit dem Button „Save As“ abgespeichert. Wichtig dabei: Die Dateiendung – also bspw. .jpg – muss zwingend mit angegeben werden!


Das Speichern des fertigen Bildes.

Und wie sieht das dann aus? Hier sind mal zwei Beispiele.


Color Key mit zehn Farbebenen.

Color Key mit vier Farbebenen.
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