Wenn das Bild dafür geeignet ist u. d. h. ein einigermaßen gut freizustellendes, dominantes Motiv beinhaltet, dann kann es nützlich sein, im Rahmen einer doch eher künstlerischen Arbeit dessen Hintergrund zu schwärzen. Wozu dient das? Ein Bild mit geschwärztem Hintergrund kann als Solches bestehen oder aber bspw. zum Desktop-Hintergrund werden. Daneben aber bildet das Schwärzen des Hintergrundes noch einen mäßig komplexen Zwischenschritt, um Motive durch additive oder subtraktive Überlagerungen zu verfremdem, um sie für Fotomontagen vorzubereiten oder aber um sie für spezielle Zwecke wie bspw. zu beschriftende Karten o. ä. freistellen. Ein recht gut für die Hintergrundschwärzung geeignetes Programm ist GIMP.


Das Ausgangsbild zeigt einen Affen, bei dem das Gesicht erhalten und der Hintergund geschwärzt werden soll. Die Aufnahme eignet sich insofern für dieses Verfahren, als dass das Hauptmotiv – nämlich das Gesicht – nahezu rund bzw. leicht elliptisch ausfällt, was die Bearbeitung enorm vereinfacht.

Wie ist vorzugehen? Zuerst wird mit „Datei/ Öffnen“ das Ausgangsbild unter GIMP geladen. Im Ebenenfenster mit der rechten Maustaste draufklicken und „Ebene duplizieren“ wählen. Bearbeitet wird jetzt ausschließlich dieses Duplikat. Man selektiert „Farben/ Schatten-Glanzlichter“ mit folgenden Einstellungen:
– Schatten, Farkkorrektur der Schatten, Glanzlichter und Farbkorrektur der Glanzlichter stark zurück nehmen.
– Weißabgleich und Radius so erhöhen, dass das Motiv noch gut sichtbar, der Hintergrund jedoch dunkler erscheint.
– Komprimieren so einstellen, dass als Optimum ein helles Motiv und ein abgedunkelter Hintergrund erscheint.
– Alles mit OK bestätigen.
Das Ergebnis dieses ersten Schrittes ist leichte Abdunkelung des Hintergrunds.

Anschließend „Farben/ Belichtung“ aufrufen und den Schwarzwert geringfügig (vorsichtig!) erhöhen, mit Belichtung wieder die Ausleuchtung des zu erhaltenden Motivs anpassen und mit OK bestätigen. Das war der zweite Schritt und der Hintergrund ist jetzt noch weiter abgedunkelt worden.

Im dritten Schritt erneut „Farben/ Schatten-Glanzlichter“ anklicken. Dann:
– Schatten, Farkkorrektur der Schatten, Glanzlichter und Farbkorrektur der Glanzlichter stark zurück nehmen.
– Den Radius so erhöhen, dass das Motiv noch gut sichtbar bleibt, der Hintergrund jedoch dunkler wird; dazu die Motivhelligkeit mit dem Weißabgleich nacharbeiten.
– WICHTIG: Zu erhaltende Bildteile dürfen NICHT (nirgendwo!) schwarz sein!
– Alles mit OK bestätigen.
Jetzt ist der Hintergrund zwar noch einmal deutlich dunkler geworden, doch das reicht noch nicht aus, denn er muss rein schwarz werden.

Schritt Nummer Vier setzt auf Filterung, welche aber nur bei bereits zuvor abgedunkeltem Hintergrund erfolgversprechend ist. Dazu „Filter/ Licht und Schatten/ Vignette“ aufrufen und dann wie folgt vorgehen (Tipp: dazu ggf. mit [Strg][Scrollrad] die Bildansicht verkleinern):
– Die Vignettierung mit den „Anfassern“ so einstellen, dass der zu erhaltende Motivanteil nach Möglichkeit alleine gut zu sehen ist.
– Es darf dabei gerne noch etwas vom Hintergrund mit auf das Bild kommen, doch sollte das nur ein eher schmaler Bereich sein.
– Die Filterung mit OK bestätigen (und ggfs. die Bildansicht wieder mit [Strg][Scrollrad] ins Fenster einpassen).
Kleiner Hinweis: An dieser Stelle könnte man das Bild schon in Graustufen umwandeln, filtern oder was auch immer noch zusätzlich erwünscht ist. All das lässt sich aber auch noch nachträglich erledigen.

Der fünfte und letzte Schritt erfordert etwas manuelle Feinarbeit und dauert daher auch am längsten. Dazu mit der rechten Maustaste im Ebenfenster auf die gerade bearbeitete Kopie klicken, dann „Neue Ebene“ mit „Füllung Transparenz“ auswählen und mit OK bestätigen. Nun im Werkzeugkasten das Pinselwerkueug aktivieren und als Vordrgrundfarbe Schwarz einstellen. Welche Werkzeugeigenschaften man wählt hängt von der Form und den Details des Motivs ab. Für Motive mit vielen Kantendetails wie bspw. Fell oder Haare empfiehlt sich der Pinsel „Hardness 025“ und bei klaren, geraden Konturen ist man mit „Hardness 075-100“ besser bedient. Als Pinselgröße wählt man ca. 100 (was natürlich auch von den Bildmaßen abhängig ist) und übermalt nun VORSICHTIG, weit außen herum all das was NICHT erhalten werden soll (d. h. die Artefakte). Wenn dabei bspw. etwas vom Fell mit weggenommen wird, dann ist das nicht so schlimm, denn einerseits ist der Pinsel ja „weich“ – somit „durchlässig“ – und andererseits muss man bei dieser Form von manueller Korrektur ohnehin immer etwas Schwund mit einkalkulieren. Nachdem das geschehen ist wird mit der rechten Maustaste im Ebenenfenster auf diese Transparenzebene geklickt und „Ebene nach unten vereinen“ gewählt.


Das Motiv mit dem geschwärzten Hintergrund.

Jetzt hat man das Motiv mit komplett geschwärztem Hintergrund vorliegen. Das wird exportiert. Es kann nun einerseits mit einem anderen Grafikprogramm noch nachbearbeitet werden (bspw. durch partielles Aufhellen, um zu dunkle Bereiche im Motiv zu vermeiden) oder aber in ein Graustufenbild umgeformt werden. Kleiner Tipp dazu: Mit G’MIC hat man viele SW-Filter zur Verfügung und kann damit rumprobieren, was am besten wirkt. Häufig ist es nämlich so, dass ein Graustufenbild bei geschwärztem Hintergrund merklich plastischer als das Originalbild wirkt.


Das Graustufenbild nach SW-Filterung mit G’MIC und Ilford-Filter wirkt sogar deutlich plastischer als das farbige Original.

Letztlich ist es aber völlig egal, ob bzw. wie man so eine Aufnahme nachbearbeitet. Es wurde ja eingangs bereits darauf hingewiesen, dass das Schwärzen des Hintergrundes zumeist nur einen Zwischenschritt darstellt. Auch dafür soll ein Beispiel angeführt werden. Beschriftet man so eine Aufnahme nämlich, dann entstehen z. B. recht eindrucksvolle Karten.


So könnte eine Einladungskarte aussehen.

Durch additive oder subtraktive Überlagerung mit dem Originalbild lassen sich schließlich noch die Farben des Motivs ganz gezielt manipulieren. Das allerdings muss mit farbigen Motiv auf geschwärztem Hintergrund geschehen – ein Beispiel:


Durch subtraktive Überlagerung („Abziehen“) erhält das Motiv plötzlich anstelle des rotbraunen Fells ein graues Fell und sieht daher gealtert aus.

Der Phantasie sind bei der Verwendung von Motiven mit geschwärztem Hintergrund keine Grenzen gesetzt!

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