Meine diesjährige Chili-Saison ist beendet. Sie lässt sich wohl am besten mit dem Begriff katastrophal umschreiben. Dabei fing alles so gut an … Wie schon in den Vorjahren handelte es sich einerseits um die Blumenpott-Naschchilis von Netto (ein Mix unbekannter und eher milder Sorten aus Rot und Schwarz, wobei mild natürlich Ansichtssache ist) und andererseits um die Lauenauer Aliens (ein Genshake aus Habanero 7pot Infinity, Bhut Jolokia, Trinidad Moruga Scorpion, Carolina Reaper und Rachenreibe, dieses Jahr in siebter Generation mit einer geschätzten Schärfe von 10+ irgendwo jenseits von Gut und Böse). Für die Blumenpott-Naschchilis verwendete ich 3 12cm-Blumentöpfe und für die Aliens 2 40cm-Balkonkästen mit Wasserreservoir, alles wie gehabt mit einer 1:1-Mischung aus Komposter- und Blumenerde gefüllt und im Bedarfsfall mit „Mairol Universal Dünger“ nachgedüngt.

Betrachten wir zunächst die Blumenpott-Naschilis:
– Aussaat am 01.11.2021 in 3 Töpfe.
– Erste Keimung am 12.11.2021.
– Am 31.01.2022 sind die Pflanzen in einem Topf von jetzt auf gleich hinüber, Ursache völlig unbekannt. Es wird im gleichen Topf und in gleicher Erde nochmal nachgelegt.
– Erste Blütenansätze zeigen sich am 27.02.2022 und auch die nachgelegten Chilis sind gekeimt.
– Am 08.03.2022 öffnet sich die erste Blüte und ab jetzt wird manuell mittels feinem Pinsel bestäubt.
– Pünktlich zum Ostermontag am 18.05.2022 kann die erste Frucht geerntet werden. In Folge beginnt die dauerhafte Ernte.
– Am 14.06.2022 werden die beiden älteren Töpfe aufgrund von massivem Befall mit Weißer Fliege entsorgt, während die Ernte bei dem nachgelegten Topf noch weiter geht.
– Am 12.07.2022 war’s das für die Nasch-Chilis endgültig, denn auch der dritte Topf weist einen heftigen Befall mit Weißer Fliege auf.
Insgesamt aber konnte recht viel abgenommen werden, so dass ich mich bei diesen Chilis drinnen auf der Fensterbank gezogen nicht beschweren kann.

Gänzlich anders dagegen sieht das Trauerspiel mit den Lauenauer Aliens aus:
– Aussaat am 06.01.2022.
– Erste Keimung der Aliens am 22.01.2022.
– Ab dem 08.03.2022 werden die Pflanzen stundenweise mit zunächst nur einer und später bis zu zwölf Stunden im Mai an die warme Witterung und die Sonne draußen gewöhnt.
– Ab dem 05.05.2022 zeigen sich erste Blütenansätze.
– Am 11.05.2022 u. d. h. noch vor den Eisheiligen wandern die Pflanzen, da es wirklich permanent recht warm ist, dauerhaft nach draußen.
– Ende Mai und Anfang Juni kommt es zum Kälteinbruch. Die Pflanzen überstehen den zwar, werden in ihrer Entwicklung aber um sechs bis acht Wochen zurück geworfen.
– Am 07.06.2022 öffnet sich die erste Blüte: Etwa sechs Wochen später als in den Vorjahren. Ab jetzt wird mit feinem Pinsel manuell bestäubt.
– Am 17.06.2022 hat die erste Frucht angesetzt, gleichfalls um Monate zu spät.
– In der zweiten und dritten Augustwoche hat meine Tochter während meines Urlaubs die Pflanzen durch Ersäufen förmlich hingerichtet; bei ihr gedeihen übrigens Plastikpflanzen am besten. Wieder zurück hielt nur noch die Oberflächenspannung das Wasser in den Töpfen, die ich umgehend trocken gelegt habe: Leider zu spät!
– Am 04.09.2022 erste Ernte von 5 Früchten der nahezu toten Pflanzen.
– Am 15.09.2022 weitere 5 Früchte geerntet.
– Am 29.09.2022 nochmal 3 Früchte abgenommen.
– Am 04.10.2022 weitere 4 Früchte abgenommen.
– Am 13.10.2022 die letzten 4 Früchte geerntet und Saisonende. Einige Pflanzen schienen sich zwar erholt zu haben, doch war es für die bereits zu spät im Jahr.

D. h. die zwei großen Kästen haben in Summe nur schlappe 21 Chilis erbracht: Da fehlt mir im Vergleich zu den Vorjahren wirklich eine Null hinten dran! Das abgenommene Saatgut könnte gerade so eben für die nächste Saison ausreichen und notfalls habe ich ja auch noch einen kleinen Saatgut-Rest vom Vorjahr.

Nach der Saison ist bekanntlich vor der Saison und deswegen habe ich heute schonmal die Töpfe für 2023 vorbereitet. Die Blumenpott-Naschchilis kommen nächste Woche in die Erde, denn ich will ja wieder zu Ostern ernten können. Hinsichtlich meiner Lauenauer Aliens hoffe ich inständig, dass die achte Generation besser als die siebte wird! Wenn man sich auf andere verlässt … *grrr* Dabei hatte ich meiner Tochter alles haarklein erklärt und bekam das übliche „Jaja!“ zur Antwort. „Jaja!“ heet „Klei‘ mi an‘ Mors!“. Aber ich habe Hoffnung: In den Jahren zuvor hatte sie Strohblumen produziert. In diesem Jahr war es das Gegenteil, nämlich das Ersäufen. Jetzt muss nur noch das richtige Mittelmaß gefunden werden und vielleicht gedeiht dann bei ihr ja auch irgendwann mal außer Plastikblumen noch was anderes!

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