Fotografie ist ein Hobby, in das man viel – sehr viel! – Geld investieren kann. Aber nicht muss. Durch Basteleien, Einfallsreichtum, „Altglas-Recycling“, Flohmarkt-Käufe o. ä. lässt sich nämlich unglaublich viel einsparen, sofern man nicht ernsthaft versucht, mit gewerblichen Profis zu konkurrieren. Aber muss man das eigentlich? Ich meine nein. Mir persönlich ist es am wichtigsten, wenn ein Bild MIR SELBST gefällt (was eher selten der Fall ist, weil ich immer was zu Meckern habe – aber vielleicht bin ich auch nur zu anspruchsvoll). Schön, wenn auch andere es gut finden. Noch schöner, wenn man hin und wieder mal ein Bild verkaufen kann oder wenn man damit mal in einem Wettbewerb gewinnt. Bei der digitalen Bildbearbeitung ist die Software mittlerweile beinahe noch wichtiger als die Hardware geworden. Die Softwarepreise für wirklich gute Produkte mögen durchaus berechtigt sein, aber so etwas zielt auf den bereits erwähnten gewerblichen Profi ab (der das dann auch noch steuerlich als Betriebsausgabe absetzen kann) und schließt viele Hobbyfotografen mangels finanzieller Möglichkeiten aus.

Nun gibt es gute und kostenlose Bildbearbeitungsprogramme im Freeware-Bereich wie Sand am Meer; exemplarisch seien hier nur nur GIMP, Paint.net oder JPG Illuminator genannt. Manche dieser Programme sind portabel; andere erfordern die Installation. Nicht jeder will das auf seinem Rechner haben, zumal die leistungsfähigen Programme aus dieser Kategorie eine mehr oder weniger umfangreiche Einarbeitung erfordern, die mangels zur Verfügung stehender Tutorials schnell in ein zeitintensives „learning by doing“ ausartet – was sich auf lange Sicht zwar durchaus auszahlt, aber nur wenige Menschen sind dazu bereit, diese Arbeit zu investieren.

Schnell muss es gehen, perfekt muss es aussehen und einfach muss es sein. Zu diesem Zweck gibt es einige Editoren und Foto-Spezialprogramme, die man online verwenden kann u. d. h. sie laufen im Browser: Gut und kostenlos ist dabei die Devise. Periodisch suche ich manchmal nach derartigen Gratisangeboten. Deswegen folgt hier mal eine kleine, verlinkte Auflistung von Fotoprogrammen im Web – also von Webdiensten – die mir recht positiv aufgefallen sind.

Fotoram
Bietet einfache und am häufigsten benötigte Editorfunktionen zzgl. Filtern. Die Größe des hochgeladenen Bildes wird auch beim Download des Egebnisses beibehalten und erfreulicherweise verzichtet der Anbieter auf ein nerviges Wasserzeichen.

Img2Go
Wie vor und eine gute Alternative.

Photopea Online-GIMP-Editor
Auch wie vor und eine gute Alternative, allerdings mit mehr Funktionen umfangreicher und etwas Einarbeitung erfordernd. Läuft am besten mit Edge und Opera, kann unter FF in Kombination mit AdBlockern wg. schlampig programmierter Cookieverwaltung u. U. etwas zicken.

Fotofilter
Eher weniger ein Bildeditor als vielmehr ein Filterprogramm, welches auch viele LUTs (Look Up Tables, verleihen einem Bild eine bestimmte Stimmung wie bspw. herbstlich usw.) beinhaltet. Unterstützt Bilder bis 2048*1536px (was erfahrungsgemäß für viele Anwendungsfälle völlig ausreicht) und erfreulicherweise verzichtet der Anbieter auf ein nerviges Wasserzeichen.

Adobe Remove Background
Sehr gutes AI-Freistellungstool, welches per AI den Hintergrund entfernt und das freigestellte Motiv in Originalgröße als PNG-Download liefert. Erfordert allerdings einmalig das Anlegen eines kostenlosen Adobe-Kontos. Kleiner Hinweis: Die anderen Adobe-Gratis-Angebote fand ich nicht so überzeugend, denn bei denen handelt es sich um Standard-Editor-Funktionen, die man woanders auch ohne Konto in gleicher oder sogar besserer Qualität bekommt.

Removal AI
Noch ein sehr gutes AI-Freistellungstool, welches beim Download allerdings auf 800*600px verkleinert. Wenn man jedoch Montagen durchführen will dann kann das bereits durchaus ausreichen und man benötigt kein Konto.

BeFunky
Bildeditor mit Standardfunktionen sowie zugleich AI-Vergrößerer und bei der Vergrößerung habe ich echt gestaunt: Die Verdoppelung der Größe eines komprimiert abgespeicherten JPGs bringt wirklich gute, Artefakt-arme Bilder zustande! D. h. man kann aus einem Bild, welches normalerweise einem Abzug von DIN A4 entspricht, problemlos DIN A1 machen (ggfs. leicht nachschärfen). WICHTIG: Nicht „AI Image Enhancer“ bemühen, sondern stattdessen „Resize“ wählen. Zugegeben, an Topaz Gigapixel AI reicht das noch nicht heran, aber dafür ist es kostenlos und erfordert kein kleines Vermögen.

So, das waren jetzt 7 Online-Programme, die mir sehr positiv aufgefallen sind. Wer Bedarf dafür hat, der oder die probiere das einfach mal aus!

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