Es gibt ja mehrere Möglichkeiten der Fotomontage und einige davon habe ich bereits in verschiedenen Beiträgen behandelt. Hier ist noch eine, und zwar auch wieder mit GIMP. Das diesem Beitrag zugrunde liegende, englischsprachige Tutorial befasst sich mit der Monage einer in eine Straße tauchenden Ente. Bei mir ist es unter Variieren der Vorgehensweise etwas ähnlich Unmögliches geworden, nämlich der Wüstenkrebs. Das Ergebnis der Montage ist vielleicht nicht ganz so schön wie bei anderen Varianten, doch dafür geht es ziemlich fix. Bitte beachten: Für die Anwendung dieser Methode empfiehlt es sich unbedingt, dass Quell- und Zielbild über einen sowohl farblich wie auch strukturell ähnlichen Hintergrund verfügen. Was muss man also tun?


Meine beiden Ausgangsbilder: Links ein Einsiedlerkrebs auf Langeoog (Quellbild) und rechts die marsähnliche Wüstenlandschaft im Landesinnern des Nordens von Fuerteventura (Zielbild). Der Wüstenkrebs soll selbstverständlich durch die Wüste krabbeln.

Zunächst werden jeweils mit „Datei/ Öffnen“ Ziel- und Quellbild geladen. Beim Quellbild erscheint die Bewegungsrichtung des Einsiedlerkrebses ungünstig und daher wird das zunächst mit „Bild/ Transformation/ Um 90° gegen den Uhrzeigersinn drehen“ gedreht. Im nächsten Schritt klickt man das Auswahlwerkzeug an und zieht einen Rahmen um den zu übertragenden Krebs auf.

Mit „Bearbeiten/ Kopieren“ überträgt man die Auswahl in die Zwischenablage. Anschließend durch Anklicken des zugehörigen Reiters auf das Zielbild (d. h. auf die Wüste) umschalten und „Einfügen als/ neue Ebene“ wählen.

Selbstverständlich ist der Krebs noch viel zu groß. Daher das Skalierungswerkzeug bemühen, die Einfügung kleiner skalieren und mit dem Button „Skalieren“ deren neue Größe übernehmen.

Danach wird das Verschiebewerkzeug angeklickt und die skalierte Einfügung mit gedrückter linker Maustaste an eine passende Stelle gezogen.

Nun ist natürlich außer dem eigentlich gewünschten Einsiedlerkrebs auch ein Teil des Hintergrundes mitgekommen. Das stört ungemein. Dieser Hintergrund wird durch Ausradieren beseitigt, wobei ein dreistufiger Prozess vonnöten ist. Das funktioniert am besten mit einer Detailansicht. Dazu wird das Bild mit „Ansicht/ Vergrößerung/ 1:1 (100%)“ o. ä. vergrößert dargestellt und dann das eingefügte Objekt mit den Scrollbalken soweit wie möglich in die Bildmitte geschoben.

Das Radiererwerkzeug wird angeklickt. In dem Fenster mit den Pinselspitzen (üblicherweise unter dem Ebenenfenster zu finden) ist die Pinselspitze mit „Deckkraft 100“ und „Härte 050“ für den ersten Schritt des Ausradierens zweckmäßig – ihre Größe wird im Werkzeugfenster eingestellt (im vorliegenden Beispiel also „Größe 20“).

Damit radiert man grob um die Einfügung herum und beseitigt so erst einmal das Gros des störenden Hintergrundes.

Im zweiten Schritt des Ausradierens geht es den Feinheiten an den Kragen. Dazu wird noch weiter vergrößert (z. B. „Ansicht/ Vergrößerung/ 2:1 (200%)“) und das eingefügte Objekt wieder soweit wie möglich in die Bildmitte gescrollt. Der Radierer ist immer noch aktiv. Für ihn wählt man nun eine deutlich kleinere Pinselspitze (d. h. 1-3 Nummern kleiner) und passt zudem im Werkzeugfenster die Pinsel- bzw. Radierergröße hinsichtlich eines noch kleineren Wertes an.

Damit werden nun die motivseitigen Ränder der Einfügung möglichst genau nachbearbeitet.

Es lässt sich kaum vermeiden, dass im Zuge des Ausradierens auch Teile des zu erhaltenden Objektes (hier also des Einsiedlerkrebses) versehentlich mit betroffen werden. Doch das stört nicht weiter, denn es wird im dritten Radierschritt wieder rückgängig gemacht. Dazu setzt man im Werkzeugfenster das Häkchen vor „Un-Radieren (Alt)“.

Nun werden die versehentlich ausradierten Teile nochmal radiert und so wiederhergestellt. Schließlich schaltet man die Vergrößerung wieder auf die normale Ansicht zurück (bspw. mit „Ansicht/ Vergrößerung/ 1:2 (50%)“) und fügt beide Bildebenen mit „Ebene/ nach unten vereinen“ zusammen: Das Bild ist fertig!

Zuletzt wird das Ergebnis der Fotomontage mit „Datei/ Exportieren“ gesichert. Zugegeben: Perfektionisten könnten jetzt noch ein paar Spuren einbringen, damit das Gekrabbel des Wüstenkrebses noch deutlich authentischer wirkt. Aber das ist schon Kosmetik und hat mit der eigentlichen Fotomontage nichts mehr zu tun.