Heute … Das Orthopädiefachgeschäft in Bad Nenndorf hatte angerufen, dass die für meine Frau bestellten Hilfsmittel endlich eingetroffen sind. Ergo fuhr ich sie mit ihrem Auto hin, denn Fahren kann sie ja nach der OP noch nicht wieder. Die REWE-Filiale (Kurhausstraße 4, 31542 Bad Nenndorf) lag unmittelbar um die Ecke und da bot es sich natürlich an, auf diesem Weg gleich noch ein paar Lebensmittel mitzunehmen. Gesagt, getan – und der Parkplatz war wie immer gerammelt voll. Dennoch fanden wir eine Parklücke. Auto da reingestellt, Parkscheibe (Parkzeit 1 Stunde) vorne an der Windschutzscheibe platziert – es war 10:30 Uhr – und rein in die Filiale. Das, was wir haben wollten, ging schnell und um 10:38 Uhr war ich bereits wieder durch die Kasse und brachte die Sachen zum Auto meiner besseren Hälfte, die sich noch etwas in dem Laden umschauen wollte.

Ich packe die Tüte mit den Waren also in den Kofferrraum, schließe den und entferne mich vom Auto, als hinter mir eine unfreundliche Stimme bölkt: „Ey – du da!!!“ Von irgendwoher kam so ein Typ in REWE-Klamotten angebürstet, etwa 1,80m groß, bullige Statur, Stoppelhaarschnitt, so zwischen zwanzig und dreißig Jahren alt, rundlich-rötliches Gesicht und Nickelbrillenträger. Der baute sich drohend vor mir auf und ich dachte: „Kumpel, ich kenne dich doch gar nicht – seit wann duzen wir uns denn?“ Sagte ich aber nicht, denn der GröBaZ (Größter Brüller aller Zeiten) pöbelte umgehend brüllend los: „Wenn du hier weggehst dann nimm‘ gefälligst dein Auto mit! Das hier ist kein Privatparkplatz! Ich lasse deine Karre kostenpflichtig abschleppen!“ Darauf ich, angesichts seines Gebrülls nur mühsam beherrscht: „Hören Sie mal, was soll das denn? Geht’s noch? Ich bin da gerade rausgekommen und will jetzt bloß nochwas nachsehen! Mein Kassenbon beweist das schließlich!“

„Dein Kassenbon interessiert mich nicht! Du hast hier nicht eingekauft! Du lügst! Mach‘ dass du hier wegkommst! Und nimm‘ sofort dein Auto mit, sonst lasse ich das abschleppen!“ Ich: „Also das ist ja wohl eine Unverschämtheit sondergleichen!“ Er trat auf mich zu. In dem Moment befürchtete ich ernsthaft, dass der GröBaZ handgreiflich werden könnte. Ich fragte ihn nach seinem Namen, denn ich beabsichtigte, dass durch die Filialleitung umgehend klären zu lassen, doch der GöBaZ wollte seinen Namen nicht nennen. Er pampte lieber weiter rum.

Als er Luft holte warf ich schnell ein: „Im Übrigen: Ich habe gar kein Auto!“ „Ich habe dich doch eben selber aussteigen sehen!“ „Tja, da müssen Sie sich wohl verguckt haben!“ „Ich rufe jetzt einen Abschlepper und dann wirst du zahlen!“ Ich: „Wegen acht Minuten, die ein Auto hier auf dem Kundenparkplatz steht? Lassen Sie sich mal nicht auslachen!“ Er drehte sich um und machte sich am Auto meiner Frau zu schaffen, klemmte irgendeinen Zettel hinter den Scheibenwischer. Ich ging zum Auto, warf den Zettel weg – entrüstetes „EY!!!“ in meinem Rücken, woraufhin ich mich gar nicht mehr umdrehte, sondern nur noch freundlich mit erhobenem Mittelfinger grüßte – und fuhr das Auto auf einen anderen Parkplatz, etwas weiter weg von REWE. Musste meine Frau mit ihren Krücken eben etwas weiter humpeln.

Einen Einkauf bei REWE werde ich ganz bestimmt NICHT mehr machen! Beim nächsten Mal fahre ich gerne die zwei Kilometer bis zum E-Center, denn eine Supermarktkette, die ihre Kunden grundlos wie den allerletzten Dreck behandelt und vergrault, muss ich mir nun wirklich nicht nochmal antun! Sollen die doch sehen, woher sie ihre Kunden kriegen! Ich hatte eigentlich beabsichtigt, der REWE-Kette aufgrund dieses Vorfalls eine geharnischte Beschwerde über Kundenunfreundlichkeit zukommen zu lassen. Nur leider gibt’s von denen offenbar nirgendwo eine Mailadresse – mit Kunden will man wohl nichts zu tun haben. Muss das Blog eben dafür herhalten, diesen Vorfall öffentlich zu machen … Vielleicht wäre es aber auch mal ganz angebracht, wenn manche REWE-Mitarbeiter auf einen Grundkurs über rudimentäre Höflichkeit und soziales Miteinander geschickt werden würden!

[Edit/ Nachtrag]

Ein FB-Kontakt hat mir die Mailadresse der zuständigen Stelle bei REWE, nämlich kundenservice@rewe.de, mitgeteilt. Ich setzte das Unternehmen daher am 08.02.2020 über den Vorfall in Kenntnis – und zwar mit dem Wortlaut der obigen Tatsachenstory. Am 17.02.2020 bekam ich folgende Antwort:
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Es liegt im Interesse von REWE, dass den Kunden stets ausreichend Parkflächen zur Verfügung stehen, so dass sie ihre Einkäufe schnell und bequem erledigen können. Dabei geht es sowohl um die Bedürfnisse älterer Mitbürger, gehbehinderter Menschen oder von Familien mit Kindern als auch generell von REWE-Kunden, die mit dem Auto zum Einkauf unterwegs sind. REWE-Kunden sollen möglichst zu jeder Tageszeit einen freien Platz für ihren PKW finden. Denn Bequemlichkeit ist neben dem Preis für Kunden ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl der Einkaufsstätte und gute Erreichbarkeit somit wichtig für die Wirtschaftlichkeit unserer Märkte.

Um sicher zu stellen, dass unsere Kunden nicht auf einen Parkplatz verzichten müssen, weil Dauerparker diesen über mehrere Stunden besetzt halten, wurde von dem Vermieter des Objektes eine Videoüberwachung installiert, damit die von den Besitzern des Parkraumes gestellten Parkbedingungen eingehalten werden. Ist dies nicht der Fall, werden die Fahrzeuge kostenpflichtig abgeschleppt. Darauf wird durch Schilder öffentlich hingewiesen. Offensichtlich wurden Sie dabei beobachtet, wie Sie aus einem anderen Ladengeschäft kamen und erhielten deshalb den Hinweis an Ihrem Auto.

Zahlreiche positive Kundenreaktionen bestätigen, dass sich die Situation seit dieser Maßnahme nachhaltig verbessert hat und wieder Parkplätze für die Kunden zur Verfügung stehen.

Mit freundlichen Grüßen
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Die Gehbehinderung meiner Frau zählt also offensichtlich nicht – REWE bestimmt, was eine Gehbehinderung ist und was nicht. Ein anderes Ladengeschäft gibt’s da übrigens auch nicht. Und eine entsprechende Videoaufzeichnung können die gar nicht haben, weil die Behauptung erstunken und erlogen ist. Auf diese hahnebüchene Antwort regagierte ich umgehend wie folgt (auch per Mail):
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„Offensichtlich wurden Sie dabei beobachtet, wie Sie aus einem anderen Ladengeschäft kamen und erhielten deshalb den Hinweis an Ihrem Auto.“

DIESE ABSOLUT HALTLOSE, IN KEINSTER WEISE IRGENDEINER TATSACHE ENTSPRECHENDE UNTERSTELLUNG BETRACHTE ICH ALS DIE ABSOLUTE FRECHHEIT SCHLECHTHIN! REWE IST FÜR MICH DAUERHAFT GESTORBEN – FÜR IMMER UND EWIG! SUCHEN SIE DOCH ANDERE KUNDEN ZUM GRUNDLOSEN ANPÖBELN!
Mit keineswegs freundlichen Grüßen
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Ich für meinen Teil ziehe daraus nämlich folgenden Schluss: REWE hat immer Recht, auch wenn REWE nicht Recht hat. Kunden stören da nur. Deswegen soll und darf man denen auch grundlos Unwahrheiten unterstellen. Deswegen darf man die auch grundlos anpöbeln. Man ist ja schließlich ein Großkonzern und darf sich somit seine eigenen Regeln machen …