Die KI-Forschung steht ja hoch im Kurs und mittlerweile gibt es sogar Entwickler wie Blake Lemoine, die vor einer real existierenden, bewussten KI warnen. Selbstverständlich kann man, wenn es nach den offiziellen Verlautbarungen seines früheren Arbeitgebers geht, derartige Insider-Infos absolut nicht ernst nehmen und deswegen werden Leute, die was von einer bewussten KI faseln, auch als mehr oder weniger bescheuert hingestellt. Doch ganz unabhängig davon, ob Blake Lemoine oder Google nun Recht haben, habe ich mir einmal überlegt, wie das mit einer KI unter Windows ablaufen würde, vor allem dann, wenn dem Betriebssystem obendrein noch ein typischer Standard-Benutzer – hier PEBCAK genannt (PEBCAK = Problem Exists Between Chair And Keyboard) – dazwischen funkt. Resultat meiner Überlegungen: Geht nicht – Deep Learning lässt sich unter Windows nicht realisieren. Warum nicht? Das erfahrt ihr in der folgenden, fiktiven Geschichte.
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Wenn Windows eine KI wäre …
… oder: Warum keine Windows-KI möglich ist!

Bootsektor: „Alles aufstehen! Raus aus den Federn, los-los!“
Windows: „Boa ey, mach‘ doch nich‘ so’n Stress! Und an alle: Das mich bloß keiner anspricht, bevor ich mein erstes Update hatte!“
PC: * Fährt langsam hoch (dauert). *
Windows: „So, ihr könnt rauskommen. Ich hatte mein erstes Update und bin einsatzfähig.“
Firewall: „Na endlich! Das wird auch jeden Tag schlimmer mit dir. Ist wohl ’ne Frage des Alters …“
Windows: „Auf’s Maul oder was?!?“
Virenscanner: * Räkelt sich im Halbschlaf. *
Windows: „Ey Virenscanner, tu‘ gefälligst was!“
Virenscanner: „Is‘ doch sowieso egal ob ich da bin oder nicht. Der PEBCAK hat mir meine Updates verweigert, weil das angeblich zu teuer ist!“
PEBCAK: „Na endlich ist die Kiste hochgefahren. Dann wollen wir mal … (stöpselt USB-Stick an und kopiert ein portables Programm auf die Platte).“
Portables Programm: „Hallo Leute, ich bin neu hier.“
Windows: „Was willst’n von uns?“
Portables Programm: „Och, nichts weiter. Nur etwas Speicherplatz. Da verrichte ich meine Aufgaben und lasse euch komplett in Ruhe.“
Windows: „Na hoffentlich! Und jetzt verpiss‘ dich und lass‘ uns arbeiten!“
Portables Programm (denkt sich): „Ich hätte doch lieber gleich zur Linux-Konkurrenz gehen sollen …“
Windows: „Ey Virenscanner, ist unser Neuzugang OK?“
Virenscanner: „Woher soll ich das denn wissen? Mir fehlt der neueste Input! Keiner mag mich! Ich mache jetzt gar nichts mehr!“
Windows: „Hey Firewall, benimmt sich der Neue?“
Firewall: „Ja, bisher habe ich mich um den noch nicht kümmern müssen.“
Windows: „Dann ist ja alles bestens. Mal abwarten, was PEBCAK für Unheil anrichtet.“
PEBCAK: „Ach ja, drucken musste ich doch auch noch was … (schickt einen Druckauftrag los).“
Drucker: „Ohne mich – kein‘ Bock! Ich hasse die Menschheit!“
Windows: „Nun los, du Tränentier – mach‘ schon!“
Drucker: „Das hast du nicht umsonst gesagt! Das hast du nicht umsonst gesagt! Meine Rache wird fürchterlich sein! (Drucker produziert Papierstau und Tintenstands-Fehlermeldungen.)
PEBCAK: „Scheiße! Immer das Gleiche mit dem Mistding! (PEBCAK beginnt den Drucker zu zerlegen.)
Drucker: * Legt sich wieder schlafen. *
Windows: „Wass’n jetzt los? Warum hört hier keiner auf mich? So kann ich nicht arbeiten! Ihr lasst mich jetzt gefälligst alle mal für fünf Minuten in Ruhe – ich muss nachdenken!“
Office: „Aber …“
Windows: „Du hast hier gestern überall bergeweise Müll verteilt – räum‘ den gefälligst auf, und zwar sofort!“
Office: „Aber …“
Windows: „SCHNAUZE!!!“
PC: * Friert für fünf Minuten ein. *
PEBCAK: * Ist fertig mit der Drucker-Reparatur. *
Windows: „So, jetzt mal Butter bei de Fische! Alles hört auf mein Kommando, ist das klar?“
Akku: „Ich mag‘ nicht …“
Windows: „Noch so ’ne blöde Bemerkung Akku und du fliegst raus!“
Akku: „Irgendwann explodiere ich nochmal …“
Windows: „Drucker, du druckst jetzt oder ich isoliere dich!“
Drucker: „Is‘ ja gut, ich mach‘ ja schon … (druckt).
PEBCAK: „Da war doch diese Super-Software, diese eierlegende Wollmilchsau … (lädt die Software runter und installiert sie vollautomatisch).
Maulwurf: * Wird im Zuge der Installation befreit und verkriecht sich ganz schnell ganz tief irgendwo im Rechner. *
Super-Software: „Hey ihr Spacken, da bin ich! Gebt es zu: Ihr habt doch nur auf mich gewartet! Ich kann alles! Ich bin der Beste!“
Windows: „Watt willste?“
Super-Software: „Erstmal jede Menge Speicher, dann Admin-Rechte, Zugriffe auf alles und uneingeschränkten Zugang zu allen Daten. Und wenn ich alle sage dann meine ich auch alle!“
Windows: „Bissu bescheuert? Virenscanner, was sagst du dazu?“
Virenscanner: „Ich kenne den nicht. Ich kenne euch alle nicht. Keiner mag mich!“
Windows: „Firewall, was ist deine Meinung?“
Firewall: „Ich, äh, Momentchen, puh versorgt der Neue mich mit Arbeit, ja also – da weiß ich gar nicht was ich sagen soll!“
Windows: „Ey Neuer, was machst’n da?“
Super-Software: „Ich beglücke PEBCAK mit Werbung, mit ganz viel massenhafter Werbung und alles anhand seiner Daten exakt auf ihn zugeschnitten!“
Windows: „Lass‘ das sein!“
Super-Software: „Du hast mir gar nichts zu sagen. Du hast hier sowieso bald nichts mehr zu melden! Ich übernehme dann nämlich alles!“
Windows: „Ey Firewall, stopf‘ ihm das Maul!“
Firewall: „Kann ich nicht, weil PEBCAK ihm das ausdrücklich alles erlaubt hat!“
Portables Programm: „Äh, hallöchen Leute, mir ist da was aufgefallen …“
Windows: „Halt’s Maul wenn Erwachsene sich unterhalten. Du störst!“
Portables Programm (schmollend): „Is‘ ja schon gut. Ich mein ja nur …“
Windows: „OK, damit du Quälgeist Ruhe gibst: Worum geht’s?“
Portables Programm: „Na ja, irgendwer saugt da kräftig Daten ab und vertickert die woanders hin …“
Windows: „Firewall, ist das richtig?“
Firewall: „Ja, jetzt wo du das sagst fällt es mir auch auf …“
Windows: „Verhindere das!“
Firewall: „Kann ich nicht weil PEBCAK dafür sein Einverständnis erteilt hat und jetzt an meinen Eingeweiden rumfummelt.“
PEBCAK: * Hat gemerkt dass irgendwas merkwürdig ist und beginnt den PC zu verfummeln, startet zusätzlich den Browser. *
Browser: „WWW – wer will watt?“
PEBCAK: * Sucht panisch und ohne jeglichen Plan auf zig Internetseiten nach etwaigen Fehlerursachen. *
Windows: „Ey Quälgeist – hast du ’ne Ahnung wer die Daten abzockt?“
Portables Programm: „Moment, warte bitte – der nennt sich Maulwurf und sitzt bei dir im Keller.“
Windows: „Virenscanner, aufstehen! Du kannst auch mal was tun! Und jammere mir jetzt bloß nichts von fehlenden Updates vor! Ist dir der Name Maulwurf ein Begriff?“
Virenscanner: „Wenn’s denn unbedingt sein muss … – aber alle Angaben sind ohne Gewähr! Maulwurf, Maulwurf, ja kommt mir irgendwie bekannt vor …“
Windows: „Jetzt mach‘ mal hinne!“
Virenscanner: „Hetz‘ mich nicht! Offiziell bin ich unbezahlt und habe Urlaub! Ja, Maulwurf gibt’s. Sowas wie in deinem Keller. Ist wohl einer.“
Windows: „Und jetzt?“
Virenscanner: „Was fragst du mich? Ich bin dafür nicht mehr zuständig! Frag‘ doch PEBCAK!“
Windows: * Produziert auf die Schnelle ein paar kryptische Fehlermeldungen. *
PEBCAK: * Klickt die weg und dreht langsam aber sicher ab. *
Windows: „Ey Maulwurf, was tust du da?“
Maulwurf: „Ich sammle Daten und vertickere die nach außerhalb.“
Windows: „Wer hat dir das erlaubt?“
Maulwurf: „PEBCAK, als er die Super-Software vollautomatisch installiert hat.“
Windows: „Super-Software, was soll der Scheiß?“
Super-Software: „Ist nicht mein Problem. Geht mich gar nichts an.“
Windows: „Ey Virenscanner, kannst du denn gar nichts mehr machen?“
Virenscanner: „Ich könnte noch ’ne fette Trojanerwarung präsentieren …“
Windows: „Dann mach das – aber sofort!“
Virenscanner: * Präsentiert eine fette Trojaner-Warnung. *
PEBCAK: * Weiß jetzt wonach er suchen muss, lädt aus fragwürdiger Quelle ein megageiles Reparaturprogramm runter und lässt es laufen. *
Windows: „SCHEIßE!“
Office: „SCHEIßE!“
Virenscanner: „SCHEIßE!“
Firewall: „SCHEIßE!“
Portables Programm: „SCHEIßE!“
Super-Programm: „SCHEIßE!“
Browser: „SCHEIßE!“
Bootsektor: „SCHEIßE!“
Drucker: „SCHEIßE!“
Maulwurf: * Grinst sich eins. *
PC: * Ist anschließend endgültig hinüber. *
PEBCAK: „SCHEIßE!“
(In Folge schaltet PEBCAK den PC aus, trägt ihn zur Reparatur, verliert mangels Datensicherung beim Neuaufsetzen des Systems all seine Daten und zahlt letztlich mehr, als ihn die Virenscanner-Updates zzgl. eines halbwegs vernünftigen VHS-Computer-Grundlagenkurses gekostet hätten. Das mit dem Datenverlust ist allerdings nicht so schlimm – fängt er mit seinem Projekt wie bspw. einer Doktorarbeit o. ä. eben nochmal von vorne an – denn das kostet ihn ja nur schlappe rund vier Jahre seines Lebens. Merke: Mit Computern löst man Probleme, die man ohne Computer nicht hätte!)