Bei Makroaufnahmen in freier Natur gehört immer etwas Glück mit dazu, insbesondere hinsichtlich der Schärfe des Motivs, wenn man sich nämlich in den Schärfebereich hinein bewegt und frei Hand fotografiert. Das ist bspw. immer dann der Fall wenn man ein auf einer Blüte gelandetes Insekt ablichten möchte. Man fotografiert also zig Bilder und wirft das Meiste davon weg weil es unscharf ist. Gar nicht mal so selten trifft man dabei aber auch auf einen Grenzfall: „Ist das Foto schon mangels Schärfe Müll oder lässt sich damit vielleicht doch noch was anfangen?“ In dieser Situation kann man es mit dem Schärfen versuchen. Insbesondere die Kombination aus Dekonvolution (z. B. mit der portablen Windows-Freeware Image Analyzer) und sich anschließendem, regulären Schärfen sorgt rasch und einfach für Verbesserungen.


Ausschnitt des Originalbildes: Blüte scharf und Biene etwas unscharf.


Die Bearbeitung mit Dekonvolution durch Image Analyzer und regulärem Schärfen.

Allerdings: Wann immer eine Dekonvolution mit im Spiel ist kommt es auch zur Artefaktbildung, also zu pixeligen Störungen. Mal sind sie sichtbar und mal nicht. Mal stören sie und mal nicht. Ein aufwändiges Schärfen kann auch ohne Dekonvolution erfolgen, und zwar mit Hilfe von GIMP. Das funktioniert so:

1. Bild bzw. Ausschnitt unter GIMP laden.
2. „Ebene/ Ebene duplizieren“ anklicken.
3. Im Ebenenfenster die duplizierte Ebene durch anklicken markieren.
4. „Filter/ Verbessern/ Unscharf maskieren“ wählen.
5. Den „Radius“ auf „15“ und setzen und mit „OK“ das Schärfen der groben Kanten durchführen.
6. Die so geschärfte Ebene nochmals duplizizeren: „Ebene/ Ebene duplizieren“.
7. Diese Ebene im Ebenenfenster durch anklicken markieren (falls sie nicht ohnehin schon aktiv ist).
8. Nochmal „Filter/ Verbessern/ Unscharf maskieren“ wählen.
9. Jetzt mit „Radius“ auf „3“ und „OK“ das Schärfen der Feinstrukturen durchführen.
10. Bei beiden geschärften Ebenen den Modus (ganz oben im Ebenenfenster) zwecks Erhalt der Farben auf „Wert“ stellen.
11. Die zweite Ebene mit „Radius“ auf „3“ neigt i. d. R. zur Überschärfung, welche etwas zurückgenommen werden muss und daher diese Ebene wieder im Ebenenfenster markieren.
12. „Ebene/ Maske/ Ebenenmaske hinzufügen“ selektieren.
13. In der sich öffnenden Dialogbox „Graustufenkopie der Ebene“ auswählen und das Häkchen vor „Maske invertieren“ setzen.
14. Anschließend den Button „Hinzufügen“ betätigen.
15. Zuletzt „Bild/ Bild zusammenfügen“ wählen und das Ergebnis sichern.


Die Bearbeitung durch aufwändiges Schärfen mittels GIMP.

Die GIMP-Methode ist partiell besser als Dekonvolution mit Nachschärfen u. d. h. hier muss im Einzelfall entschieden werden, welche der Bearbeitungen für das Auge gefälliger wirkt. Übrigens: Den Versuch der Überlagerung von GIMP-Methode und Dekonvulotion kann man man sich sparen, denn im Regelfall bringt das keine sichtbare Verbesserung mehr.


Vorher-Nachher-Vergleich: Unbearbeitetes Original und Dekonvolution-Schärfen-Kombination.


Vorher-Nachher-Vergleich: Unbearbeitetes Original und GIMP-Methode.