Donald Trump hat die Grenzen der USA für Europäer aufgrund der Corona-Gefahr dicht gemacht. Man mag von Herrn Trump ja halten was man will – meine Meinung über ihn ist nicht öffentlichkeitstauglich – aber diese Entscheidung halte ich für völlig richtig. Warum? Weil zumindest hierzulande mit Hinblick auf die Pandemie politische Kopflosigkeit vorherrscht, was der Virusausbreitung natürlich Vorschub verschafft. Ich vermag mich zwar beim besten Willen der z. Zt. vorherrschenden Corona-Panik nicht anzuschließen, beobachte das Geschehen aber so genau wie es mir möglich ist, betrachte es als ernst und möchte deswegen mitunter wirklich nur noch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Sehen wir uns dazu zunächst einmal den Verlauf der Seuche hier in Deutschland an (Zahlen von RKI und WHO):

27.01.20 – 1 Infizierter (Tag 1)
03.03.20 – 188 Infizierte (Tag 37)
04.03.20 – 262 Infizierte (Tag 38)
05.03.20 – 400 Infizierte (Tag 39)
06.03.20 – 639 Infizierte (Tag 40)
07.03.20 – 795 Infizierte (Tag 41)
08.03.20 – 902 Infizierte (Tag 42)
09.03.20 – 1139 Infizierte (Tag 43)
10.03.20 – 1296 Infizierte (Tag 44)
11.03.20 – 1567 Infizierte (Tag 45)
12.03.20 – 1966 Infizierte (Tag 46)

Auf die Wirkung von Isolation und Containment braucht man nicht zu setzen, denn solche Maßnahmen sind umgehend von Anfang an ergriffen worden und daher in den obigen Zahlen bereits enthalten. Das bedeutet, dass ohne Isolation und Containment die Zahlen noch wesentlich höher ausgefallen wären. Dennoch reichen diese punktuell durchgeführten Maßnahmen offensichtlich längst nicht aus, um die Epidemie einzudämmen. Unterzieht man die o. e. Zahlen einer Analysis, dann führen die zu der Funktionsgleichung „Infizierte = 0,714 * e ^ (Tag * 0,167)“ (mit einem Korrelationskoeffizienten von r = 0,991 u. d. h. mit einer Wahrscheinlichkeit von über 99%). Im Fernsehen wurde die Zahl von 60-70% Infizierten in der Bevölkerung als Hausnummer für den Höhepunkt der Seuche genannt. Ich weiß nicht ob diese Zahl realistisch ist und kann sie weder nachvollziehen noch ausschließen, aber das wäre gemäß obiger Gleichung so um den hundertsten bis hundertzehnten Tag herum, mithin also im Mai oder in rund acht Wochen, der Fall.

Covid-19 wird in den Medien häufig mit der Grippe verglichen und dann gesagt, dass die Grippe gefährlicher ist. Ja, stimmt! Aber der Vergleich hinkt, denn es handelt sich um einen Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Der menschliche Körper „kennt“ den Grippeerreger schon seit Ewigkeiten, so dass in der Bevölkerung bereits eine gewisse Grundimmunität dagegen vorhanden ist und lediglich die immer wieder aufretenden Mutationen des RNS-Virus zu unangenehmen Überraschungen führen. Beim Corona-Virus ist das anders. Das Corona-Virus ist neu und folglich existiert dagegen keine Grundimmunität. Zudem handelt es sich auch dabei um ein relativ schnell mutierendes RNA-Virus – am 25.02.20 waren 5 Stämme bekannt und heute sind es bereits 12 Stämme. Das spricht dafür, dass sich die Ansteckungsrate exponentiell fortsetzen dürfte und insofern kann man die o. e. 60-70% an Infizierten in der Bevölkerung als Seuchenhöhepunkt auch als durchaus realistisch betrachten.

Gehen wir mal vorsichtig von 60% der Bevölkerung aus, dann wären das zum Höhepunkt der Seuche gut 40 Millionen Menschen. In den Medien wurde noch eine weitere Zahl genannt (auch über deren Korrektheit kann ich nichts sagen). Es wurde nämlich darauf hingewiesen, dass etwa 5% der Erkrankten aufgrund von Komplikationen im Krankenhaus (intensiv-) medizinisch zu behandeln sind. An der Stelle wird’s pikant: 5% von 40 Millionen sind 2 Millionen Menschen. Dem gegenüber stehen in ganz Deutschland rund 28.000 Intensivbetten, mithin also ungefähr zwei Zehnerpotenzen weniger. Das ist zwar im Vergleich zu anderen Ländern immer noch überdurchschnittlich gut, aber nicht ausreichend. Denn jedes Krankenbett, das von einem Coronafall belegt wird, fehlt für denjenigen, der einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall oder einen Autounfall usw. erlitten hat. D. h. ein medizinisches Desaster ist durchaus absehbar, wenn es nicht gelingen sollte, die Corona-Infektionen auf einen viel größeren Zeitraum zu verteilen.

An dieser Stelle kommt die aktuelle Gesundheitspolitik ins Spiel: Unser Gesundheitsminister(darsteller) hat sich in der Vergangenheit darin gefallen, Krankenhäuser und Notaufnahmen zu schließen sowie die Klinik-Konzerne zu gewinnorientiertem Wirtschaften zu veranlassen – auf Kosten des medizinischen Personals, das schon längst jenseits seiner Leistungsgrenzen völlig zu Recht unter Überlastung ächzt. Wenn da jetzt noch massiv Corona „einbricht“, dann bricht auch das öffentliche Gesundheitssystem zusammen. Das ist unvermeidlich. Jetzt rächen sich die hirnrissigen Einsparmaßnahmen der vergangenen Jahre und vielleicht (obwohl ich das kaum zu glauben vermag) kommt auch irgendwann in Berlin einmal die Erkenntnis an, dass man Kranken helfen muss und dass die eben nicht nur zum Geldverdienen da sind.

Momentan jedenfalls sieht’s mit besagter Hilfe ziemlich mau aus. Der Herr Gesundheitsminister(darsteller) ergeht sich in Empfehlungen und schiebt alle Verantwortung den Ländern zu. In den Bundesländern werden Veranstaltungen zuhauf abgesagt und die Wirtschaft jammert aufgrund der dadurch verursachten, finanziellen Ausfälle. Aus Berlin hört man aber nur, dass der Wirtschaft geholfen werden soll – und eben nicht den kranken Menschen. Die sind offensichtlich völlig zweitrangig: Was für ein Volk vertreten gewisse „Volksvertreter“ eigentlich wirklich? Diese Herrschaften setzen auf das gewohnte „Weiter so“ und hoffen vermutlich, dass der Schierlingsbecher irgendwie an ihnen vorüber geht. Oder ist mir irgendwas hinsichtlich der dringend notwendigen Überarbeitung der Richtlinien für die Verteilung wichtiger Güter, der Produktion von Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln etc. entgangen?

Damit verlagert sich das Problem bis runter auf die kommunale Ebene. Im Großraum Hannover sollen, wie N3 am 10.03.2020 berichtete, 6 Infektionsfälle allein in Hannover aufgetreten sein. Kommen noch ein Fall in Rinteln, einer in Hameln, einer in Bad Münder und einer in Hildesheim hinzu. Verdachtsfälle gibt es immer wieder. Zwar soll auf Corona getestet werden, doch Testzentren existieren nicht und müssen quasi aus dem Boden gestampft werden. In Obernkirchen gibt es jetzt so ein Testzentrum, eigentlich sogar mobil. Doch der Container bleibt da stehen, denn lt. offizieller Lesart ist es auch für die Risikogruppe (insbesondere betagte Senioren) völlig problemlos, dorthin zu gelangen. Wenn ich mir vorstelle wie das hier bei uns zuhause ablaufen sollte – zwei gehunfähige Pflegefälle, ein 20km entferntes Testzentrum und ein nur nach Feierabend zur Verfügung stehendes Auto: Geht’s noch?!? Verschärft wird die Situation zusätzlich durch im Grunde genommen völlig überflüssiges und blödsinniges Kompetenzgerangel.

Hier wären klare Worte und Weisungen aus Berlin mehr als angebracht. Die Italiener machen uns vor wie das geht: Außer Tankstellen, Discountern und Lebensmittelgeschäften macht das Land zum Unterbrechen der Infektionsketten „Corona-Ferien“. Das wäre auch hierzulande eine umsetzbare Möglichkeit – wenn der Mensch und nicht die Wirtschaft im Mittelpunkt stehen würde. Man kann eine Seuche wie Corona durchaus als Naturkatastrophe betrachten und auch entsprechend darauf reagieren – wenn man will und wenn man die entsprechende Kompetenz mitbringt. Aber genau das sehe ich bei unseren „Volksvertretern“ nicht als gegeben an. Mal ganz abgesehen davon – und auch das ist ein politisches Versäumnis der Vergangenheit – muss die Wirtschaft gar nicht mal gravierend leiden. Sie tut das doch nur, weil Hinz und Kunz lange Arbeitswege in Kauf nehmen muss. Schonmal was vom Home-Office gehört? Das würde (Infektions-) Kontakte vermeiden und käme obendrein auch noch der Klimabilanz zugute. Machen könnte man viel. Tun tut man praktisch nichts. Bleibt abzuwarten, wie sich die Sache noch entwickeln wird. Eines aber ist sicher: Es bleibt spannend!

Abschließend vielleicht noch ein kleiner, durchaus böse-ironisch gemeinter Hinweis an die so genannten „Volksparteien“: Diejenigen, die zur Corona-Risikogruppe zählen, sind altersbedingt eure nicht selten mindestens halbdementen Stammwähler. Was bleibt eigentlich von euch noch übrig, wenn die im Zuge der Krise wegsterben? 😉