Nachdem ich mittels GIMP die Sache mit dem Himmelstausch hinbekommen hatte, dachte ich mir, dass es auf diese Weise eigentlich auch möglich sein sollte, Bilder von fremden, phantastischen Welten zu generieren. Einfach mal ausprobiert und … – na ja, es gestaltete sich doch etwas schwieriger als ursprünglich angenommen. Aber es hat hingehauen. Ich will das hier mal am Beispiel des „Jupiter über Lanzarote“ zeigen. Im vorliegenden Fall sind drei Bilder miteinander kombiniert worden, nämlich ein von Google runtergeladenes Astrofoto des Jupiters, ein Urlaubsbild aus den „Feuerbergen“ auf Lanzarote und ein Vollmondbild als Weltraum-Hintergrund. Unabdingbare Voraussetzung für die Montage war wieder, dass der Weltraum-Hintergrund und das Lanzarote-Bild gleiche Größe aufwiesen und dass das das Astrobild deutlich kleiner als das Hintergrundbild ist. Somit ist folgendes Rohmaterial zum Einsatz gekommen:


Das von Google runtergeladene Jupiter-Bild.


Im „Feuerberge“-Nationalpark auf Lanzarote: Hier stören die Wolken.


Das Vollmond-Bild als Weltraum-Hintergrund: Hier stört der Mond.

Insgesamt sind es 37 Schritte und damit deutlich mehr als beim bloßen Himmelsaustausch. Beginnen wir mit dem Weltraum-Hintergrund:

  1. Das Vollmondbild unter GIMP laden.
  2. Pipettenwerkzeug anklicken und damit die Hintergrundfarbe aufnehmen.
  3. Pinselwerkzeug aktivieren, unter Werkzeugeigenschaften auf max. Größe einstellen und den Mond übermalen.
  4. Den Weltraum-Hintergrund unter anderem Namen, also bspw. darksky.jpg o. ä., exportieren.


Der Weltraum-Hintergrund, noch ohne den Jupiter.

Im nächsten Schritt muss das runtergeladene Astrobild in den Weltraum-Hintergrund eingebaut werden:

  1. Astrobild von Google runterladen (Größe beachten!).
  2. Den vorbereiteten Weltraum-Hintergrund unter GIMP laden.
  3. Das Astrobild dazu laden.
  4. Den Zauberstab anklicken und damit den Hintergrund des Astrobildes markieren.
  5. „Auswahl/ Invertieren“ selektieren, denn damit ist jetzt nur noch der Jupiter selbst markiert.
  6. „Bearbeiten/ Kopieren“ wählen.
  7. Das Astrobild schließen.
  8. „Bearbeiten/ Einfügen als/ Neue Ebene“ auswählen, um den Jupiter aus der Zwischenablage auf den Weltraum-Hintergrund zu holen.
  9. Das Verschiebewerkzeug aktivieren und damit den Jupiter platzieren.
  10. „Ebene/ Nach unten vereinen“ macht daraus ein Bild.
  11. Den fertigen Hintergrund exportieren und das Bild schließen.


Der fertige Hintergrund mit dem Jupiter.

Jetzt muss das Urlaubsbild durch das Entfernen der Wolken vorbereitet werden:

  1. Das zu korrigierende Bild unter GIMP laden.
  2. Das Pipettenwerkzeug anklicken und damit die Hintergrundfarbe des blauen Himmels aufnehmen.
  3. Das Pinselwerkzeug aktivieren.
  4. Nun die Wolken übermalen, so dass eine möglichst einheitliche, blaue Fläche entsteht und das Bild exportieren.


Auf dem Lanzarote-Bild sind die Wolken entfernt worden, damit das Markieren der später als transparent zu setzenden Fläche vereinfacht wird (mit Wolkenstrukturen ist es nämlich fast unmöglich).

Nun geht es an das Zusammenfügen:

  1. Bild laden und „Ebene/ Transparenz/ Alphakanal hinzufügen“ auswählen.
  2. Zauberstab-Werkzeug anklicken und zu ersetzenden Bereich markieren (dabei ggf. mit gedrückter SHIFT-Taste fehlende Bereiche von Hand hinzufügen), zusätzlich unter den zugehörigen Werkzeugeinstellungen die Schwelle ruhig großzügig erhöhen, bis ggf. Strukturen sichtbar werden.
  3. „Auswahl/ Vergrößern“ selektieren und die Auswahl um +1px ausdehnen.
  4. „Auswahl/ Schwebend“ macht aus der Auswahl eine neue Ebene.
  5. Im Ebenendialog die Deckkraft dieser neuen Ebene auf Null reduzieren, so dass sie transparent wird.
  6. Auf das Ankersymbol unten im Ebenendialog klicken, damit Auswahl und Ebene wieder zu einem Bild verschmelzen. In diesem Bild ist der alte Himmel jetzt transparent.
  7. Über „Datei/ Als Ebenen öffnen“ jetzt den vorbereiteten Weltraum-Hintergrund laden; er überdeckt zunächst das zu korrigierende Bild.
  8. Im Ebenendialog unten mit „Grüner Pfeil nach unten“ den Himmel unter die Ebene des zu korrigierendes Bildes legen.
  9. „Bild/ Bild zusammenfügen“ vereint beide Ebenen.
  10. „Farben/ Werte“ anklicken und in der Dialogbox den Button „Automatisch“ betätigen; anschließend mit „OK“ übernehmen, damit die Farben stimmig sind.
  11. Fertiges (Roh-) Bild exportieren.


Das montierte Rohbild, auf dem noch nachträglich die beim Markieren nicht erwischten Artefakte manuell zu beseitigen sind.

Was noch fehlt ist die Nachbearbeitung zwecks Entfernung noch vorhandener Artefakte, also die „Feinarbeiten“:

  1. Montiertes Rohbild zwecks Nachbearbeitung laden.
  2. Pipettenwerkzeig aktivieren.
  3. Den schwarzen Hintergrund damit als Vordergrundfarbe aufnehmen.
  4. Das Pinselwerkzeug aktivieren.
  5. Unter den Werkzeugeigenschaften die Pinselstärke auf sehr klein einstellen.
  6. Nun vorsichtig die Artefakte übermalen.
  7. Das fertig retuschierte Bild exportieren.


Das Endprodukt der Montage, nämlich eine fremde Welt: Jupiter über Lanzarote.

Man kann in der obigen Anleitung selbstverständlich das eine oder andere Abspeichern und neu Laden einsparen, wenn man die ganze Sache in einem Rutsch erledigt. Sofern man aber mit Untrbrechungen rechnen muss ist man erfahrungsgemäß froh über jede Sicherungskopie des vorausgegangenen Schrittes. Mit dem vorgestellten Verfahren lassen sich natürlich nicht nur fremde Welten basteln – auch das berühmt-berüchtigte UFO über Stonehenge oder der Regenbogen in der Danakil-Wüste sind problemlos möglich. Wie war das doch gleich? Ein Bild lügt mehr als tausend Worte …